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17.10.2016

Petition fordert einheitliches Messsystem zur Kontrolle von Sperr- und Nasenriemen

Um Bildern von zugeschnürten Pferdeköpfen auf Turnieren endgültig einen Riegel vorzuschieben, fordert eine jüngst lancierte Petition die Einführung eines einheitlichen Messsystems zur Kontrolle von Sperr- und Nasenriemen.

Leider keine Ausnahme: Studien zeigen, dass nur wenige Reiter Nasen- und Sperriemen ausreichend weit verschnallen. © Farmer - fotolia.com
Leider keine Ausnahme: Studien zeigen, dass nur wenige Reiter Nasen- und Sperriemen ausreichend weit verschnallen.
© Farmer - fotolia.com
Die Verschnallung von Sperr- und Nasenriemen am Pferdekopf gibt regelmäßig Anlass zu hitzigen Diskussionen und reichlich Kritik. Die bislang geltenden Regeln lassen immer wieder Raum für Interpretationen und Ungenauigkeiten. Insbesondere die bestens bekannte Zwei-Finger-Regel, wonach zwischen Nasenrücken und Nasen- bzw. Sperrriemen zwei Finger eines erwachsenen Menschen Platz finden müssen, wurde in den vergangenen Jahren zusehends aufgeweicht und neu interpretiert. Die Auswirkungen dieses Prozesses sind in den meisten Fällen negativ und gipfeln in bis zum Anschlag zugezurrten Lederriemen.

Dass ein zu enger Nasenriemen ganz eindeutig negative Auswirkungen auf ein Pferd hat, zeigte unlängst eine Studie aus den USA. Demnach führt ein derart eingeschürtes Pferdemaul zu einem signifikanten Anstieg der Herzschlages und zu einer erhöhten Augentemperatur - beides klare Anzeichen für erhöhten Stress beim Sportpartner. Und auch Durchblutungsstörungen und langfristige Schäden an Gewebe und Knochen sind nicht auszuschließen.

Relativ einfach und standardisiert ließe sich die Zwei-Finger-Regel durch Zuhilfenahme einer von der Internationalen Gesellschaft für Pferdewissenschaften (ISES) entwickelten Messschablone umsetzen. Unter den Nasenriemen geschoben und zeigt das kleine, grüne Plastikteil unmissverständlich an, ob die Verschnallung dem Reglement entspricht oder nicht

Auf Seiten des Weltreiterverbandes hält man bislang die Einführung einer solchen Messschablone für nicht notwendig. Gleichzeitig ortet man mögliche Probleme. Pferde könnten bei Wettkämpfen nervös sein und empfindlich auf die Schablone reagieren. Man sei deshalb der Meinung, dass die derzeit angewandte physische Überprüfung am sichersten und effektivsten ist, um sicherzustellen, dass Nasenriemen korrekt angepasst sind, sagte vor wenigen Monaten ein Sprecher der FEI gegenüber The Guardian. Zahlreiche Bilder von maximal angezogenen Nasenriemen sprechen jedoch eine andere Sprache.

Unabhängig von der Haltung des Weltreiterverbandes haben Landesverbände die Möglichkeit ihr eigenes Süppchen zu kochen und das nationale Reglement nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Diesen Vorteil will eine Petition nutzen, die sich für die Einführung eines einheitlichen Messsystems zur Überprüfung der Zwei-Finger-Regel bei Sperr- und Nasenriemen auf Turnieren in Deutschland einsetzt. Der Zeitpunkt dafür ist günstig gewählt, denn die Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO) der deutschen FN befindet sich derzeit in Überarbeitung. 2018 soll die neue LPO in Kraft treten.

Die Exekution der aktuell in der LPO verankerte Zwei-Finger-Regel bringe in der Praxis immer Probleme mit sich. So könne sie selbst bei korrekter Anwendung nie zu gleichen Ergebnissen kommen, was unter anderem in der Fingerdicke der kontrollierenden Personen begründet sei. Außerdem seien Ungenauigkeiten bei der Art der Messung in der Praxis Gang und Gäbe. Und nicht zuletzt bestünde bei der Zwei-Finger-Methode auch ein Verletzungsrisiko, wenn Pferde im Moment des Messvorganges den Kopf hochreißen und die Finger der Kontrolleure unter dem Nasenriemen eingeklemmt und gezerrt werden.

All diese Probleme könnten mittels eines standardisierten Messsystems gelöst werden, ist die Initiatorin der Petition, Anmke Wiedenroth, überzeugt. Gemessen werden sollte kurz vor dem Einreiten, um eine Nachjustierung der Riemen zu verhindern. Zudem solle es die Möglichkeit geben, freiwillig gänzlich auf ein Reithalfter zu verzichten.

Die Befürchtung, dass die Messschablone für zusätzliche Unruhe bei den Pferden sorgen könnte, sei leicht zu beheben, ist Wiedenroth überzeugt. „Macht man das Messinstrument allen Reitern zugänglich, könnte der Umgang damit mit den Pferden bereits zu Hause geübt werden und sollte somit kein Problem darstellen. Auch könnte so zum Beispiel in Reitschulen bereits das richtige Einstellen der Riemen gelehrt werden.“ ps

Wer die Petition unterstützen will, kann das hier tun.

ps
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