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04.08.2012

Olympisches Springen: Ahlmann mit Problemen, Madden out

Einen wirklich fairen und flüssigen Parcours servierte Bob Ellis dem Starterfeld der olympischen Springreiter. Die meisten Favoriten und Medaillenanwärter sind weiterhin im Rennen, mit zwei Ausnahmen: Für Christian Ahlmann standen mit Codex One nach zwei Abwürfen, Verweigerung und Zeitfehlern 15 Punkte auf dem Konto, Beezie Madden musste überhaupt ausscheiden. Insgesamt gab es am ersten Tag nicht weniger als 32 fehlerfreie Ritte.

Große Probleme hatte Christian Ahlmann auf Codex One mit dem ersten Olympiaparcours. © Tomas Holcbecher
Große Probleme hatte Christian Ahlmann auf Codex One mit dem ersten Olympiaparcours.
© Tomas Holcbecher
Diese erste Prüfung war eigentlich nur zum Warmlaufen gedacht, denn das Reglement für Olympia lautet folgendermaßen: Im Eröffnungsspringen geht es nur um Fehler und nicht gegen die Zeit. Das Ergebnis des zweiten und dritten Tages zusammen ergibt dann die Endwertung für die Mannschaftsentscheidung, wobei die Punkte des ersten Tages für die Mannschaft nicht mitgenommen werden und nur für die Einzelqualifikation Belang haben. Insgesamt dürfen am zweiten Tag 60 der insgesamt 75 Reiter antreten. Die Medaillen in der Einzelkonkurrenz werden dann in den Runden 4 und 5 vergeben, wobei die besten 35 Paare nach Tag 3 an den Start gehen dürfen und (wichtig!) alle wieder bei Null Fehlern beginnen. Etwas kompliziert und verwirrend, da bei Europa- und Weltmeisterschaften auch immer wieder andere Bestimmungen gelten.


Für Ahlmann, der nach seiner Dopingaffäre von Hong Kong und langer Sperre dennoch in London antreten durfte, war die Olympiarückkehr alles andere als perfekt. Denn als sein Codex One in der Zweifachen stehen blieb, griff der Mann aus dem Ruhrgebiet auch noch zum Stock - kein schönes Bild! Er ritt dann den Parcours noch zu Ende, um die Mannschaft im Rennen zu halten. Schlimmer erwischte es Beezie Madden, deren Stute Via Volo zweimal verweigerte, womit auch ihr Traum vom Olympiasieg ausgeträumt war.

Auch die Springreiter müssen nach Stonehenge. © Pferderevue
Auch die Springreiter müssen nach Stonehenge.
© Pferderevue
Die 16-jährige US-Reiterin Reed Kessler ist die Jüngste, mit Cyrana hatte sie nur einen Zeitfehler. © Pferde Revue
Die 16-jährige US-Reiterin Reed Kessler ist die Jüngste, mit Cyrana hatte sie nur einen Zeitfehler.
© Pferde Revue
Leider konnte ich bisher noch keine Internetseite ausfindig machen, auf denen die Dressurfans die einzelnen Wertungsnoten in aller Ruhe nachlesen können. Keine Ahnung, ob das damit zusammenhängt, dass bei den Spielen nicht weniger als sieben Richter im Einsatz sind oder ob dies andere Gründe hat. Die zwei zusätzlichen Richterboxen stehen übrigens an der Schmalseite (also bei C) beim Einritt. Außerdem gibt es diesmal zusätzlich einen sogenannten Judging Suvervisory Panel, der offenkundige Bewertungsfehler korrigieren kann.


Somit mache ich mir halt wie in alten Zeiten während der Ritte live meine Aufzeichnungen. Einige Stunden nach Ende der Prüfung kann ich wenigstens im offiziellen MyInfo-System, welches den Journalisten (kostenpflichtig) zur Verfügung steht, die Noten überprüfen. Ganz interessant wie die wichtigsten Lektionen der beiden Österreicherinnen im Grand Prix vom Freitag im Durchschnitt von den Richtern Wim Ernes (NL), Jean-Michel Roudier (F), Leif Tornblad (DK), Gary Rockwell (US), Stephen Clarke (GB), Maribel Alonso (MEX) und Evi Eisenhardt (D) bewertet wurden. Hier eine komprimierte Darstellung mit Nummerierung der Lektionen, die erste Note steht für Fabriano (Renate Voglsang) und die zweite Note für Augustin (Victoria Max-Theurer):

(1) Grußaufstellung: 7.1 - 7.9
(3) Half pass rechts: 6.6 - 7.9
(4) Half pass links: 7.1 - 7.9
(5) Rückwärtsrichten: 7.2 - 7.4
(8) Piaffe: 6.7 - 7.0
(11) Verstärkter Schritt: 8.2 - 7.4
(12) Versammelter Schritt: 7.2 - 6.9
(18) Versammelter Galopp: 7.1 - 7.8
(19) Zweierwechsel: 6.6 - 7.4
(23) Einerwechsel: 6.3 - 3.7
(24) Pirouette links: 6.6 - 7.7
(26) Pirouette rechts: 6.9 - 6.9
(30) Piaffe: 6.4 - 7.3
(33) Halt: 7.1 - 8.0
Ein Trainer mit enormer Routine: Wolfram Wittig betreut Victoria Max-Theurer. © Pferderevue
Ein Trainer mit enormer Routine: Wolfram Wittig betreut Victoria Max-Theurer.
© Pferderevue
Mit den Noten halbwegs zufrieden war auch Wolfram Wittig. Bei den letzten Olympischen Spielen betreute er noch Isabell Werth, diesmal ist er im Betreuerteam unserer Victoria Max-Theurer. Seiner Meinung nach gingen die Punkte in Ordnung, denn „Dressur ist, was die Richter draus machen!“ Auch über seinen Schützling äußerte er sich nach dem Ritt sehr positiv: „Die verhauten Galoppwechsel gingen auf das Konto von Augustin, es fehlte so ein bisschen der Vorsprung, er machte nicht genügend Meter und wurde immer kürzer, dann kam es zwangsläufig zum Fehler. Mit Vici war ich aber sehr zufrieden, es waren zwar noch ein paar kleine atmosphärische Störungen und man merkte, dass er nicht so recht los läuft in den Verstärkungen. Das führt natürlich zu weniger Punkten, wenn man nicht voll zum ausreiten kommt. Ich denke aber, dass sie gelernt hat was auf sie im zweiten Test zukommt und sie wird mit Sicherheit darauf reagieren, damit das Ergebnis deutlich höher ausfällt. Denn auch Augustin wird jetzt das Stadion besser kennen, das ist nämlich schon ein Kessel in den man hinein reitet. Das kennt man ja aus dem Fußball, da ziehen auch viele den Kopf ein! Aber Vici machte das gut und hat ihn nicht überritten, denn dann hätte er vor der zweiten Prüfung sicher Bammel und das wäre das Schlimmste was uns passieren kann!“
Sonnenschein und fröhliche Minen beim Dressurteam: Mario (Pfleger von Augustin), Christoph von Daehne, Uschi Barth, Carmen Wittmer und Karl Schweighofer (v.l.n.r.). © Renate Voglsang
Sonnenschein und fröhliche Minen beim Dressurteam: Mario (Pfleger von Augustin), Christoph von Daehne, Uschi Barth, Carmen Wittmer und Karl Schweighofer (v.l.n.r.).
© Renate Voglsang
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