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11.04.2018

Neu in Europa: Strahlentherapie für krebskranke Pferde

Melanome, Sarkoide, Karzinome: Pferde leiden häufiger unter Krebserkrankungen, als man denkt. Seit wenigen Monaten bietet eine hessische Klinik als eine von weltweit nur acht Einrichtungen die Strahlentherapie für Pferde an. Die Nachfrage ist groß.

Im Onkologischen Tiermedizin-Zentrum in Hessen werden krebskranke Pferde mittels Linearbeschleuniger bestrahlt. Für viele Pferde ist die Strahlentherapie die letzte Hoffnung. © www.slawik.com
Im Onkologischen Tiermedizin-Zentrum in Hessen werden krebskranke Pferde mittels Linearbeschleuniger bestrahlt. Für viele Pferde ist die Strahlentherapie die letzte Hoffnung.
© www.slawik.com
Vom Freizeitpferd bis zum millionenschweren Galopper – bei Equinox Healthcare, einem onkologischen Zentrum für Tiermedizin, gibt es Hoffnung für alle vierbeinigen Patienten. Das Unternehmen im hessischen Linsengericht bietet seit Herbst 2017 als einzige Klinik in Deutschland eine Strahlentherapie für krebskranke Pferde an. „Etwas Vergleichbares gibt es erst wieder in England und den USA“, erklärt Inhaber Tim Kowalewski gegenüber der dpa.

Die Idee zu einem onkologischen Zentrum für Tiere hatte der studierte Ingenieur, als er nach einer Strahlentherapie für das an Krebs erkrankte Pferd seiner Frau Ausschau hielt. Weil sich auf dem europäischen Festland keine Möglichkeit bot und die berufliche Nähe durch den Verkauf von Bestrahlungsgeräten bereits gegeben war, fasste Kowalewski den Entschluss, die Errichtung einer solchen Einrichtung selbst in die Hand zu nehmen. Mit der Unterstützung von Investoren wurde für sieben Millionen Euro eine Klinik östlich von Frankfurt errichtet.

Eine Investition, die sich langfristig rechnen sollte. Allein in Deutschland gibt es 1,2 Millionen Pferde, ein Behandlungspaket mit mehrfachen Bestrahlungssitzungen und Aufenthalt kostet zwischen 1500 und 4000 Euro. Kein Schnäppchen, freilich, doch Pferdebesitzer sind heute mehr denn je bereit hohe Summen in die Behandlung ihrer Lieblinge zu investieren. Das gilt übrigens nicht nur für teure Spring-, Dressur- oder Rennpferde. 70 Prozent der therapierten Pferde in Linsengericht kommen aus dem Freizeitsektor.

Laut Tierärztin Janine Brunner bietet sich die Strahlenbehandlung vor allem dann an, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Bei an Krebs erkrankten Katzen liegen die Heilungschancen - je nach Tumor - bei 94 Prozent, so die Veterinärin. Bei Pferden könne man indes noch keine gesicherten Angaben zu den Erfolgsaussichten machen. Dazu sei die Datenbasis zu gering.

Nicht zuletzt deshalb stößt die Strahlentherapie für Pferde nicht überall auf Begeisterung. Professor Michael Röcken von der Pferde-Klinik an der Universität Gießen gibt kritisch zu bedenken, dass nicht alle Tumorarten bestrahlt werden können. Zudem seien Vollnarkosen beim Pferd immer auch mit einem Risiko verbunden. Bei Equinox versichert man, alles zur Reduzierung der Narkose-Risiken zu tun. „In der kurzen Zeit seit der Inbetriebnahme können wir auf über 200 erfolgreiche Narkosen zurückblicken“, erklärt Klinikchef Kowalewski.

Therapieren um jeden Preis will man bei Equinox dennoch nicht. „Es darf nicht nach der Devise gehen: Es wird behandelt, was der Geldbeutel hergibt. Es muss ethisch verantwortbar sein“, erklärt Tierärztin Brunner. „Das Wichtigste ist, dass die Tiere nicht leiden. Wir sind schließlich dem Tierwohl verpflichtet. Wirtschaftliche Interesse rücken da in den Hintergrund.“

Quelle

ps
 
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