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28.10.2014

Notfälle im Pferdesport

Unfälle sind im Pferdesport schnell passiert. Was im Fall des Falles zu tun ist, war Thema einer Fachtagung am 25. Oktober im Norbertinum Tullnerbach. Andrea Kerssenbrock war für die Pferderevue mit dabei.

Die schonende Rettung nach Unfällen stand im Zentrum dieses Seminars unter der Leitung von Dr. Constanze Zach, Österreichs ranghöchster FEI-Tierärztin. „Eine fachgerechte Versorgung ist nur mit Fachleuten möglich“, so die OEPS Veterinärreferntin, die seit Jahren eine steigende Turnierzahl beobachtet. Es gehe um immer mehr Geld und das ohne Winterpause, merkte sie in Richtung Springsport an. Stewards, Pferdesamariter und -sanitäter sind neben den Pferdefachtierärzten unverzichtbare Stützen im Sport- und Turniergeschehen. Das sah das Zielpublikum ähnlich, denn rund 40 TeilnehmerInnen waren gekommen – Stewards, PferdesamariterInnen, TierärztInnen und Interessierte.

Mit dem eindringlichen theoretischen Teil, der das Publikum auch vor schrecklichen Bildern nicht verschonte, wurde nach dem Mittagessen der Einsatz in der Praxis erprobt. Hauptdarsteller waren das Dummy-Pferd Biscuit und die Pferdefachtierärzte Dr. Constanze Zach, Dr. Robert Hofmann, Ausbilder der Pferdesamariter, Dr. Andreas Sendlhofer sowie der Fire and Emergency Vet Dr. Christoph Peterbauer.

Die Themen des Vormittags waren Tierschutz im Pferdesport samt Dopingproblematik (Constanze Zach), Vorstellung der Pferdesamariter als kompetente Ersthelfer (Robert Hofmann),  Realisieren von Unfallszenarien im Reitsport - psychische Belastung des Rettungspersonals sowie des Publikums (Andreas Sendlhofer) und Grundlagen und Risiken der Bergung von verunfallten  Pferden und deren Abtransport (Christoph Peterbauer).

Besonders die Bedeutung der ehrenamtlichen Pferdesamariter und der Stewards stand immer wieder im Zentrum der Vorträge. Sie leben die „Berufung im Dienste des Pferdesports“, so Robert Hofmann und „schaffen ein Bewusstsein für die Notwendigkeit im Ernstfall gut vorbereitet zu sein“.

Der Kärntner Tierarzt Andreas Sendlhofer wollte die „Dramatik von Unfällen mit Pferden näher ins Bewusstsein des Auditoriums rücken“. Davon auszugehen, dass „eh nix passiert“, hält er für zutiefst verantwortungslos. Besonders bei Pferdesportveranstaltungen ist dies ein No Go! Zudem erlebe er „immer wieder Situationen, wo Menschen sich selbst überschätzen“.

Drei goldene Regeln zur Pferderettung

Mit einer besonders anschaulichen Präsentationen beendete Christoph Peterbauer den theoretischen Teil des Tages. Es ging um den situationsbezogenen Umgang mit Mensch und Tier im Notfall, um die Sicht des (panischen) Pferdes, um das irrationale Verhalten von Menschen, die Never Evers der Pferderettung und die drei goldenen Rettungsregeln:

1. Vor jeder Rettung muss eine Möglichkeit der Kontrolle des Kopfes bestehen (Halfter, Nothalfter)
2. Niemals darf ein Tier freigelassen werden, ohne einen sicheren Ort der Verwahrung dafür zu haben.
3. Halte immer einen sicheren Rückzug offen.

Der geordnete Einsatz und die Sicherheitsausrüstung sowie der Umgang mit Publikum und Medien wurden vor dem praktischen Teil ebenfalls ausführlich besprochen. Die aktiven TeilnehmerInnen übten später am Pferdedummy und an der Puppe Rettungssituationen wie die korrekte Bergung des Tieres in verschiedene Richtungen oder eine Unfallsituation am Hindernis, bei der Pferd und Reiterin zu Sturz kommen.

FEI-Steward Peter Schimanek dankte am Ende der Veranstaltung im Namen der TeilnehmerInnen den Refernten und Organisatorin Constanze Zach für die engagierte und lehrreiche Fortbildung
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