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03.06.2016

Polen verhandelt über die Ausfuhr lebender Pferde auf japanische Schlachthöfe

Die polnische Regierung verhandelt aktuell ein Abkommen mit Japan, das die Ausfuhr lebender Pferde aus Polen zu japanischen Schlachthöfen erlauben soll.

Künftig sollen Pferde von Polen nach Japan verschifft werden - nur um dort zu sterben. © hhurma13 - Fotolia.com
Künftig sollen Pferde von Polen nach Japan verschifft werden - nur um dort zu sterben.
© hhurma13 - Fotolia.com
Über 214.000 Pferde werden nach offiziellen Angaben des statistischen Amtes der Europäischen Union Eurostat jährlich in Europa getötet. Rund die Hälfte von ihnen findet ihr Ende in einem Schlachthof – häufig nach einer langen Reise unter fürchterlichen Bedingungen.

Nach geltendem EU Recht dürfen Pferde bis zu 24 Stunden quer über den Kontinent transportiert werden. Ein viel zu langes Martyrium, wie nicht nur Pferdefreunde meinen. Seit Jahren fordern Tierschützer deshalb eine maximale Transportdauer von acht Stunden für Lebendtiertransporte innerhalb der EU. Bislang ohne Erfolg.

Angesichts eines Vorhabens der polnischen Regierung muten die Reisebedingungen innerhalb europäischer Grenzen allerdings beinahe wie eine Urlaubsfahrt an. Denn dort verhandelt man aktuell ein Abkommen mit Japan, das die Ausfuhr lebender Pferde zu japanischen Schlachthöfen erlaubt. Das erklärte die Tierschutzorganisation Peta in einer am Mittwoch veröffentlichten Aussendung.

Polen gilt neben Rumänien als Hauptlieferant für Schlachtpferde und Pferdefleisch in Europa. Rund 20.000 Tiere werden hier jährlich zu Ernährungszwecken getötet, weitere 10.000 in ausländische Schlachthöfe transportiert. Dazu sollen in Zukunft auch Schlachtbetriebe des asiatischen Inselstaates gehören.

Schiffsreise in den Tod

Um dorthin zu gelangen, werden qualvolle Reisen von bis zu 30 Tagen in Kauf genommen. „Ein circa 30-tägiger Schiffstransport in einem Laderaum stellt eine große körperliche Belastung dar – dabei ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der Pferde Japan nicht lebendig erreichen wird. Die Gewährleistung und Überprüfung von Tierschutznormen ist nach dem Verlassen der EU-Grenzen praktisch unmöglich. Selbst während eines zehnstündigen Transportes mit dem Flugzeug kann ein Pferd bis zu 5% seines Körpergewichtes verlieren. wird Andrzej Pazgan, Fachreferent für Tiere in der Agrarindustrie und Koordinator für Osteuropa bei PETA Deutschland, zitiert.

Welchen Leidensweg amerikanische Pferde auf dem Weg zu japanischen Schlachthöfen durchleben, zeigt ein erschütterndes Video, das die polnische Tierrechtsorganisation Stowarzyszenie Otwarte Klatki am Dienstag veröffentlichte. Das Bilddokument basiert auf Aufnahmen von PETA USA aus dem Jahr 2009.

Bevölkerung dagegen

Wenig Unterstützung finden die Pläne innerhalb der polnischen Bevölkerung. Umfragen zufolge sprechen sich 69 Prozent generell gegen das Töten von Pferden zu Ernährungszwecken aus. Das angestrebte Abkommen richte sich damit klar gegen die Forderungen des Großteils der Bevölkerung, so Pazgan weiter.

„Das Wohlergehen der Tiere während solcher Transporte kann nicht gewährleistet werden. Bei dem Vorhaben wird nicht nur die Meinung der polnischen Bevölkerung zu Pferden, sondern auch die der Tierschutzvereine und die Erkenntnisse wissenschaftlicher Studien übergangen. Das Landwirtschaftsministerium und der Generaldirektor der Veterinärdienste müssen bei ihren Plänen die Stimme der Bevölkerung berücksichtigen“, so Pawe? Rawicki von Stowarzyszenie Otwarte Klatki. Zusammen mit Peta fordert der Tierschützer den polnischen Präsidenten Andrzej Duda auf entsprechende Schritte einzuleiten, um das geplante Abkommen zu verhindern. Dadurch könnte Duda seinen im Wahlkampf angekündigten Versprechen, sich für tierfreundliche Projekte einsetzen zu wollen, auch Taten folgen lassen.

ps
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