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20.10.2015

Pferde in Not: Tierheim Gut Riedenhof droht das Aus

Das Landestierheim Gut Riedenhof in Achau, das einzige in Niederösterreich, das auch Groß- und Nutztiere aufnehmen kann, steht vor dem Aus.

Eine überhöhte Stromrechnung droht die rund 200 Tiere auf Gut Riedenhof obdachlos zu machen. © Landestierheim Gut Riedenhof
Eine überhöhte Stromrechnung droht die rund 200 Tiere auf Gut Riedenhof obdachlos zu machen - ein Horrorszenario für die niederösterreichische Veterinärbehörde, die ohne das Landestierheim nicht wüsste, wohin es beschlagnahmte Nutztiere bringen sollte.
© Landestierheim Gut Riedenhof
Drei Millionen Euro aus eigenen Mitteln hat Evelyn Popp im Laufe von zehn Jahren in das Vorzeigeprojekt in Achau investiert, jetzt droht eine überhöhte Stromrechnung die zahlreichen Tiere – 200 Tiere unterschiedlichster Rassen werden hier betreut – obdachlos zu machen. „Wenn dieser Fall eintritt, hätten wir in Niederösterreich ein massives Problem“, so der Amtstierarzt von Mödling, Dr. Johannes Weiss, der derzeit versucht, bei den politisch Verantwortlichen ein Bewusstsein für die Situation zu schaffen. Denn der klingende Titel „Landestierheim“, der dem Gut Riedenhof im Jahr 2014 wegen seiner kompetenten, artgerechten und professionellen Führung verliehen wurde, bedeutet leider nicht, dass sich die öffentliche Hand hier engagieren würde. Anders als bei Kleintierheimen sieht das Gesetz für Tierheime für Nutztiere nämlich keine Subventionen vor. „Wir sind aber dringend auf diese Institution angewiesen, wir könnten sonst die Tiere, die wir beschlagnahmen müssen, weil sie schlecht gehalten werden, nirgendwo unterbringen. Insoferne leistet das Landestierheim Gut Riedenhof einen großen Dienst für die Allgemeinheit. Das ist der Politik aber noch zu wenig bewusst. Es wäre wünschenswert, dass dieses Tierheim auch in die Kategorie der unterstützten Tierheime aufgenommen wird. Dies wäre auch im Interesse der Veterinärbehörde“, so Weiss.

Stromrechnung drängt Tierheim in die Insolvenz

Zunächst einmal aber gilt es, die unmittelbare Gefahr der Insolvenz abzuwenden. Denn seit Juni 2014 stellt Wien Energie dem Tierheim monatlich 1789,20 Euro für Strom in Rechnung. Evelyn Popp: „Seit zehn Jahren haben wir eine monatliche Zahlung von rund 340 Euro und eine jährliche Nachzahlung von 200 bis 500 Euro. Im Juni 2014 erhielten wir plötzlich eine Nachzahlungsforderung von 24.000 Euro.“ Seitens des Tierheims vermutet man als Ursache für den hohen Stromverbrauch ein Leck in einer Leitung, das allerdings trotz mehrmaliger Suche nicht gefunden werden konnte. „Wir leben hier in einem alten Fabrikgebäude mit uralten Leitungen.“ Da das Areal abgerissen werden soll und Popp Ende 2016 ausziehen muss, wird auch nicht in neue Leitungen investiert.

Nach Auskunft von Wien Energie kam die hohe Jahresabrechnung von 2014 deswegen zustande, da in den Jahren 2012 und 2013 der Zähler nicht abgelesen werden konnte, so dass der Verbrauch nur berechnet wurde. Für das Ablesen des Zählers ist der Netzbetreiber, in diesem Fall die Wiener Netze GesmbH, zuständig. Im Jahr 2014 gab es dann ein böses Erwachen.

Wie auch immer sich der hohe Stromverbrauch erklärt, Tatsache ist, dass die Rechnung nun bezahlt werden muss. Wien Energie: „Wir haben die Zahlung eineinhalb Jahre lang gestundet, müssen jetzt aber eine Lösung finden, wie die offene Summe von mittlerweile 31.000 Euro sowie die laufenden Vorschreibungen beglichen werden können.“

Ein möglicher Ansatz wäre der Verkauf des Pferdetransporters des Tierheims. Popp: „Wir haben neben unserem Tierheim eine 24-Stunden-Tierrettung, wo wir für Groß- und Kleintiere fahren. Dafür haben wir unter anderem einen Vier-Pferde-LKW mit Wohneinheit. Schweren Herzens habe ich diesen zu Verkauf ausgeschrieben. Leider ist er noch nicht verkauft. Wir müssen die Pacht zahlen, Futter, Heu und Einstreu kaufen, die Tierarztrechnungen begleichen, die noch offenen Pferdepässe ausstellen lassen. Wir beherbergen zur Zeit nicht vermittelbare Tiere wie Ponys, Esel, Pferde, Schafe und Ziegen, Lamas, Alpakas, Katzen, Hunde, Hasen und verschiedene Rassen von Schweinen. An die 200 Tiere die von uns Menschen abhängig sind, würden ihren Lebensplatz verlieren, wenn wir aufgeben müssen.“

Bitte helfen Sie! Wenn Sie das Landestierheim Gut Riedenhof unterstützen möchten, finden Sie hier Informationen, wie dies auf einfachem Weg möglich ist.
 
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