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29.09.2011

Pferde, welch unergründliche Wesen

Haben Sie auch manchmal Schwierigkeiten Ihr Pferd zu verstehen? Seien Sie getröstet: Sie sind nicht allein!

RI 201109 © Shutterstock
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Drei Monate war das Fohlen meiner Kollegin auf der Fohlenweide. Dann kehrte es frühzeitig nach Hause zurück, weil es sich mit einem Dornbusch angelegt und der Dornbusch gewonnen hatte. Das wehrhafte Gesträuch war allerdings noch harmlos gegen das, was folgte: Mutter Caprice, Tante Tinkerbelle und Onkel Fritzi fielen über das Jungpferd her, als gälte es, ihr Reich gegen die eindringenden Hunnen zu verteidigen. Drei Tage lang musste die Kollegin Cadiz’ Leib und Leben mit Schaufel und Besen gegen die fehlgeleitete Meute verteidigen, bis endlich – „aha, das ist ja mein eigen Fleisch und Blut!“ – so etwas wie Wiedererkennen in den Pferdehirnen dämmerte.

Sie war also auf das Schlimmste gefasst, als sie wenige Tage später Fritzi in seinen neuen Stall übersiedelte. Mit zwei Longierpeitschen bewaffnet verfolgten alte und neue Besitzerin das erste Aufeinandertreffen von Alteingesessenen und Neuankömmling, gefasst auf großes Geschrei und blutige Nasen. Und dann passierte – nichts. Höflich wurde der Neue mit dem Paddock bekannt gemacht – „schau, da ist das Klo – und dort gibt’s Heu“ –, dann gingen die Herren auf einen gemeinsamen Schluck aus der Wassertonne. Als es zu tröpfeln begann, drängten sie sich friedlich im Stalleingang zusammen, Bauch an Bauch. Individualdistanz? Nie gehört. Integrationsphase? Was ist das? Das in 25 Jahren zusammengepuzzelte Pferdebild der Kollegin ist seither etwas ins Wanken geraten, um nicht zu sagen: nachhaltig erschüttert. Ich habe einen leisen Verdacht: Das haben die Viecher mit voller Absicht gemacht!
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