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14.04.2011

Pferdeseuche in Ungarn

Wie jetzt bekannt wurde, musste Ende Jänner im ungarischen Lebeny, etwa 25 Kilometer von der Landesgrenze in Andau ein Pferd wegen Equiner Infektiöser Anämie (EIA) getötet werden.

Pferdebremse © Radu Privantu
Pferdebremsensind erwiesene Überträger des EIA-Virus. Ihr Saugrüssel ist groß genug, diese Viren in für eine Infektion ausreichender Menge zu speichern.
© Radu Privantu
Bei der EIA, gemeinhin auch als „Pferdeseuche“ bezeichnet, handelt es sich um eine infektiöse Blutarmut bei Einhufern. Das Virus, das mit dem menschlichen HIV-Virus verwandt ist, wird durch einfache Stallfliegen nicht übertragen, wohl aber durch blutsaugende Pferdebremsen bzw. durch nicht sterile Injektionsnadeln oder chirurgische Instrumente. Damit eine Bremse zum Überträger wird, muss sie eine Blutmahlzeit an einem EIA-Virus-infizierten Tier unterbrechen und das an ihren Mundwerkzeugen haftetends infektiöse Blut auf kurzer Distanz innerhalb von etwa 30 Minuten auf ein benachbartes, noch nicht infiziertes Tier übertragen.



Da jedoch Bremsen keine weiten Strecken zurücklegen um zu einem neuen Wirtstier zu gelangen und Tierärzte in der Regel mit sterilen Geräten arbeiten, liegt laut Auskunft von Frau Dr. Sonja Berger von der Veterinärmedizinischen Universität in Wien, die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung der Krankheit nach Österreich nahezu bei Null.

Problemfall Rumänien

Besonders in Deutschland kam es im vergangenen Sommer gehäuft zu EIA-Fällen. Hauptgrund dafür war die Einfuhr von als Schlachtpferden deklarierten latent infizierten Pferden aus Rumänien, die jedoch nicht der Schlachtung zugeführt, sondern als Reitpferde in Umlauf gebracht wurden. Rumänien gilt als Hauptendemiegebiet schlechthin. Seit dem EU-Beitritt Rumäniens im Jahr 2007 wurden über 1000 Ausbrüche gemeldet, jedoch wird die Dunkelziffer ungleich höher vermutet, etwa 15 Prozent des rumänischen Pferdebestandes sollen infiziert sein. Derzeit besteht Ausfuhrverbot für Equiden aus Rumänien, Ausnahmen sind an strenge Bedingungen geknüpft.

Auch das von der Krankheit befallene Pferd in Ungarn dürfte mit gefälschten Papieren von Rumänien überstellt worden sein. Da es für die Seuche keine Behandlung gibt, wurde das Tier getötet. Der Stall musste danach 90 Tage unter Quarantäne gestellt werden. "Es sind 400 weitere Pferde im Umkreis getestet worden, alle Ergebnisse waren negativ", erklärte der Amtstierarzt gegenüber der APA.

Krankheit mit Anzeigepflicht

Einmal infizierte Tiere bleiben lebenslang Virusträger und potentielle Virusausscheider, auch wenn sie manchmal keinerlei Krankheitserscheinungen erkennen lassen. Diese „stummen“ Virusträger stellen für die Verbreitung der Erkrankung eine große Gefahr dar. EIA ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, die staatlich bekämpft wird. Impfungen, Maßnahmen diagnostischer Art und Heilversuche bei erkrankten Pferden sind ausdrücklich verboten. Eine Behandlung ist weder möglich noch zulässig. Die Bekämpfungsstrategie sieht die Tötung infizierter Pferde und Sperr- und Quarantänemaßnahmen des betroffenen Pferdebestandes sowie von Kontaktbeständen und gezielte Blutuntersuchungen vor.

Von offizieller Seite soll in der kommenden Woche ein Infofolder an alle burgenländische Reit- und Fahrvereine verschickt werden, zudem informiert der burgenländische Landesfachverbandes für Reiten und Fahren auf seiner Homepage über die Erkrankung

Coggins-Test gibt Sicherheit

Wer sich in nächster Zeit ein Pferd (vor allem aus unseren östlichen Nachbarländern) zulegen möchte, ist mit der Durchführung eines Coggins-Tests gut beraten. Dieser Test zum Nachweis von EIA, der auch für Pferde aus Ungarn bei Reitturnieren verpflichtend sein wird, darf dabei nicht länger als sechs Monate zurückliegen.
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