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31.07.2014

Pferdehaltung vielerorts immer noch mangelhaft

Anlässlich des 55-jährigen Jubiläums des Pferdeschutzverbandes zieht Obmann Manfred Lottes Bilanz über Österreichs Pferdehaltung und über Wissen und Unwissen heimischer Pferdebesitzer.

Trotz des umfassenden Informationsangebotes, das via Fachliteratur und Internet zur Verfügung steht, erreichen den Österreichischen Pferdeschutzverband fast täglich Meldungen über schlechte Pferdehaltung. © Christophe Fouquin - fotolia.com
Trotz des umfassenden Informationsangebotes, das via Fachzeitschriften, Internet und Fachliteratur zur Verfügung steht, erreichen den Österreichischen Pferdeschutzverband auch heute noch fast täglich Meldungen über schlechte und mangelhafte Pferdehaltung.
© Christophe Fouquin - fotolia.com
Seit seiner Gründung im Jahr 1959 versteht sich der Österreichische Pferdeschutzverband als Anwalt der Pferde.  Im Zuge von 55 Jahren im Dienste der großen, sanften Vierbeiner, hat Obmann Manfred Lottes viel Tierleid miterleben müssen. Trotz des umfassenden Informationsangebotes, das via Fachzeitschriften, Internet und Fachliteratur zur Verfügung steht, erreichen den Verband auch heute noch fast täglich Meldungen über schlechte und mangelhafte Pferdehaltung nebst Anfragen betreffend Tierschutzgesetz und dergleichen. Für Lottes ein Beweis, dass die Aktivitäten für den Pferdeschutz notwendiger denn je sind. "Die einlangenden Meldungen über nicht gesetzeskonforme Haltungen sind vermutlich nur die sprichwörtliche Spitze des Eisberges. Die Vorstellung der Anzahl der Haltungen, wo wirklich Handlungsbedarf besteht, dürfte ernüchternd sein“, befürchtet der Wiener.  Grundsätzlich habe Österreich ein gutes und umfangreiches Tierschutzgesetz mit den auf die jeweilige Tierart bezogenen Mindestanforderungen an die Haltung. Dennoch gäbe es immer wieder Probleme mit dem Vollzug. „Leider legen die Behörden nicht immer das Engagement an den Tag, das notwendig wäre, um Missstände zu beseitigen“, kritisiert der Obmann.  

Auch in puncto Aufklärungsarbeit sieht Lottes Handlungsbedarf: „Es ist erstaunlich, dass das Wissen über die Pferde und deren Bedürfnisse oft, wenn überhaupt, nur sehr fragmentarisch vorhanden ist. Viele Probleme in der Pferdehaltung könnten vermieden werden bei entsprechender Ausbildung für Pferdebesitzer, Stallbetreiber usw.“

Pferdekauf muss wohl überlegt sein

Vielen angehenden Pferdehaltern sei oft gar nicht klar, welche Anforderungen der Besitz eines Pferdes mit sich bringt, ist Lottes überzeugt. Vor allem die Tatsache, dass Pferde bei guter Haltung 30 und mehr Jahre alt werden können und auch nach ihrer Karriere als Reitpferd angemessener Unterbringung und Pflege bedürfen, würden viele nicht bedenken. „Jedem Interessenten muss klar sein, dass ein Pferd in bedarfsgerechter Haltung und Versorgung einen entsprechenden Aufwand darstellt. Die Billigschiene geht meist zu Lasten der Tiere. Daher ist es vor allen Dingen notwendig, dass ein eigenes Pferd gut überlegt sein muss. Wenn man mit dem eigenen Haushalt nicht zu Recht kommt und eine größere Tierarztrechnung schon beinahe den Konkurs bedeutet, so ist das Pferd nicht in guten Händen,“ mahnt der Wiener.

Kaum Spendebereitschaft

Obwohl es in der Bevölkerung viel Sympathie für Pferde gibt, sei  besonders die Spendenfreudigkeit für den Pferdeschutz mehr als zurückhaltend, weiß Manfred Lottes aus Erfahrung. „Im Grunde genommen interessieren Pferde in Not nur wenige Menschen. Es ist seltsam, dass gerade jene Menschen, die ständig Umgang mit Pferden pflegen, kein Interesse für unsere Pferdeschutztätigkeit zeigen. Laut Statistik Austria gibt es 1.322 Reitsportvereine mit insgesamt 40.438 Mitgliedern. Und vermutlich gib es noch eine erhebliche Anzahl von nichtorganisierten Pferdeleuten. Von denen haben wir  im wahrsten Sinn des Wortes nur eine Handvoll in unserer Spenderdatei.“

Auch wenn die Tierschutzarbeit mit vielen Rückschlägen und Unbill verbunden ist, sieht der Obmann des Pferdeschutzverbandes mit Sitz in Wien sie doch als Pflicht, die der Menschlichkeit geschuldet ist. Und schließlich gäben die gelegentlichen Erfolge durchaus auch ein befriedigendes Gefühl und bestätigten und rechtfertigten die Mühen des Einsatzes.
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