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20.08.2015

Quo vadis Dressursport? Xenophon bezieht Stellung zu Geschehnissen in Aachen

Ein lahmer Totilas im Grand Prix und ein aus dem Maul blutender Mannschaftseuropameister - die jüngsten Ereignisse bei der Dressur-EM in Aachen haben für reichlich Negativschlagzeilen gesorgt und bei vielen Pferdefreunden einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Jetzt meldet sich der Verein Xenophon zu Wort.

Wenn es nach Xenophon geht, soll das Abreiten künftig in die Wertnote miteinbezogen werden. Auf diese Weise sollen unschöne Szenen in der Vorbereitung endgültig verbannt werden. © Tomas Holcbecher
Wenn es nach Xenophon geht, soll das Abreiten künftig in die Wertnote miteinbezogen werden. Auf diese Weise sollen unschöne Szenen in der Vorbereitung endgültig verbannt werden.
© Tomas Holcbecher
In einer Stellungnahme äußert sich der Verein für Erhalt und Förderung der klassischen Reitkultur kritisch über die Geschehnisse in Aachen. Den genauen Wortlaut, können Sie hier nachlesen:

„Seit zehn 10 Jahren existiert unser Verein Xenophon. Anlass zur Gründung des Vereins waren ursprünglich genau die aktuellen Missstände im Dressursport, die wir nun bedauerlicherweise bei der EM in Aachen wieder sehen und ertragen mussten. Sowohl die Pferde, als auch die Zuschauer waren Opfer nicht pferdegerechten Reitens.

In den vergangenen 10 Jahren hat sich Xenophon an vielen Stellen aktiv für pferdegerechtes Reiten im Sinne der Richtlinien und klassischen Grundsätze eingesetzt und hier auch viel erreicht: So setzte sich Dr. Gerd Heuschmann in langen Gesprächen mit der FEI ein, dass das Tiefziehen zumindest auf die Dauer von 10 Minuten beschränkt wurde. Darüber hinaus hat Xenophon beispielsweise in zahlreichen Stellungnahmen in Fachzeitschriften, Gremien des Reitsports sowie Diskussionsrunden mitgewirkt. Ebenfalls haben wir aktiv an der Round Table-Diskussion der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zu Thema pferdegerechtes Abreiten mitgewirkt. Hier setzt auch unser Sonderehrenpreis an, der die Aufmerksamkeit gezielt auf die zielgerichtete und pferdegerechte Vorbereitung auf dem Abreiteplatz richten soll. Aber auch in zahlreichen Seminaren, Vorträgen und Lehrgängen haben wir das Thema immer wieder auf die Agenda gebracht.

Der Erfolg gab uns Recht: Denn viele Zuschauer und Freunde von Xenophon standen an den Abreiteplätzen und achteten auf Einhaltung der Regeln – Proteste waren nicht selten. Hierüber wurde eine Öffentlichkeit für das Thema erzeugt; das Thema LDR (Low, Deep, Round – gemeint ist eine sehr enge Halshaltung mit herausgestelltem Hinterbein, auch Rollkurreiten genannt) stand erstmals im Fokus. Bei Verstößen und unschönen Bildern regte sich Widerstand, denn diese wollte niemand mehr sehen. Und so dachten wir bei den Olympischen Spielen in London 2012, dass wir es geschafft hätten. Denn der Dressursport war wieder von klassischer, richtliniengerechter Reitweise geprägt und repräsentiert. Xenophon hatte sein Ziel erreicht!

Heute zeigt sich allerdings: Vor dem Hintergrund der Geschehnisse der EM in Aachen stehen wir wieder vor neuen Herausforderungen. Es hat sich leider gezeigt, dass wir mehr denn je daran arbeiten müssen, den Gedanken der klassischen, pferdegerechten Reitweise voranzutreiben, bevor der schöne Sport ganz verfremdet ist. Dabei geht es uns nicht darum, jemanden persönlich anzugreifen. Trotzdem stellt sich uns die Frage, ob es tragbar für unser großes Reiterland ist, dass ein Reiter, der in Low Deep Round geschult wird, repräsentativ für unser Land starten zu lassen? So sahen Kenner das Pferd auch schon in vergangenen Prüfungen taktunrein. Für uns stellt sich da die Frage, wie kann ein solches Pferd überhaupt in die Auswahl kommen?

Wir dürfen bei aller Diskussion jedoch nicht vergessen, dass die Problematik des LDR sich vom großen Sport bis zur Anfängerstufe durchzieht. So wurde beispielsweise unlängst eine Reiterin auf einem Turnier beim Abreiten für eine E-Dressur mit einem Schlaufzügel erwischt und gebeten, diesen sofort abzuschnallen. Auch hier gibt es für Xenophon also auch künftig mehr als genug zu tun, um beispielsweise mit Seminaren und Lehrgängen direkt an der Basis eine Aufmerksamkeit für pferdegerechtes Reiten zu schaffen.

Quo Vadis Dressursport?
Nach diesen Bildern und Geschehnissen – was werden die Folgen für den Dressursport sein? Wenden sich Zuschauer aller Sparten vom Dressursport ab, bleiben Aktive von den Turnierplätzen fern, weil sie es leid sind, sich solche Reitweisen ansehen und gar hohe Bewertungen hierfür in Kauf nehmen zu müssen? Es ist wichtig, nicht pauschal zu urteilen. Auch unsere Richter haben konsequent gehandelt. Es wäre falsch, alles und alle pauschal abzuurteilen. In diesem Punkt sollten wir alle sehr fein unterscheiden, da wir sonst denen Unrecht tun, die unsere Sache voran bringen und sich täglich für die klassische und pferdegerechte Reiterei einsetzen. Es gilt jedoch eine klare Linie zu finden.

Für Xenophon stellen sich angesichts der Geschehnisse daher folgende Ziele, die die wir weiterhin konsequent verfolgen wollen:
  • Abschaffung des aggressiven Reitens inklusive des LDR Reitens.
  • Einhaltung der Richtlinien.
  • Einhaltung der am Roundtable beschlossenen Bedingungen für den Arbeiteplatz.
  • Einbeziehen des Abreitens in die Wertnote, wie eine Kür.
Wir freuen uns über jeden, der sich unserer Sache anschließen möchte.

Susanne Ridderbusch
1. Vorsitzende Xenophon e.V.“
 
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