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02.08.2012

Olympia-Dressur als Nervenprüfung

Die Nerven lagen am ersten Tag der Olympischen Dressurbewerbe bei fast allen Teilnehmern blank und kaum ein Paar blieb im Grand Prix fehlerfrei. In Führung liegen derzeit die Briten Carl Hester (Uthopia) und Laura Bechtolsheimer (Mistral Hojris). Einen ausgezeichneten Start hatte aber auch die deutsche Mannschaft mit einem Bilderbuchritt von Dorothee Schneider auf Diva Royal.

Mit 77,72 Prozent im Grand Prix sorgten der Brite Carl Hester und Uthopia für die Höchstnote am Eröffnungstag der Dressurbewerbe. © Kit Houghton / FEI
Mit 77,72 Prozent im Grand Prix sorgten der Brite Carl Hester und Uthopia für die Höchstnote am Eröffnungstag der Dressurbewerbe.
© Kit Houghton / FEI
Selbst ein Carl Hester spürte die Anspannung im Stadion, aber es war trotzdem ein Genuss ihm mit einem wieder gut in Schuss befindlichen Uthopia zuzusehen. Kein Schlagen mit dem Schweif, losgelassen und entspannt gingen die beiden durch die Lektionen, wäre da nicht die Galoppverstärkung gewesen, die nicht zur vollsten Zufriedenheit gelang. Aber Hester lässt über seinen elfjährigen Hengst nichts kommen: „Er ist das coolste Pferd hier. Wenn ich sage go, dann geht er, wenn ich sage stop, dann bleibt er stehen. Er ist wie ein Computer mit Fell!“
Es war kein fehlerfreier Ritt, aber wie immer ein höchst ansprechender. Carl Hester und Uthopia können zufrieden sein. © Pferderevue
Es war kein fehlerfreier Ritt, aber wie immer ein höchst ansprechender. Carl Hester und Uthopia können zufrieden sein.
© Pferderevue
Der deutschen Teamreiterin Dorothee Schneider gelang im Sattel von Diva Royal ein schöner Ritt, der mit 76,277 Prozent (die neue persönliche Bestmarke der Deutschen) und dem dritten Zwischenrang belohnt wurde. © Kit Houghton / FEI
Der deutschen Teamreiterin Dorothee Schneider gelang im Sattel von Diva Royal ein schöner Ritt, der mit 76,277 Prozent (die neue persönliche Bestmarke der Deutschen) und dem dritten Zwischenrang belohnt wurde.
© Kit Houghton / FEI
Machte einen tollen Job: Diva Royal. © Pferderevue
Machte einen tollen Job: Diva Royal.
© Pferderevue
Deutschlands Dressurtrainer Jonny Hilberath strahlte auch über das ganze Gesicht: „Alles was wir uns mit der Mannschaft für den ersten Tag vorgenommen haben ist aufgegangen.“ Denn Dorothee Schneider machte einen wirklichen guten Job und viele hatten die deutsche Olympiadebütantin vor Laura Bechtolsheimer gesehen.
Olympia 2012: Laura Bechtolsheimer und Mistral Hojris im Grand Prix © Kit Houghton / FEI
© Kit Houghton / FEI
Denn deren Mistral Hojris wechselte mehrmals im verstärkten Galopp und auch die Einerwechsel überzeugten nicht. Zwar riss Bechtolsheimer nach ihrem Ritt noch freudig zum Jubel die Arme in die Höhe, doch als die Punkte kamen, wich das Lachen den Sorgenfalten. 76, 83 Prozent erhielt die aktuelle Nummer zwei der Welt für ihren Auftritt - eine Wertung, mit der die junge Britin scheinbar so gar nicht gerechnet hatte. "Das ist eine ziemlich niedrige Wertung dafür, wie Alf (Mistral Hojris) läuft. Nicht gerade das, was für einen guten Start in der Teamwertung gebrauchen können", sagte sie später im Interview. Ich bin enttäuscht."
Gar keine leichte Zeit durchlebt in London Anky van Grunsven, die Olympiasiegerin von Hong Kong. Ihr Gatte und Trainer Sjef Janssen erkrankte an schwerer Grippe und das nach einer Tumoroperation im letzten November: „Das ist das erste Mal in meinen sieben Olympischen Spielen, dass er mir nicht zuschauen kann!“ Ihr Ritt mit dem mittlerweile 18-jährigen Salinero konnte sich dennoch sehen lassen. Morgen geht es mit der zweiten Hälfte des 50-er-Feldes weiter, dann steht auch fest, ob sich die zwei Österreicherinnen für den Grand Prix Special qualifiziert haben.
Feudaler Rahmen für Reiterparty. © Ernst Kopica
Feudaler Rahmen für Reiterparty.
© Ernst Kopica

Partytime vor der Dressur

Eine riesige Pferde-Party gab es am Mittwochabend im Austrian House Tyrol beim altehrwürdigen London Tower. Schon vor dem Eingang zum Trinity-House, das für die Dauer der Spiele vom ÖOC angemietet wurde, herrschte enormer Trubel: Ein riesiger Biergarten mit kulinarischen österreichischen Spezialitäten wartet auf die Laufkundschaft, Engländer mischen sich mit Touristen und österreichischen Schlachtenbummlern. Die rot-weiß-roten Hostessen brachten mich dann ins Obergeschoß, wo ÖPS-Präsidentin Elisabeth Max-Theurer rund 100 Gäste erwartete. Und fast alle waren gekommen, angeführt von ÖOC-Präsidenten Karl Stoss mit seinem Generalsekretär Peter Mennel, sein Vorgänger Leo Wallner sowie ÖSV-Chef Peter Schröcksnadel. Den ÖPS vertraten Ing. Franz Kager und Claudia Möller, Richard Schmitz vom Wiener Verband landete erst eine Stunde zuvor in Heathrow und hatte nicht gerade den flottesten Taxifahrer erwischt und scherzte: „Das ist nett, dass ihr mit dem Essen auf mich gewartet habt!“


Die beiden Olympiareiterinnen Vici Max-Theurer und Renate Voglsang wurden von Rainer Pariasek gleich ins nebenan befindliche ORF-Studio entführt, FEI-Urgestein Pedro Cebulka, der mit seinen originellen Outfits am Einritt immer für ein Schmunzeln sorgt (36 Jahre macht er dieses Geschäft übrigens schon) war sich über seine heurige Kleiderwahl noch ungewiss, der Kilt ist jedenfalls im Gepäck. Später sorgte der in Kanada lebende Allrounder zu Polkaklängen für eine musikalische Einlage. Am Journalistentisch fanden sich Michael Roscher (ORF), Krone-Sport-Adabei Robert Sommer, das ZDF-Reitsport-Duo Kristin Otto und Gert Hermann sowie „The Voice“ Christian Plettenberg. Auch Olympiaseelsorger Bernhard Maier ließ sich das Lammfleisch und den Kaiserschmarren schmecken und erzählte mir, dass er fast zur Stallarbeit gekommen wäre. Bei der Einkleidung in Wien bekam er nämlich die Sachen seines ebenfalls akkreditierten Namensvetters aus dem Team von Harald Ambros ausgehändigt – mit dem Schild „Pferdepfleger“. Für ÖPS-Fotografen Michael Rzepa, dessen Fotos aus dem Gelände doppelt bewundernswert waren, da ihn eine Nagelbettentzündung plagt, gab es also ein reichhaltiges Betätigungsfeld. Selbst Clemens Doppler und Alexander Horst, die österreichische Beachvolleyballer, die sich bisher so toll schlagen, fanden einen Tag vor ihrem Entscheidungsspiel um den Aufstieg ins Achtelfinale den Weg zu den Reitern ins Trinity-Haus. Nur über die Qualität der Cocktails, die an der Bar serviert wurden und die Namen der Dressurpferde Augustin und Mon Cherie trugen, kann ich leider nicht berichten.


Am Tisch von Renate Voglsang herrschte hingegen Familienstimmung. Beide Eltern waren mit nach London gekommen, Mama Voglsang kann den Erfolg ihrer Tochter gar nicht richtig realisieren: „Ich fürchte immer, dass ich aufwache und alles ist nicht wahr. Ich muss auch gestehen, dass ich sogar auf Wallfahrt zur Leonhardikapelle in der Nähe von Bad Tölz war,“ bekannte sie ganz bescheiden. Auch Karl Schweighofer plauderte aus der Schule. Der Tierarzt von Fabriano gehörte lange dem bayrischen Springreiterkader an und kennt den Spitzensport in allen Schattierungen. Eindeutig ist sein Bekenntnis zu pferdegerechten Ausbildungsmethoden: „Natürlich kann ich mit Barren oder unerlaubten Mitteln noch das Letzte aus den Pferden heraus holen, aber solche Sachen kommen für mich einfach nicht in Frage!“ Ein genauso sympathisches Statement wie jenes von Voglsang, dass sie selbst mit dem Hänger Fabriano nach London gebracht hat – selbst ist die Frau!


Weniger pferdegerecht hingegen sind die Bilder, die man nach den ersten Trainingseinheiten von Patrick Kittel bei Olympia im Internet fand. Der Schwede „rollkurte“ seinen Scandic in einer Art und Weise, dass es zum Fürchten war. In den nächsten Tag sind schönere Szenen gefragt!
Biergarten vor Trinity-House. © Ernst Kopica
Biergarten vor Trinity-House.
© Ernst Kopica
Victoria Max-Theurer mit Florian Gosch im Interview. © Ernst Kopica
Victoria Max-Theurer mit Florian Gosch im Interview.
© Ernst Kopica
Powerfrau Renate Voglsang. © Ernst Kopica
Powerfrau Renate Voglsang.
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Der ÖPS in London: Franz Kager und Claudia Möller. © Ernst Kopica
Der ÖPS in London: Franz Kager und Claudia Möller.
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Kristin Otto und Wolfram Wittig (vorne), Michael Roscher, Gert Hermann und Gastgeberin Elisabeth Max-Theurer. © Ernst Kopica
Kristin Otto und Wolfram Wittig (vorne), Michael Roscher, Gert Hermann und Gastgeberin Elisabeth Max-Theurer.
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