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29.07.2015

Pferdewirtschaft unter dem Damoklesschwert

Was Österreichs Pferdeszene schon länger umtreibt, hat nun das österreichische Wirtschaftsmagazin trend zu einer ausführlichen Story veranlasst: „Der Boom der Gäule ist in Gefahr“ – so kommentiert das Magazin in seiner Augustausgabe die bedrohliche Teuerung der Pferdehaltung.

Im Großteil der heimischen Ställe sind die Einstellgebühren in den vergangenen Jahren gleich mehrfach deutlich gestiegen. © Aleksandra Pawloff
Im Großteil der heimischen Ställe sind die Einstellgebühren in den vergangenen Jahren gleich mehrfach deutlich gestiegen.
© Aleksandra Pawloff
134.000 – so viele Pferde wie heute gab es seit 60 Jahren nicht mehr. Vom einstigen Arbeitstier hat sich das Pferd in den vergangenen Jahrzehnten zum liebsten Freizeitpartner vieler Österreicherinnen und Österreicher gemausert, der nicht nur 25.000 Menschen einen Arbeitsplatz gibt, sondern jährlich auch über 2 Milliarden Euro erwirtschaftet – mehr als alle anderen Haustiere zusammen.

Größten Anteil an dieser Entwicklung hat die Freizeitreiterei. Das Pferd als Sportpartner ist heute nicht mehr nur der Elite vorbehalten, die Haltung eines Pferdes ist dank der Öffnung bäuerlicher Betriebe für Pferdehaltung auch für die Mittelschicht leistbar.

Doch nicht nur als Freizeitpartner reüssiert das Pferd, auch in der Land- und Forstwirtschaft gibt es Aufgaben, in denen Pferde wieder vermehrt zum Einsatz kommen, da sie bestimmte Arbeiten umweltschonender und effizienter als Maschinen durchführen können. Nicht zuletzt gelten das Pferd und die Arbeit, die es leistet, als erhaltenswertes Kulturgut. Ganz zu schweigen von seinem unschätzbaren Beitrag in der Therapie von physisch und psychisch bedürftigen Menschen jeden Alters. In den vergangenen Jahren wurden der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Pferde und der Pferdehaltung in Österreich mehrere Studien gewidmet. Einhelliges Fazit: Pferde sind Sympathieträger und leisten einen beeindruckenden Beitrag in der Wirtschaft und im sozialen Leben.

Positivem Trend droht der Absturz

Diese positive Entwicklung ist allerdings massiv bedroht, durch neue steuerliche Regelungen, die das Einstellen von Pferden erheblich verteuert (mehr dazu finden Sie hier). Hinzu kommt, dass die Vermietung von Einstellplätzen, sofern sie nicht dem übrigen landwirtschaftlichen Betrieb untergeordnet ist, nicht als landwirtschaftliche Tätigkeit gelten soll, sondern als Gewerbe. Etliche Betriebe laufen daher Gefahr, ihren Status als Landwirtschaft zu verlieren und als gewerblicher Betrieb eingestuft zu werden, was zahlreiche negative Konsequenzen mit sich brächte. Eine zeitgemäße Neuregelung der Gewerbeordnung, die den veränderten Tatsachen Rechnung trägt, könnte hier Abhilfe bringen. Derzeit wird zwischen Wirtschaftsministerium und Landwirtschaftsministerium um eine Lösung verhandelt. Um den politisch Verantwortlichen vor Augen zu führen, welche – letztlich auch gesamtwirtschaftlich –negativen Konsequenzen eine weitere Verteuerung des Pferdesports haben würde und dass keineswegs reiche Eliten davon betroffen sind, hat der OEPs eine breit angelegte Mitgliederbefragung durchgeführt – die Ergebnisse finden Sie in der Septemberausgabe der Pferderevue.
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