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03.03.2011

Offenheit und Kritikfähigkeit

Um Meinungsvielfalt zuzulassen, braucht es ein Servicedenken, das manchen Bereichen der österreichischen Zucht offensichtlich fehlt.

News Zuechtertagung Ramsau2 © Brigitte Kaltenböck
Zur Arbeitstagung der Ländlichen war die Pferderevue nicht geladen.
© Brigitte Kaltenböck
Ende Jänner fand am Zechmannhof in Ramsau am Dachstein eine Arbeitstagung der Ländlichen Reiter und Fahrer Österreichs und der österreichischen Pferdezuchtorganisationen statt, bei der interessante, zukunftsweisende Dinge besprochen wurden. Einen Beitrag über die wichtigsten Ergebnisse des Treffens finden Sie in unserer Märzausgabe. Die Zusammenarbeit von Sport und Zucht ist ein zentrales Thema in der Pferdeszene, gerade in einem kleinen Land wie Österreich sind alle aufgerufen, ihre Kräfte zu bündeln und an einem Strang zu ziehen. Auch medial. Eines von überschaubaren zwei österreichischen Print-Fachmedien – nämlich die Pferderevue – nicht zur Diskussion einzuladen, sei wenig zukunftsweisend und auch vermarktungstechnisch etwas ungeschickt, fand denn auch Moderatorin Ruth Büchlmann. Worin ihr etliche zustimmten. Wir dürfen also hoffen, dass wir bei der nächsten Arbeitssitzung auch aufgefordert werden, einen Beitrag zur Meinungsvielfalt und deren Verbreitung zu leisten.
Apropos Zucht und Meinungsvielfalt: Meist braucht es mindestens zwei, um unterschiedlicher Meinung zu sein, manchmal genügt aber schon einer. So geriet der Verein der Warmblutpferdezüchter des Landes Salzburg quasi mit sich selbst in Uneinigkeit und meinte zunächst, etwas kritisieren zu müssen (in Pferderevue 11/2010), was dann aber doch nicht kritikwürdig schien (in Pferderevue 2/2011). Böse Zungen behaupten, dass der Sinneswandel nicht ganz ohne Anstoß von außen bzw. oben vonstatten ging. Und dass Meinung eins nicht ganz so falsch war. Aber das sind nur Gerüchte, mit seinem Namen zu unterschreiben traut sich das niemand.
Um Meinungsvielfalt und Kritik zuzulassen bzw. sich konstruktiv damit auseinanderzusetzen, braucht es Offenheit – und ein Servicedenken, das manchen Bereichen der österreichischen Zucht offensichtlich abgeht. Nicht nur der Umgang mit der Pferderevue spricht dafür, sondern auch der Umgang mit Kritik aus den eigenen Reihen. Schade, die österreichischen Pferdezüchterinnen und -züchter hätten sich verdient, dass ihre Anmerkungen gehört werden. Solange jemand Kritik äußert, ist er mit dem Herzen dabei. Verbietet man Kritik, verliert man zuerst die Herzen der Menschen – und dann die Menschen.

Herzlichst,

Eva Morawetz
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