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13.03.2015

Pferdezentrum Stadl-Paura in der Krise

Im Pferdezentrum Stadl-Paura bahnt sich nach nicht ganz drei Jahren erneut ein Führungswechsel an. Anstelle des bisherigen Geschäftsführers Wolfgang Schürrer soll künftig Unternehmensberater Karl Platzer die Zügel in die Hand nehmen.

Stadl Paura © www.slawik.com
© www.slawik.com
Wie die Oberösterreichischen Nachrichten online berichten, geht der Führungswechsel von Landeshauptmann Josef Pühringer höchstpersönlich aus. "Faktum ist, dass es dort permanent Probleme gab und der Termin der Landesausstellung sehr gewackelt hat. Die vereinbarten Finanzziele wurden nicht annähernd erreicht", begründete der Landeshauptmann seine Vorgehensweise. Die Entscheidung sei nicht gegen Schürrer selbst gerichtet. Vielmehr brauche es rasch ein neues Modell, um das Zentrum langfristig abzusichern, so Pühringer weiter.

Bereits im Vorfeld soll Platzer, der als Koordinator für die 2016 im Pferdezentrum stattfindende Landesausstellung nach Stadl-Paura geschickt worden war, zu Einsparungen und Tarifanpassungen gedrängt haben. Diese Vorschläge stießen bei Wolfgang Schürrer jedoch auf Ablehnung: „Die Pferdebesitzer sind keine Reichen, sondern Normalbürger wie der Theaterbesucher und der Skifahrer. Auch dort geht nichts ohne öffentliches Geld", begründet der Geschäftsführer seine Haltung.

Tatsächlich machen die öffentlichen Zuschüsse für das Österreichische Pferdezentrum nur einen Bruchteil der in Deutschland üblichen Fördergelder aus. Während Stadl-Paura jährlich mit rund 170.000 bis 200.000 Euro aus öffentlicher Hand auskommen muss, erhält das kleinste deutsche Landgestüt etwa das Zehnfache an Förderungen – das jährliche Defizit von rund 100.000 Euro im laufenden Betrieb (ohne Abschreibungen) ist unter diesen Voraussetzungen nicht weiter verwunderlich.

Wie es nach der Landesausstellung 2016 in Stadl-Paura weitergehen soll, ist bisher noch unklar. Derzeit werde über eine Umstrukturierung des Pferdezentrums noch verhandelt. Dabei strebe man an, die Dominanz der acht Landeszuchtverbände sowie des OEPS abzuschwächen. Die Mehrheit der Gesellschafteranteile könnte dann die Landwirtschaftskammer übernehmen.

Wie auch immer die angedachte Lösung für die Zukunft aussieht: Österreich braucht ein für seine Züchterinnen und Züchter leistbares Zentrum für Pferdeausbildung, Leistungsprüfungen und Zuchtveranstaltungen, um die heimische Zucht weiterhin lebens- und vor allem konkurrenzfähig zu erhalten.