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13.11.2015

Pferdetriathlon statt Vielseitigkeit?

Die Vielseitigkeit könnte bald ein namentliches Facelift aufgebrummt bekommen. Ein neuer Titel soll der olympischen Pferdesportdisziplin zu mehr Popularität bei der nicht reitenden Bevölkerung verhelfen.

Die Vielseitigkeit könnte bald in "Equestrian Triathlon" umbenannt werden. © Tomas Holcbecher
Die Vielseitigkeit könnte bald in "Equestrian Triathlon" umbenannt werden.
© Tomas Holcbecher
Die Diskussionen um die Attraktivität des Reitsports für nicht reitende Personen ist seit Jahren ein Dauerbrenner in der Chefetage der FEI. Immer wieder hatte das Internationale Olympische Kommitte (IOC) in der Vergangenheit durchblicken lassen, dass der Pferdesport in der Familie der olympischen Disziplinen auf dem Schleudersitz säße. Zu lange dauerten die einzelnen Bewerbe, zu wenig verständlich seien sie für das sportfremde Publikum. Hinzu kämen die immer wieder geäußerten Bedenken vieler Laien, ob der Pferdesport auf höchstem Niveau tierschutzrechtlich denn überhaupt vertretbar sei.

Den Verbleib innerhalb der olympischen Familie langfristig zu sichern, ist eines der großen Ziele des Weltreiterverbandes. Entsprechend viel Raum wurde dem Thema auf der Generalversammlung der FEI in San Juan, Puerto Rico, eingeräumt. Für Präsident Ingmar de Vos steht fest, dass es einiger radikaler Änderungen bedarf, soll der Reitsport auch in Zukunft olympisch bleiben. „Die olympische Agenda 2020 zur Reform der Spiele ist eine treibende Kraft in diesem Prozess, nichts desto trotz war uns auch schon davor klar, dass unser Sport einiger Veränderungen bei den Austragungsformaten und der Präsentation bedarf“, stellte de Vos klar. Die Frage, warum der Reitsport diese Änderungen nötig habe, sei leicht beantwortet: Man wolle in der sich ständig verändernden Sportlandschaft bedeutungsvoll bleiben, und dem Sport die Aufmerksamkeit und das Ansehen verschaffen, die er verdiene.  Dazu müsse man die Spannung und die Dramatik, die den Pferdesport ausmache, geschickter nutzen, ihn besser verständlich machen und ein jüngeres und größeres Publikum ansprechen.

Von den geplanten Änderungen sind alle drei Disziplinen betroffen, einer der wichtigsten Vorschläge richtet sich dabei auf die Reduzierung der Reiter pro Nation. So sollen Teams künftig nur noch aus drei Paaren bestehen, wodurch mehr Nationen die Möglichkeit hätten, ein Team an den Start zu schicken.

Noch mehr Änderungen soll es in der Vielseitigkeit geben. Hier ist angedacht, die Dressur dank einer verkürzten Aufgabe künftig in einem Tag vollständig abzuhandeln. Die Einzelwertung im Springen könnte als Qualifikation für die besten sechs oder sieben Teams herangezogen werden, die hernach ins Team Finale einziehen würden. Hier wird diskutiert, alle drei Teamreiter gleichzeitig in den Parcours zu schicken und direkt nacheinander reiten zu lassen, damit das Teamergebnis sofort feststeht. Immerhin: die Reihenfolge Dressur, Gelände, Springen will man auch in Zukunft beibehalten um den Charakter der Vielseitigkeit zu wahren und das Wohl der Pferde garantieren zu können. Apropos Vielseitigkeit: Geht es nach den Vorstellungen einiger, soll dieser Begriff bzw. sein englisches Pendant „Eventing“ für die „Krone des Reitsports“ bald ausgedient haben. Stattdessen könnte die Disziplin bald in „Equestrian Triathlon“, zu deutsch Pferdetriathlon oder Triathlon des Pferdesports, umbenannt werden. Dieser Namenswechsel soll beim nicht reitenden Publikum für ein besseres Verständnis sorgen, worum es bei dieser Disziplin geht. Die Sinnhaftigkeit und möglichen Vorteile einer solchen Namensänderung für die Bewerbung der Vielseitigkeit sollen im Vorfeld jedoch noch von einer externen Branding-Agentur geprüft werden.
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