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13.03.2015

Mittlerweile fünf tödliche Herpesfälle in Amstetten

Der Ausbruch des Equinen Herpesvirus EHV-1 in einem Amstettener Reitstall hat in den vergangenen Tagen noch zwei Todesopfer gefordert. Bereits fünf Pferde erlagen der neurologischen Form der Krankheit, bei zehn weiteren konnte eine Infektion bestätigt werden.

Im Amstettener Reitverein sind aktuell zehn Pferde mit dem Herpes-Virus infiziert - acht von ihnen haben die Fieberphase jedoch bereits überstanden. © Claudia Otte - fotolia,com
Im Amstettener Reitverein sind aktuell zehn Pferde mit dem Herpes-Virus infiziert - acht von ihnen haben die Fieberphase jedoch bereits überstanden.
© Claudia Otte - fotolia,com
Im Reitverein Geiger herrscht Trauer und Fassungslosigkeit über die kürzlich erlittenen Verluste. Seit dem Ausbruch der gefürchteten Infektionskrankheit befindet sich der gesamte Betrieb im Ausnahmezustand. Warum es gerade hier zu einem Ausbruch des EHV-1-Virus gekommen ist, kann sich niemand so recht erklären. Auch nicht, warum sich ausgerechnet die besonders schwerwiegende neurologische Form ausgebildet hat.  "Wir sind ein Freizeit- und Turnierstall. Unsere Einsteller besuchen Kurse, fahren auf Turniere - der Virus kann von irgendwoher mitgebracht worden sein, dazu muss es am Ursprungsort noch nicht einmal zu einem Ausbruch der Krankheit gekommen sein", erklärt Obmann Karl Nenning im Gespräch mit der Pferderevue. Rund 90 Prozent der gesamten Pferdepopulation gilt als Träger des Herpesvirus. Häufig ist ein Aufflackern von latenten Infektionen für das Auftreten und die weitere Verbreitung der Krankheit verantwortlich. Auch geschlossene Bestände ohne Neuzugänge sind deshalb vor einem Ausbruch nicht sicher.

Sofort mit Bekanntwerden des ersten konkreten Krankheitsbefundes habe man die freiwillige Quarantäne in Kraft gesetzt und umliegende Institutionen, Reitställe, Hufschmiede etc. informiert. Dass trotz eindringlichen Abratens des Reitverein-Vorstands zwei Pferde in einen anderen Stall verbracht wurden, dagegen habe man nichts unternehmen können, sagt Nenning. „Wäre die Krankheit anzeigepflichtig, könnte man die Polizei hinterherschicken. Nachdem das nicht der Fall ist, kann im Prinzip jeder sein Pferd nehmen und gehen." Wo sich diese beiden Pferde nun befinden, sei nicht bekannt.
 

Infizierte Pferde auf dem Weg der Besserung

Von insgesamt 35 Pferden sind bis dato 15 erkrankt, fünf von ihnen mussten erlöst werden, weil es zur selten auftretenden Entzündung des Rückenmarks kam. Es waren keine alten oder augenscheinlich immunschwachen Pferde, wie sie gemeinhin als Risikopatienten gelten, sondern Pferde im besten Alter, gesund und fit.

Für den Großteil der restlichen zehn erkrankten Pferde, die allesamt auf der Anlage des Reitvereins stationiert sind, scheint das Schlimmste allerdings überstanden zu sein, acht der Tiere seien bereits fieberfrei.

Bis im Reitverein Geiger wieder so etwas wie ein Normalzustand herrscht, wird es allerdings noch einige Zeit dauern. Zehn Tage lang müssen alle Pferde fieberfrei sein, danach wird eine nochmalige Wartezeit von 28 Tagen empfohlen, bevor eine Freigabe der Pferde aus der Isolation gefahrlos möglich ist. „Bis es so weit ist, geht keiner raus und keiner rein“, versichert Karl Nenning.

Wie es mit dem Reitverein danach weitergeht, weiß Nenning nicht. Der finanzielle Schaden sei beträchtlich, man habe sämtliche Turniere und geplante Veranstaltungen absagen müssen. Trotz des vorbildlichen Umganges mit der Krankheit, der umgehenden Publikmachung und der Verhängung einer freiwilligen Quarantäne, befürchtet man einen irreparablen Imageschaden. Das wäre schade, denn der verantwortungsvolle Umgang mit einer solch schwierigen Situation wie man ihn hier an den Tag legt, hat Vorbildcharakter und verdient großen Respekt.
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