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22.10.2012

PETA erstattet Strafanzeige gegen Rath

Rollkur und isolierte Boxenhaft: Was vor wenigen Monaten zur Verurteilung einer Reiterin durch das deutsche Amtsgericht Starnberg führte, soll - wenn es nach der Tierrechtsorganisation PETA geht - auch bei Totilas-Reiter Matthias Rath zur Anwendung kommen.

Nach Kritik von Reiterkollegen und Fans am LDR-Training werden jetzt sogar die Tierschützer aktiv. Tierrechtsorganisation PETA erhebt Strafanzeige gegen die Totilas-Besitzer und seinen Reiter. © Tomas Holcbecher
Nach Kritik von Reiterkollegen und Fans am LDR-Training werden jetzt sogar die Tierschützer aktiv. Tierrechtsorganisation PETA erhebt Strafanzeige gegen die Totilas-Besitzer und seinen Reiter.
© Tomas Holcbecher
Konkret geht es PETA, einer internationalen Tierrechtsorganisation, die wegen ihrer kontroversen Kampagnen selbst häufig heftig in der Kritik steht, um die Haltung und das Training von Totilas, der seit 2010 im Besitz von Pferdezüchter Paul Schockemöhle und der ehemaligen Dressurreiterin Ann Kathrin Linsenhoff steht. Totilas, so der Vorwurf, müsse neben seinem Training den Großteil des Tages in der Box verbringen. Dem Hengst werde, um mögliche Verletzungen zu vermeiden, der Kontakt zu Artgenossen und eine freie, selbstgesteuerte Bewegung verwehrt. Zudem kritisieren die Tierschützer, dass Totilas mittels Rollkur trainiert werde.

Wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz hat PETA nun Strafanzeige gegen die Halter und den Reiter von Totilas erstattet. PETA fordert ein bundesweites Verbot der tierquälerischen Trainingsmethode. Aktuell haben Matthias Rath und der schwarze Millionenhengst im Stall ihres neuen Trainers, Sjef Janssen, Quartier bezogen. Der Niederländer gilt aufgrund seines LDR-Trainings als sehr umstritten in der Reiterwelt.

"Das Training mit der sogenannten Rollkur ist schmerzhaft und erniedrigend", sagt Dr. Davina Bruhn, Rechtsanwältin bei PETA. "Zusätzlich lebt Totilas nach unseren Informationen in isolierter Boxenhaltung. Die aus dem Training resultierenden physischen und psychischen Belastungen können so nicht ausgeglichen werden."

Im April dieses Jahres wurde eine deutsche Pferdehalterin wegen Einzelhaltung in Boxen, keiner freien Bewegung, blutigem Sporeneinsatz und Rollkurtraining zu 180 Tagessätzen à 150 Euro verurteilt. Ab 90 Tagessätzen gilt man als vorbestraft. Eine ähnliche Verurteilung ist im Fall Totilas wohl kaum zu erwarten – sonderlich positiv dürfte sich die Strafanzeige von PETA auf das angekratzte Image des Teams rund um den schwarzen Hengst allerdings auch nicht auswirken.

Der möglichen Strafanzeige sieht man zumindest bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gelassen entgegen. "Wir haben keine Veranlassung, uns mit der Klage auseinanderzusetzen. Wir haben eine klare Regelung in unserem Sport, daran müssen sich alle Beteiligten halten", sagte FN-Sprecherin Susanne Hennig gegenüber dem Sport-Informations-Dienst SID: "Wir werden jetzt abwarten, inwieweit die PETA den gerichtlichen Weg tatsächlich geht."  Bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main wurde der Eingang der Klage zunächst einmal nicht bestätigt.

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