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17.12.2013

Pferdefleischskandal 2.0

Wer meint, dass mit dem Pferdefleischskandal, der vor einigen Monaten ganz Europa erschütterte, bereits der Gipfel der Geschmacklosigkeit erreicht wäre, der irrt. Es geht noch grausiger. Jüngsten Medienberichten zufolge, könnten in den vergangenen Jahren hunderte französische Pferde aus der Pharmaforschung illegal in die Lebensmittelkette gelangt sein.

In Frankreich soll Fleisch von Pferden, die in der Pharmaindustrie zur Herstellung von Medikamenten genutzt wurden, als Lebensmittel verkauft worden sein. © eddy02 - Fotolia.com
Erst Pferde anstatt Rind in Lasagne, Burger und Co und jetzt das: Neuesten Ermittlungen zufolge soll in Frankreich Fleisch von Pferden, die in der Pharmaindustrie zur Herstellung von Medikamenten genutzt wurden, als Lebensmittel verkauft worden sein.
© eddy02 - Fotolia.com
Konkret soll es sich dabei um Tiere handeln, die von Pharmafirmen zur Herstellung von Antikörpern gegen Tollwut und Tetanus sowie zur Erzeugung von Gegengiften bei Schlangenbissen genutzt worden waren. Die Tiere aus der Serumproduktion gelten zwar als gesund, ihr Fleisch sei aber nicht für den menschlichen Verzehr zugelassen, so ein Sprecher eines betroffenen Pharmakonzerns. Hunderte solcher Pferde sind in den vergangenen Jahren für wenig Geld an Händler veräußert worden. Nun besteht der Verdacht, dass diese Tiere durch Fälschung von Veterinärdokumenten vorsätzlich als Schlachttiere für die Fleischgewinnung deklariert wurden und so in die Lebensmittelkette gelangt seien.

Bei einer am Montag durchgeführten Großrazzia im Süden Frankreichs wurden in diesem Zusammenhang 21 Verdächtige festgenommen. Darunter neben dem mutmaßlichen Drahtzieher des Betrugs auch Händler, Fleischproduzenten und Tierärzte.

Weitere Nachforschungen ergaben, dass offenbar auch Privatpferde aus Reitställen illegal ein Ende auf dem Schlachthof gefunden haben, obwohl sie nicht als Schlachtpferde deklariert waren: „Es gab das Pferd aus Privatbesitz in einem Reitstall, das (...) im Schlachthof endete, obwohl es mit Medikamenten behandelt worden und damit nicht mehr für den Konsum geeignet war“, sagte ein Ermittler. Für den Verbraucher gebe es nicht automatisch ein Risiko. „Aber auf jeden Fall hätten die Tiere nie auf dem Teller landen dürfen.“

Der jüngste Skandal ist ein neuerlicher schwerer Schlag für die französische Fleischindustrie nachdem Anfang des Jahres in Tiefkühlgerichten in ganz Europa als Rindfleisch deklariertes Pferdefleisch entdeckt worden war. Schon damals stand ein südfranzösischer Fleischzulieferer im Zentrum der illegalen Machenschaften.

Quelle
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