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18.04.2013

Pferdefleischskandal: EU-Kommission präsentiert Ergebnisse

Anlässlich des Pferdefleischskandals wurden in den vergangenen Monaten tausende Produkte auf nicht deklarierte Pferde-DNA hin untersucht. Am Dienstag veröffentlichte die Europäische Kommission nun die Resultate der europaweiten Testkampagne. Das Ergebnis: Jedes 20. Fertigprodukt enthielt Pferd.

Im EU-Durchschnitt enthielt jedes 20. Fertigprodukt wie Fleischbällchen, Burger, Lasagne oder Tortellini nicht deklarierte Pferde-DNA. Trauriger Spitzenreiter ist Frankreich. Hier wurden gar in jedem sechsten Produkt Spuren von Pferdefleisc © Anthony Leopold - fotolia.com
Im EU-Durchschnitt enthielt jedes 20. Fertigprodukt wie Fleischbällchen, Burger, Lasagne oder Tortellini nicht deklarierte Pferde-DNA. Trauriger Spitzenreiter ist Frankreich. Hier wurden gar in jedem sechsten Produkt Spuren von Pferdefleisch gefunden.
© Anthony Leopold - fotolia.com
Insgesamt wurden 7.259 Tests von den zuständigen Behörden der 27 EU-Mitgliedstaaten durchgeführt, davon 4.144 auf Pferde-DNA und 3.115 auf das im Pferdebereich häufig eingesetzte Schmerzmittel Phenylbutazon, das beim Menschen als krebserregend und zellschädigend gilt. Von dieser Gesamtzahl wiesen knappe fünf Prozent (193 Tests) Spuren von Pferde-DNA auf, in 16 Proben (0,51 %) konnte Phenylbutazon nachgewiesen werden.

Vor allem der vergleichsweise geringe Anteil an Bute-Funden sorgt in der EU-Kommission für Erleichterung. Phenylbutazon ist für das blutbildende Knochenmark toxisch, und eine Exposition gegenüber dieser Substanz wurde mit aplastischer Anämie in Zusammenhang gebracht, einer seltenen aber schweren Blutkrankheit, bei der das Knochenmark nicht genügend neue Blutzellen bildet. Laut Schätzungen sind von einer aplastischen Anämie nur wenige, empfindliche Personen betroffen (etwa 1 von 30 000). Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verbraucher, der für aplastische Anämie anfällig ist, auch mit Phenylbutazon in Kontakt kommt, läge zwischen zwei zu einer Billion und eins zu einhundert Millionen, so das Fazit.

„Die veröffentlichten Ergebnisse bestätigen, dass es hier um Lebensmittelbetrug geht, die Lebensmittelsicherheit aber nicht betroffen ist“, teilte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg bei der Pressekonferenz am Dienstag mit. „Entscheidend für die europäische Wirtschaft ist jetzt, dass wir nach diesem Betrugsskandal das Vertrauen der Verbraucher und Handelspartner in Europa in unsere Lebensmittelkette wiederherstellen; schließlich ist die Lebensmittelindustrie der größte Wirtschaftssektor in der EU“, so Borg. In den kommenden Monaten werde die Kommission, ausgehend von den Lehren aus diesem Skandal, eine Verschärfung der Kontrollen entlang der gesamten Lebensmittelkette vorschlagen, hieß es weiter.

Jedes sechste Fertiggericht in Frankreich enthielt Pferd

Am meisten Pferdefleisch wurde den Konsumenten in Frankreich untergejubelt. Mehr als 13 Prozent der insgesamt 353 Proben lieferte ein positives Ergebnis, damit enthielt beinahe jedes sechste Fertigprodukt nicht deklarierte Pferde-DNA. Vergleichsweise harmlos präsentieren sich hingegen die Testergebnisse aus Österreich. Hier wurden unter 128 getesteten Produkten nur zwei falsch deklarierte Proben mit Pferdefleisch festgestellt.
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