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15.09.2017

Nach Sturmtief: Gefahr für Weidemyopathie droht möglicherweise früher als sonst

Nachdem Sturmtief "Sebastian" in den vergangenen Tagen für orkanartige Böen in Europa gesorgt hat, könnte die meist tödlich endende Muskelerkrankung für Pferde heuer schon früher als gewohnt zum Problem werden, warnen Experten.

Pferd Weide Blätter Herbst Myopathie grasen © Jessmine - fotolia.com
© Jessmine - fotolia.com
Die Früchte des Bergahorns – die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Ahornart – reifen üblicherweise im September. Die eigentliche Gefahr für Pferde besteht vor allem in den Monaten Oktober und November, dann wenn die giftigen Samen zu Boden fallen.

Doch nachdem Sturmtief „Sebastian“ in den vergangenen Tagen mit orkanartigen Böen bis 150 km/H Spitzengeschwindigkeit über Nordeuropa, Deutschland und auch Österreich gefegt ist, könnten die Samen schon deutlich früher auf den Weiden zu finden sein als üblich, warnen Experten.

Die kleinen Giftpillen können beim Grasen irrtümlich mitgefressen werden. Die Folgen sind verheerend. Die in den Bergahronsamen enthaltene toxische Aminosäure Hypoglycin A führt im Pferdekörper zu massiven Muskelschädigungen. Zeigt ein Tier bereits erste Symptome wie plötzliche Steifheit, Muskelzittern, schwankenden Gang und Schweißausbrüche, ist es meist schon zu spät. Selbst bei früher und schnell eingeleiteter Behandlung fällt die Prognose in der Regel ungünstig aus, die Sterblichkeitsrate liegt bei 70 Prozent.
Die Samen des Bergahorn enthalten Hypoglycin A - eine hoch giftige Aminosäure, die über den Abbau von Mittel- und Langkettenfettsäuren zu schweren Muskelschäden führt. © Frank Vincentz
Die Samen des Bergahorn enthalten Hypoglycin A - eine hoch giftige Aminosäure, die über den Abbau von Mittel- und Langkettenfettsäuren zu schweren Muskelschäden führt.
© Frank Vincentz
„Wir raten Pferdebesitzern dringend unverzüglich zu reagieren, falls ihre Pferde in der unmittelbaren Umgebung von Bergahornbäumen grasen“, sagte ein Sprecher der britischen Tierärztevereinigung BEVA. Betroffene Weiden sollten entweder gänzlich gemieden oder problematische Areale großzügig abgezäumt werden. Zudem sollten die Pferde stets Zugang zu Raufutter haben um das Risiko zu vermindern, dass sie giftige Samen fressen.

„2014 stieg die Zahl der Weidemyopathie-Fälle nach einer starken Sturmperiode deutlich an. Es ist eine furchtbare Krankheit die trotz Behandlung tödlich enden kann. Wir raten Pferdebesitzern sich mit ihrem Tierarzt in Verbindung zu setzen um sich praktische Tipps zu holen, wie sie ihre Pferde schützen können.

ps
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