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10.02.2016

Pferde wissen, wann wir wütend sind

Unser Gesichtsausdruck verrät viel über unsere Stimmung. Wer grimmig guckt, ist selten gut drauf. Dass auch Pferde allein an unserer Mimik erkennen können, dass mit uns nicht gut Kirschen essen ist, wurde nun erstmals wissenschaftlich belegt.

Pferde können nicht nur die Mimik ihrerer Artgenossen lesen sondern auch die des Menschen deuten. © www.slawik.com
Pferde können nicht nur die Mimik ihrerer Artgenossen lesen sondern auch die des Menschen deuten.
© www.slawik.com
Pferde sind hervorragende Beobachter. Sie nehmen selbst kleinste Veränderungen in Mimik und Körpersprache ihrer Artgenossen wahr. Doch sie wissen auch, wie wir Menschen ticken. Ihr Vermögen, unsere Körpersprache zu deuten, machen sich Pferdetrainer und Reiter seit langem in der Kommunikation mit dem Freizeit- und Sportpartner zunutze. Diese Fähigkeit geht jedoch weiter, als uns bisher bewusst war.

Britische Forscher haben herausgefunden, dass Pferde in der Lage sind auch unsere Gesichtsausdrücke zu erfassen und zu interpretieren. In einem Versucht prüften Amy Smith und ihre Kolleginnen von der University of Sussex 28 Pferde auf ihre menschlichen Mimikkenntnisse hin. Dazu wurden die Pferde in eine Reithalle geführt, wo ihnen ein Foto eines ihnen unbekannten lächelnden Gesichts oder eines Bildes der gleichen Person mit wütendem Ausdruck gezeigt wurde. Die Wissenschaftlerinnen beobachteten die Reaktion der Pferde und maßen ihren Herzschlag. Sie selbst wussten während dieses Vorganges nicht, welches Foto dem Pferd gerade präsentiert wurde.

Mimikerkennung als Warnsystem

Das Ergebnis fiel überraschend klar aus: „Vor allem die Reaktion auf die Bilder mit zorniger Mimik waren eindeutig“, berichtet Smith. „Die Pulsfrequenz stieg und die Pferde bewegten ihren Kopf, um die wütenden Gesichter mit ihrem linken Auge zu mustern.“

In diesem Verhalten gleichen Pferde einem anderen treuen Weggefährten des Menschen. Auch Hunde neigen dazu negative, potenziell bedrohliche Reize vor allem mit ihrem linken Auge zu untersuchen. Die Forscher nehmen an, dass die Information auf diese Weise direkt in die rechte Gehirnhälfte aufgenommen und dort verarbeitet wird.

Auf die freundlichen Gesichter reagierten die Pferde im Test übrigens kaum. Einen Grund dafür sehen Smith und ihre Kollegen darin, dass es für die Tiere wichtiger sei, potenzielle Bedrohungen in ihrer Umwelt zu erkennen. „In diesem Zusammenhang fungiert das Erkennen von wütenden Gesichtern als eine Art Warnsystem. Es bereitet die Pferde darauf vor, sich auf mögliches negatives Verhalten des Menschen einzustellen.“
 

Erstmals bewiesen

Für Smith belegt die Reaktion der Pferde eindeutig, dass sie in der Lage sind auch über die Artgrenze hinaus Emotionen erkennen zu können. „Wir wissen seit langem, dass Pferde über ein komplexes Sozialverhalten verfügen, aber dies ist der erste Nachweis, dass sie auch in der Lage sind zwischen positiven und negativen menschlichen Gesichtsausdrücken zu unterscheiden.“

Was die Pferde dazu befähigt unsere Mimik verstehen, ist bislang noch nicht eindeutig geklärt. Die Forscher nehmen an, dass sie das allgemeine gute Beobachtungsgabe für ihre Artgenossen mit der Domestikation auch auf den Menschen übertragen haben. „Es könnte aber auch sein, dass die Pferde im Laufe ihres Lebens und durch eigene Erfahrungen gelernt haben, unsere Gesichtsausdrücke zu interpretieren“, meint Seniorautorin Karen McComb.

Die Studie "Functionally relevant responses to human facial expressions of emotion in the domestic horse (Equus caballus)" von Amy Victoria Smith, Leanne Proops, Kate Grounds, Jennifer Wathan, Karen McComb wurde am 10. Februar 2016 im Wissenschaftsmagazin Biology Letters veröffentlicht.

Quelle
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