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22.05.2015

Pferd bei hirnlosem Rettungsversuch getötet

Unglaublich: Weil sein Pferd in einem Graben feststeckte, versuchte ein Vorarlberger Landwirt es mit seinem Traktor und einer Schlinge um den Hals aus seiner misslichen Lage zu befreien. Und machte damit alles nur noch viel schlimmer.

© hhurma13 - Fotolia.com
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Ein unfassbarer Fall von Gedankenlosigkeit kostete jüngst ein Pferd im vorarlbergischen Lustenau das Leben. Wie vol.at berichtet, versuchte ein Landwirt sein in einem Graben festsitzendes Pferd zu befreien, indem er ihm einen Gurt um den Hals legte um es dann mit mithilfe eines Traktors herauszuziehen. Der völlig unsachgemäße Rettungsversuch kostete das Pferd schließlich das Leben. Wie jetzt bekannt wurde, erlitt es schwerste Verletzungen an der Halswirbelsäule und musste schließlich aufgrund einer Querschnittslähmung eingeschläfert werden. Der Landwirt wurde wegen Tierquälerei angezeigt. Besonders tragisch: Wie ein schockierendes Video zeigt, waren während der misslungenen „Rettungsaktion“ sowohl Polizeibeamte als auch Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort - doch offenbar hatte niemand eine Idee davon, wie man eine vernünftige Bergung einleitet.

Unwissen verbreitet in der Großtierrettung

Die Rettung eines großen Tieres wie dem Pferd ist häufig mit einem hohem Risiko verbunden – sowohl für das in eine Notlage geratene Pferd als auch die Bergemannschaft. Geschätzte 30 bis 40 Pferde werden jährlich in Österreich aus misslichen Lagen befreit, regelmäßig wird von in Güllegrüben oder Wasserschächten gestürzte, in Brücken eingebrochene oder in Gräben  steckengebliebenen Pferden berichtet. Nicht selten enden die gut gemeinten Rettungsversuche in einem Desaster mit Verletzungen bis hin zu Verlusten auf beiden Seiten.

Laut einer britischen Studie würden 83 % aller Tierbesitzer ihr Leben oder ihre Gesundheit für die Rettung ihrer Tiere riskieren. Doch der Wille allein reicht bei einer Großtierrettung nicht aus. Erst das nötige Wissen und die passende Ausrüstung machen eine sichere Bergung möglich. Und sie erfordert Weitblick. Denn in Notsituationen besteht die Gefahr, dass sich der Blickwinkel verengt, mögliche Alternativen bleiben unbeachtet. „Wenn ein Pferd irgendwo hineinfällt, tendiert man dazu, es auf dem gleichen Weg wieder herauszuholen. Was wenig sinnvoll ist, wenn zum Beispiel 200 Meter weiter eine Furt wäre, wo es rausgehen kann. Oder dass man Pferde in befestigten Gräben oder Schächten sofort aus diesem Loch herausholen muss oder will. Dabei ist es manchmal wesentlich einfacher, wenn man daneben mit dem Bagger runtergräbt – nachdem man das Pferd sediert hat – und die Stein- oder Betonwand zerstört, da man damit das Verletzungsrisiko beim Rausziehen vermeidet. Sehr selten besteht unmittelbare Lebensgefahr für das Pferd, meist hat man Zeit, die Bergung strategisch zu planen“, weiß Animal Rescue Spezialist Dr. Christoph Peterbauer.

Sicher helfen

Wer sich im Notfall richtig verhält erhöht die Chancen seines Pferdes auf eine sichere Rettung. Die wichtigsten Punkte im Überblick:
  • Ruhe bewahren, die Rettung soll strategisch geplant werden
  • Notruf absetzen (Feuerwehr 122, Rettung 144, Polizei 133): Was ist passiert? Wo ist es passiert? Sind Menschen verletzt? Sind Tiere verletzt/eingeklemmt? Können Fahrzeuge den Unfallort erreichen?
  • Ist bereits eine Tierärztin/ein Tierarzt verständigt? (Sedierung/Narkose erleichtert die Rettungsmaßnahmen, notwendige Behandlung kann rascher eingeleitet werden)
  • Schauplatz kontrollieren: Ruhe schaffen, Unfallstelle absperren, Leute fernhalten, Pferd beruhigen (ruhige Stimme, Futter)
  • Vor jeder Rettungsmaßnahme muss der Kopf des Pferdes fixiert werden (Halfter, Nothalfter).
  • Geeignete Schutzausru?stung tragen (Helm, Handschuhe, feste Schuhe)
  • Kein unnötiges Risiko auf sich nehmen: Kenntnis der eigenen Fähigkeiten, Unterstu?tzung abwarten (TierärztIn, ausgebildete Teams), kein Heldentum
  • Immer einen sicheren Ru?ckzugsweg offenhalten (nicht vor die Beine/unters Pferd geraten) und Platz schaffen
  • Niemals darf ein Tier freigelassen werden, ohne einen sicheren Ort der Verwahrung dafu?r zu haben; die Freilassung ist eine der gefährlichsten Aktionen bei Rettungen.
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