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04.04.2016

Nach Unfallrückgang: Kritiker sehen Popularität des Grand National in Gefahr

In den vergangenen Jahren wurde stetig an der Sicherheit des einst gefährlichsten Hindernisrennens der Welt gefeilt. Mit Erfolg. Seit 2012 gab es beim Grand National keine toten Pferde mehr. Was Anlass zur Freude sein sollte, ist für eingeschworene Fans ein Ärgernis. Sie fürchten um die Polularität des Klassikers.

Bei Hindernisrennen wie dem Grand National stehen Stürze auf der Tagesordnung. © Verity Johnson - fotolia.com
Bei Hindernisrennen wie dem Grand National stehen Stürze auf der Tagesordnung.
© Verity Johnson - fotolia.com
Lange galt das britische Grand National als das gefährlichsten Pferderennen der Welt. Und das zu Recht. 2012 fanden mit Synchronised und According to Pete gleich zwei Pferde vor laufenden Kameras den Tod. Sie sind vorerst die letzten vierbeinigen Athleten einer langen Liste von Pferden, denen der traditionsreiche Turf in Aintree bei Liverpool zum Verhängnis wurde. Zwischen 1970 und 2010 waren es 29 Rennpferde, die ihren Start beim Grand National nicht überlebten.

Mit derartigen Schreckenszahlen scheint es zumindest vorerst vorbei zu sein, denn die Sicherheitsmaßnahmen der vergangenen Jahre zeigen Wirkung. So wurde etwa der orangefarbene Sockel der mit dichtem Tannengrün gefüllten Hindernisse erhöht, damit die Pferde die Zäune früher erkennen. Und auch der unfallsträchtigste aller Sprünge, der berühmt-berüchtigte Becher's Brook, eine 1,50 m hohen Hecke, die an ihrer Landestelle 2,40 m misst und hinter der auch noch ein Graben lauert, wurde nach Interventionen der Öffentlichkeit und der Politik entschärft. Eine ganz entscheidende Adaption wurde 2013 vorgenommen: Als Konsequenz aus den brutalen Stürzen der Vergangenheit wurde die Startlinie näher ans erste Hindernis geschoben und damit das halsbrecherische Tempo verringert.

Dass die Sicherheit erhöht und die Zahl der Unfälle verringert wurde, schmeckt nicht jedem. Eingefleischte Fans monieren, dass das berühmte Rennen seine Faszination eingebüßt habe. Es fehle dem Grand National seither an Biss. Überspitzt formuliert heißt das: Es gibt keine toten Pferde mehr.

Was in den Ohren von Tierfreunden wie ein schlechter Scherz klingt, ist offenbar gar nicht so weit hergeholt. Denn der mangelnde Nervenkitzel im einstmaligen Rennen um Leben und Tod könnte die Faszination des Publikums reduzieren und damit die enorme Popularität des Turfklassikers bedrohen, mutmaßen Rennexperten wie etwa jene der Pferdewetten-Plattform Timeform. Es sind insbesondere die Wettbüros, die in einer schwindenen Popularität des Grand National ihre Felle davonschwimmen sehen, zumal das Pferderennen im Herzen Liverpools eine echte Goldgrube ist. Für kein Sportereignis geben die Briten mehr Geld aus, als für das Grand National. 2015 waren es rund 200 Millionen Euro, die auf die 40 Starter des Rennens gesetzt wurden.

Am kommenden Samstag geht das Grand National in seine 169. Auflage. Die Annahmestellen der Wettbüros laufen seit Tagen heiß. Als großer Favorit wird der Vorjahressieger Many Clouds gehandelt. Wiederholt er seinen Erfolg von 2015, wäre er erst das zweite Pferd in der Geschichte des Rennenklassikers mit zwei Siegen en suite. Ein solcher Triumph wäre eine schöne Schlagzeile. Viel schöner als eine Horrormeldung über tote Pferde und verletzte Jockeys.

Quelle
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