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12.09.2017

Neuer Therapieansatz für Equine Sarkoide zeigt gute Erfolge

Das Equine Sarkoid ist der häufigste Hauttumor beim Pferd und kann bisweilen mit erheblichen Beeinträchtigungen einhergehen. Besonders unangenehm sind die wuchernden Geschwulste im Bereich der Augen. Für sie gibt es nun einen neuen, erfolgversprechenden Therapieansatz.

Britische Forscher haben einen neuen Therapieansatz für die Behandlung von Sarkoiden im Bereich der Augen getestet - mit Erfolg. © Archiv
Britische Forscher haben einen neuen Therapieansatz für die Behandlung von Sarkoiden im Bereich der Augen getestet - mit Erfolg.
© Archiv
Das Erscheinungsbild der Tumore ist denkbar verschieden. Es reicht von warzenähnlich bis großflächig-geschwürig, von kaum erkennbar bis monströs, von fellbedeckt bis hin zu permanent blutig und wund. Rund drei von 50 Pferden leiden an Equinen Sarkoiden, lokal aggressive, bindegewebige Hautneubildungen, die an den unterschiedlichsten Körperstellen entstehen können. Je nachdem, wo sie auftreten und wie groß sie sind, können Sarkoide zu unterschiedlich starken Beeinträchtigungen führen – bzw. die Nutzung als Reit- oder Kutschenpferd einschränken.

Zwar können Equine Sarkoide überall am Körper auftreten, bevorzugt sind sie jedoch an dünn behäuteten und wenig behaarten Stellen zu finden. Dazu zählen neben den Innenseite der Oberschenkel und dem Genitalbereich auch das Gesicht – hier vor allem die Ohren und die Region rund um die Augen.

Wissenschaftler aus Großbritannien haben nun einen neuen Therapieansatz getestet, den Tumoren im Augenbereich den Garaus zu machen. Die Animal Health Trust Forscherin Anna Hollis und ihr Kollege Davide Berlato bedienten sich in ihrer Studieder hochdosierten Brachytherapie (HDRB) – einer Sonderform der Strahlentherapie. Hierbei wird die Strahlenquelle über einen Applikator in den Tumor hinein oder nahe an ihn heran geführt. Der Vorteil dieser etwa 100 Jahre alten Methode liegt auf der Hand. Der Tumor kann direkt und in sehr hohen Dosen bestrahlt werden, während das umliegende Gewebe – insbesondere die Haut – nur geringfügig belastet wird. Auf diese Weise wird insbesondere die umliegende Haut geschont.

Seit einigen Jahren findet das therapeutische Verfahren auch in der Veterinärmedizin verstärkt Anwendung. Dass es auch bei der Behandlung des Equinen Sarkoids eine wirkungsvolle Therapieform darstellen könnte, zeigte der Versuch an acht ES-Pferden. Die Tiere wurden sediert und im Stehen mittels einer neuen HDRB-Technik behandelt. Eine Woche später wurde die Bestrahlung wiederholt.

Die Ergebnisse stimmen zuversichtlich. „In allen Fällen gab es eine positive Reaktion auf die Behandlung“, werden die Forscher im Fachmagazin Equine Veterinary Education zitiert. „Es konnten keine signifikanten Nebenwirkungen festgestellt werden und die kosmetischen Ergebnisse waren exzellent.“ Diese blieben auch in den nachfolgenden zehn bis zwölf Monaten, in denen regelmäßig Kontrolltermine durchgeführt wurden, erhalten.

Die HDRB-Technik scheint damit eine effektive und sichere Methode für die Behandlung von Equinen Sarkoiden im Augenbereich zu sein. Zumindest auf kurze Sicht. Ob die Therapie auch Jahre später noch Wirkung zeigt oder die Tumore nach einiger Zeit wiederkommen, müsse erst noch in gesonderten Langzeitstudien festgestellt werden, so Hollis und Berlato.

Quelle

ps
 

Sechs Formen

Bei Equinen Sarkoiden unterscheidet man fünf bzw. sechs Typen:

Verborgene (okkulte) Sarkoide stellen sich als meist haarlose, rauhe, etwa kreisförmige, eventuell erhabene Hautstellen dar und sind von Hautpilzen oder Abschürfungen nur schwer unterscheidbar. Sie sind oft durch lange Ruhephasen gekennzeichnet, in denen sie sich nicht verändern, können aber durch mechanische Irritation in aggressivere Formen übergehen.

Warzenartige (verruköse) Sarkoide sind den harmlosen Equinen Papillomen (Pferdewarzen) nicht unähnlich, fallen jedoch nicht ab, sondern wachsen wenig aggressiv, solange sie nicht etwa durch Scheuern oder eine Probenentnahme verletzt werden.

Knotenförmige (noduläre) Sarkoide präsentieren sich als solide Knoten vor allem im Bereich der Innenschenkel und des Augenlids, wo sie z. B. beim Schimmel mit Melanomen verwechselt werden können.

Als bindegewebige (fibroblastische) Sarkoide bezeichnet man fleischig-blutige, geschwürbildende Neubildungen, die zu schnellem, unkontrolliertem und tiefgehendem Wachstum neigen.

Gemischte Sarkoide bestehen aus teils warzenartigen, knotenförmigen oder bindegewebigen Elementen und entstehen häufig infolge von Verletzungen sowie aus anderen mechanisch irritierten Sarkoidtypen. Gelegentlich wächst dieser Mischtyp besonders aggressiv und dringt dabei in anderes Gewebe ein, wofür die Bezeichnung Malevolentes (böswilliges) Sarkoid als Typ sechs eingeführt wurde.