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07.09.2016

Neues Pferde-Virus gibt Wissenschaftlern Rätsel auf

Ein neues Virus beschäftigt derzeit Forscher der Tierärztlichen Hochschule in Hannover. Das nicht-primate Hepacivirus ist eng mit Hepatitis-C beim Menschen verwandt. Ob von ihm eine vergleichbare Gefahr ausgeht, weiß man allerdings noch nicht. Fest steht bislang nur, dass das Virus von Mutterstuten auf ihre Fohlen übertragen werden kann.

Wie sich Pferde mit NPHV infizieren, ist bisher noch nicht geklärt. Deutsche Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass einer der Übertragungswege von Mutterstute zu Fohlen verläuft. © www.slawik.com
Wie sich Pferde mit NPHV infizieren, ist bisher noch nicht geklärt. Deutsche Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, dass einer der Übertragungswege von Mutterstute zu Fohlen verläuft.
© www.slawik.com
Das nicht-primate Hepacivirus (NPHV) ist unter Pferden weit verbreitet. Studien haben gezeigt, dass etwa dreißig bis vierzig Prozent aller Pferde NPHV-Antikörper tragen, das heißt ihr Immunsystem hat sich schon einmal mit einer NPHV-Infektion auseinandergesetzt. Bei etwa zwei bis fünf Prozent der Pferde konnte sogar genetisches Virusmaterial im Blut nachgewiesen werden. Auch wenn NPHV in der Pferdepopulation alles andere als selten ist, klinisch auffällig werden infizierte Tiere – zumindest soweit bekannt – in der Regel jedoch nicht.

Eine große Unbekannte ist derzeit die Frage, wie und wo Pferde sich mit NPHV anstecken. Um den Infektionsverlauf und die Übertragungswege dieses erst vor wenigen Jahren entdeckten Virus zu untersuchen, haben Wissenschaftler der Klinik für Pferde der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und Forschern des Zentrums für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung Twincore 20 tragende Stuten bis sechs Monate nach dem Abfohlen beobachtet.

Dabei konnten die Forscher zum Zeitpunkt des Abfohlens bei vier Stuten virale RNA, also Erbinformationen des Virus, nachweisen. Eine dieser Stuten übertrug das Virus auf ihr Fohlen. Wann genau die Stute ihr Fohlen ansteckte, bleibt vorerst noch ungeklärt – das Virus kann während der Trächtigkeit oder während der Geburt auf das Fohlen übergegangen sein.

Während der Beobachtungsperiode von sechs Monaten infizierten sich noch zwei weitere Mutterstuten und sieben Fohlen. Da innerhalb der einzelnen Weidegruppen ähnliche NPHV-Varianten zirkulierten, liegt die Vermutung nahe, dass sich die Pferde untereinander anstecken. Wie genau es dazu kommt, ist eines der vielen Puzzleteile, das es noch zu finden gilt.

Immerhin: Keines der NPHV-positiven Pferde zeigte im gesamten Untersuchungszeitraum Hinweise auf eine Erkrankung durch die Infektion. Die Tatsache, dass die Vierbeiner das Virus offenbar erfolgreich abwehren, macht die Forschung an NPHV für die Wissenschaft besonders interessant. Denn der Vergleich der effektiven Abwehr von NPHV beim Pferd und der deutlich schlechteren Abwehr von Hepatitis C im Menschen könnte einen neuartigen Ansatz für die Entwicklung neuer Therapien oder Vorsorgestrategien gegen das Hepatitis-C-Virus liefern.

TiHo Hannover/ps

Originalpublikation
Vertical transmission of hepatitis C virus-like nonprimate hepacivirus in horses. Gather T., Walter S., Todt D., Pfaender S., Brown R. J. P., Postel A., Becher P., Moritz A., Hansmann F., Baumgaertner W., Feige K., Steinmann E., Cavalleri J.-M. V. (2016) – Journal of General Virology, DOI: 10.1099/jgv.0.000561

 
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