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25.05.2012

Pferde als Lebenshelfer

Auf dem Rücken der Pferde haben schon viele Menschen neuen Mut gewonnen, schwierige Lebenssituationen zu meistern. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel dafür ist Österreichs Para-Olympionike Pepo Puch.

Nach seinem schweren Unfall im Jahr 2008 halfen die Pferde dem ehemaligen Vielseitigkeitsreiter auf seinem Weg zurück in ein normales Leben. © Privat
Nach seinem schweren Unfall im Jahr 2008 halfen die Pferde dem ehemaligen Vielseitigkeitsreiter auf seinem Weg zurück in ein normales Leben.
© Privat
Liebe Leserin, lieber Leser,

Doch, wir denken uns eigentlich immer was dabei, wenn wir unsere Hefte planen. Aber manchmal ergeben sich Zusammenhänge, Querverbindungen zwischen Artikeln, die nicht von vorneherein beabsichtigt oder absehbar waren. So wie diesmal. Ab Seite 36 unseres Juni-Heftes beschäftigen wir uns mit den Vorzügen biologischer Fütterung, aber auch mit den Gefahren, die Kulturgräser mit hohen Energiegehalten für die Pferdegesundheit mit sich bringen. Und ab Seite 26 beleuchten wir das Thema Hufrehe, wobei u. a. zwei auslösende Erkrankungen – das Equine Cushing Syndrom und das Equine Metabolische Syndrom – eine wesentliche Rolle spielen. Und – erraten – bei beiden ist die Ernährung von großer Bedeutung.

Ebenfalls eine Querverbindung gibt es zwischen dem Porträt Ernst Bachingers, des scheidenden Leiters der Reitbahn der Spanischen Hofreitschule, und dem Interview mit Dr. Thomas Ritter, ist doch der deutsche Ausbildner und Buchautor stark von den Grundsätzen der Spanischen Hofreitschule geprägt. Beide erklären sich der klassischen Lehre verpflichtet, beide sind Eklektiker in dem Sinn, dass sie zwar die Tradition hochhalten, aber auch jeweils an die Situation sowie an Pferd und ReiterIn anpassen, indem sie zum Beispiel Erkenntnisse der Biomechanik (Dr. Ritter) bzw. des Dressursports (Bachinger) mit einfließen lassen. Tradition, die nicht von Zeit zu Zeit hinterfragt und neu belebt wird, droht in Formalismen zu erstarren.

Und dann gibt es Verbindungen, die erschließen sich nicht aus den Texten, sondern aus dem Kontext: Im Gespräch mit Ernst und Eva-Maria Bachinger kamen wir auch auf Pepo Puch zu sprechen, der soeben in Mannheim mit 80,667 % einen neuen Weltrekord aufgestellt hat (Seite 69). Als im Juli 2010 erstmals eine Österreichische Meisterschaft in der Para-Dressur ausgetragen wurde, war Eva Bachinger als Richterin dabei, und Ernst Bachinger als Zuschauer. Es war ein unglaublich berührender Moment, so beide, als der im Jahr 2008 schwer verunglückte Pepo Puch, zunächst vom Hals abwärts gelähmt, sich nach zwei Jahren wieder an die Spitze gekämpft hatte: Er gewann die Meisterschaft souverän. Pepo Puch in einem Interview im Schweizer Fernsehen aus dem September 2010 (http://tinyurl.com/6uylnar): „Vorher habe ich Pferde ausgebildet, jetzt bilden mich die Pferde aus. […] Das Pferd hilft mir jetzt, meine Entwicklung fortzuführen und zurück im normalen Leben zu sein.“ Wenn Pepo Puch im August bei den Paralympics in London an den Start gehen wird, werden wir an ihn denken. Und daran, welche Wunder mit Pferden möglich werden.

Herzlichst,

Eva Morawetz