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07.02.2017

Pferden sollen Impfstoffe zur Bekämpfung von Ebola liefern

Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der University of Queensland hat eine wirksame und kostengünstige Behandlungsmethode gegen Ebola entwickelt. Und Pferde spielen dabei die zentrale Rolle.

Tierarzt Blutabnahme © www.slawik.com
© www.slawik.com
Denn es sollen Antikörper eingesetzt werden, die von den Vierbeinern stammen. „Das ist eine kostengünstige Behandlungsmethode, die für afrikanische Entwicklungsländer interessant ist, die bereits Antiseren gegen Schlangengift produzieren“, ist Prof. Alexander Khromykh, Virologe und Mitglied des internationalen Forscherteams, überzeugt.

Dass Pferde als Lieferanten für Impfstoffe herhalten müssen, ist nicht neu. So setzt die moderne Pharmaindustrie etwa bei Diphterie, Tollwut oder Botulismus auf Immunseren, die mithilfe von Pferden gewonnen werden. Bereits seit über 100 Jahren werden Pferde zudem in Afrika für die Gewinnung von Antiseren gegen Schlangenbisse eingesetzt. Dazu wird den Tieren im Abstand von zehn Tagen Gift in hochverdünnter Form geimpft. Dieses regt das Immunsystem an Antikörper zu bilden. Einige Wochen später geht es dann zur Blutspende im Dienste des Menschen. Rund sechs Liter werden bei solchen Sitzung entnommen. Die derart gewonnenen Blutkonserven enthalten Antikörper gegen das jeweils verabreichte Schlangengift.

Nach diesem Vorbild soll künftig nun auch ein Imfpstoff gegen Ebola hergestellt werden. Der letzte Ausbruch der gefürchteten Viruserkrankung quälte zwischen 2014 und 2016 mehrere westafrikanische Staaten. 30.000 Menschen erkrankten, 11.000 starben. Die Seuche erreichte durch Reisende schließlich auch Menschen in Europa und in den USA. Der United Nations Medical Service in New York intensivierte daraufhin die Bemühungen, ein Mittel gegen Ebola zu entwickeln. Ein Ergebnis sind monoklonale Antikörper, mit denen Ebola-Infizierte in Großbritannien behandelt wurden.

Doch um Antikörper in großen Mengen herzustellen, sind hohe Investitionen nötig, so Khromykh. Weitaus preiswerter sei hingegen die Produktion von Antikörpern aus Pferden. Zudem wäre diese auch in Entwicklungsländern möglich, wie der Virologe betont. Professor Paul Young, Chemiker und Molekularbiologe an der University of Queensland, spricht von einem signifikanten Fortschritt bei der Behandlung von Seuchen. Die jetzt gefundene Methode lasse sich auch gegen andere gefährliche Krankheitserreger einsetzen.
Ebola ist eine lebensbedohliche Virusinfektion, die in 50 bis 80 Prozent der Erkrankungen tödlich endet. © Frederick A. Murphy
Ebola ist eine lebensbedohliche Virusinfektion, die in 50 bis 80 Prozent der Erkrankungen tödlich endet.
© Frederick A. Murphy

Tierleid für Menschenwohl

So erfreulich diese Entwicklungen für den Menschen zweifellos sind, für die Pferde haben sie freilich ihre Schattenseiten. Denn nicht selten bewegen sich die Zustände und Praktiken auf derartigen Blutfarmen außerhalb der Vorschriften. 2015 suchten Tierschützer zehn solcher Betriebe in Indien auf – und stießen dabei auf erschütternde Missstände. Die Inspektoren dokumentierten bei den Tieren physische und psychische Gesundheitsprobleme. Viele Pferde litten an Augenanomalien, Huferkrankungen, Unterernährung, Infektionen, Parasiten, offene Wunden und Schwellungen der Gliedmaßen. Auch waren etliche sterbende Tiere zu sehen.

PM/ps