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28.01.2013

Pferderevue pro Boxen-Einzelhaft? Mitnichten!

Damit hatten wir nicht gerechnet: Zum Artikel „Wenn Freiheit frech macht“ in der Jännerausgabe erreichten uns etliche Zuschriften empörter Leserinnen, die ihrem Unmut Luft machten. Offensichtlich wurde der Artikel so verstanden, als würden wir der Boxenhaltung in extremster Form das Wort reden, einem Leben ohne Sozialkontakte, ohne freie Bewegung, 23 Stunden eingesperrt und in allem auf den Menschen angewiesen…

Konsequent haben wir uns in den vergangenen Jahren für eine artgerechte Haltung stark gemacht - einen Sinneswandel haben wir auch mit der Jännerausgabe 2013 nicht vollzogen. © Verein e.motion
Konsequent haben wir uns in den vergangenen Jahren für eine artgerechte Haltung stark gemacht - einen Sinneswandel haben wir auch mit der Jännerausgabe 2013 nicht vollzogen.
© Verein e.motion
Wäre dem so, niemand wäre entsetzter als wir. Wir müssten verrückt geworden sein, um solches zu propagieren.

Konsequent haben wir uns in den vergangenen Jahren für eine artgerechte Haltung stark gemacht, nachzulesen auch in unserem Online-Archiv sämtlicher Pferderevue-Ausgaben seit 1990 (artgerechte Haltung: 3517 Einträge, Offenstall: 1113 Einträge, Laufstall: 239 Einträge, Gruppenhaltung: 112 Einträge, Bewegungsstall: 63 Einträge). Gemeinsam mit der Laufstall-Arbeitsgemeinschaft Austria haben wir in den Jahren 2011 und 2012 Österreichs artgerechte Pferdeställe prämiert. Und dann sollten wir plötzlich das genaue Gegenteil vertreten? Noch dazu durch einen Autor, der seine eigenen Pferde im Laufstall hält und sich seit Jahren mit Wort und Tat für artgerechte Haltung einsetzt? Irgendetwas war offensichtlich schrecklich schiefgegangen.

Lassen Sie uns daher nochmals ganz klar Position beziehen und eventuelle Missverständnisse ausräumen: Nirgendwo, in keiner Pferderevue, auch nicht in der Jännerausgabe 2013, steht, dass Pferde am besten in Einzelboxen ohne Sozialkontakte und freie Bewegungsmöglichkeit aufgehoben sind. Ganz im Gegenteil, der überwiegende Teil des Artikels zeigt auf, wie positiv sich die Haltung im Offenstall auf Pferde auswirkt. Darüber hatten wir auch schon zuvor mehrmals ausführlich berichtet. Diesmal sollte zusätzlich ein neuer Aspekt aufgezeigt werden: wie sich nämlich die veränderte Haltungsform auf die Pferd-Mensch-Beziehung auswirken kann. Und dass es in Einzelfällen eben zu gravierenden Problemen kommen kann. Nur als letzte Möglichkeit, wenn auch ein Training mit einem erfahrenen Ausbilder Vertrauen und Kooperation nicht wieder herstellen konnte, wird eine Übersiedlung in die durchaus vertretbare Haltungsform Paddockbox mit Gemeinschaftsauslauf empfohlen.

Wir haben nun erkannt, dass selbst dies für einige inakzeptabel ist. Das freut uns, zeigt es doch, dass die Bedürfnisse der Pferde für manche über allem stehen. Realistischerweise erkennen wir aber auch, dass die gängigere Reaktion auf anhaltende Probleme mit dem eigenen Pferd häufig eine andere ist. Da ist der Rückzug in die Paddockbox vielleicht noch das geringere Übel.
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