Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
09.01.2014

Pferdekrise in Irland: Bauernvereinigung fordert Rettung durch Massentötung

Irland ist bekannt für schnelle, teure Pferde. Doch seit der anhaltenden Wirtschaftskrise, die die grüne Insel und ihre Bewohner seit Jahren beutelt, sind die einstigen Statussymbole zu lästigen Kostenfressen verkommen, die nur allzu oft einfach ausgesetzt oder entsorgt werden. Als einzigen Weg aus dieser Misere schlägt eine irische Bauernvereinigung die Schlachtung von 18.000 Tieren vor.

Einst waren sie Statussymbole, doch seit der irischen Wirtschaftskrise werden Pferde immer häufiger einfach sich selbst überlassen. © Patryk Kosmider - fotolia.com
Einst waren sie Statussymbole, doch seit der irischen Wirtschaftskrise werden Pferde immer häufiger einfach sich selbst überlassen.
© Patryk Kosmider - fotolia.com
Damit reagierte der Interessensverband The United Farmers Association (UFA) auf die kontinuierliche Negierung der allgemeinen Pferdekrise des Landes durch den Agrarminister Simon Coveney. Sowohl Coveney als auch Staatssekretär Tom Hayes würden wider besseren Wissens stetig behaupten, dass eine solche Krise gar nicht existiere, beklagen ranghohe Mitglieder der Vereinigung. „Das lässt sich nur durch Arroganz oder völlige Geringschätzung für tausende kleine Züchter erklären, die seit jeher das Rückgrat der irischen Pferdezucht waren“, macht Bertie Wall, Präsident des Verbandes, seinem Ärger und Unverständnis gegenüber dem irischen Magazin The Journal Luft. Laut UFA stünde dieser Zweig der irischen Pferdeindustrie vor dem völligen Zusammenbruch. Schätzungen zufolge gäbe es für rund 25.000 Pferde keine Zukunft mehr. Für sie bestünde weder ein Markt noch wären ihre Besitzer finanziell in der Lage sie weiterhin durchzufüttern.  

Als direkte Auswirkung dieser Misere werden Pferde immer häufiger ausgesetzt oder in Mooren und auf Müllhalden einfach entsorgt. Tierschuztorganisationen sehen sich der enormen Zahl der Rettungsfälle nicht mehr gewachsen. Ihre Ställe seien zum Bersten gefüllt und die aufgenommenen Pferde ließen sich so gut wie nicht mehr vermitteln. Mitverantwortlich für die katastrophalen Zustände sei laut Wall aber auch die Einführung des Pferdepasses und die damit verbundene Festlegung ob ein Pferd geschlachtet werden darf oder nicht.

Weil es keine Möglichkeit gäbe, die Tiere an den Mann zu bringen, sieht die Bauernvereinigung nur einen Weg aus dem Dilemma: „Die Lösung für dieses Problem ist furchtbar traurig aber für uns vollkommen klar – bis zu 18.000 der geschätzten 25.000 nunmehr nutzlosen Pferde müssen geschlachtet werden“, ist Wall überzeugt. Ob ein Pferd tauglich für die Schlachtung und den anschließenden Verzehr sei, ließe sich mithilfe eines einfachen Bluttests herausfinden. Wall geht davon aus, dass ein Großteil der Tiere sein Ende auf einem der örtlichen Schalchtbetriebe finden und zur weiteren Verabreitung ins Ausland exportiert werden könne. Alle anderen, nicht zum Verzehr geeigneten Pferde, müssten unter humanen Bedingungen getötet und ordnungsgemäß von Tierkörperverwertungsanstalten entsorgt werden, so die Forderung.

Was auch immer die Lösung sei, sie müsse schnell gefunden werden, sagt Wall. „Das ist das erste Mal, dass dieser Bereich der Pferdewirtschaft um Hilfe bittet und diese dringend benötigt.“ Ob es wirklich zu der geforderten Massentötung der Tiere kommt, muss nun von der Regierung entschieden werden. Wall hat bereits um ein Gespräch mit den zuständigen Personen angesucht. Bisweilen gab es aber weder von Agrarminister Simon Coveney noch von Staatssekretär Tom Hayes einen Kommentar in dieser Angelegenheit.

Quelle
Servus TV AD ab 07.12.2017