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26.02.2015

Petition für faire Bedingungen in Österreichs Pferdewirtschaft

Die immer strengere Auslegung der Gewerbeordnung schwebt wie ein Damoklesschwert über vielen landwirtschaftlichen Pferdeeinstellbetrieben in Österreich. In einer Online-Petition fordert die Zentrale Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Pferdezüchter nun eine entsprechende Anpassung, damit betroffene Betriebe auch weiterhin reelle Überlebenschancen haben.

Wird die Gewerbeordnung so umgesetzt, wie sie jetzt auf dem Papier steht, ist die österreichische Pferdewirtschaft akut in ihrer Existenz bedroht. © acceptfoto - fotolia.com
Wird die Gewerbeordnung so umgesetzt, wie sie jetzt auf dem Papier steht, ist die österreichische Pferdewirtschaft akut in ihrer Existenz bedroht. Mithilfe einer von der ZAP initiierten Petition soll den verantwortlichen Stellen die Brisanz des Themas verdeutlicht werden.
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Bundesweit sind etwa 5.000 Standorte landwirtschaftlicher Pferdeeinstellbetriebe durch das geltende und viele Jahrzehnte alte Gewerberecht bedroht. Die Problematik ist bereits bekannt: War die Pferdehaltung früher reiner landwirtschaftlicher Nebenerwerb, ist sie heute oft den anderen Betriebszweigen nicht mehr wirtschaftlich untergeordnet. In einem solchen Fall ist der Betrieb laut Gewerbeordnung nicht mehr als landwirtschaftlicher Betrieb sondern als Gewerbebetrieb einzustufen.

Das stellt landwirtschaftliche Einstellbetreiber allerdings vor schwerwiegende Probleme. So sind z. B. Gewerbebetriebe in einer Flächenwidmung Grünland nicht erlaubt, und somit viele bis dahin landwirtschaftlich geführte Ställe von einer Betriebssperre bedroht. Dieses Problem wird seit Jahren von Vertretern der Landwirtschaft und der Wirtschaft kontrovers diskutiert und man konnte sich bis jetzt zu keiner Einigung durchringen. Lediglich in Niederösterreich konnte auf Landesebene durch die Änderung des Raumordnungsgestzes zumindest eine Teillösung geschaffen werden.

Flächenschlüssel als angestrebte Lösung

Dass es auch anders geht, zeigen unsere EU-Nachbarländer: Dort definiert ein Flächenschlüssel, wie viele fremde Pferde ein landwirtschaftlicher Betrieb einstellen darf, um immer noch als Landwirtschaft zu gelten. Eine solche Regelung wird auch für Österreich angestrebt. Im Vorschlag der ZAP soll das Einstellen von Reittieren als Urproduktion gelten, wenn die eingestellten Reittiere im Umfang von nicht mehr als 2 Vieheinheiten pro ha reduzierter landwirtschaftlicher Nutzfläche des Betriebes gehalten werden. Dies solle bei einer Betriebsgröße bis zu 20 ha gelten, für jeden darüber hinaus gehenden ha wäre dann höchstens 1 Vieheinheit/ha die Grenze.

Viele Verlierer, keine Gewinner

Wird die Unterordnung des landwirtschaftlichen Nebengewerbes „Pensionspferdehaltung“ weiterhin immer rigider interpretiert – von einem ursprünglichen Verhältnis von 49 % zu 51 % hat sich das Verhältnis heute auf 25 % zu 75 % verschoben – kommt das einem Todesurteil für viele Einstellbetriebe gleich. Die Auswirkungen werden dann jedoch nicht nur die betroffenen Betriebe spüren, sondern die gesamte Österreichische Pferdewirtschaft. Weniger Einstellbetriebe bedeuten einen weiteren Anstieg der Einstellgebühren, damit weniger Pferde was in weiterer Folge in weniger Umsatz, Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in allen pferdebezogenen Branchen resultiert.

Im schlimmsten Fall bedeutet dies den Niedergang der heimischen Pferdewirtschaft - und er wird vor allem jene treffen die die breite Basis des Pferdesports in Österreich bilden: all die vielen FreizeitreiterInnen, für die ihre Pferde kein Luxusgut sind, sondern wesentlicher Teil einer sinnvollen Lebensgestaltung, für den sie auf vieles verzichten.

Der vollständigen Lösungsvorschlag der ZAP ist unter www.pferdezucht-austria. at abrufbar - ebenso wie die Petition, die auch die Pferderevue allen Pferdefreunden in Österreich dringend ans Herz legen möchte.

Hier geht's zu Petition.
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