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12.03.2015

Reglementänderung in der Vielseitigkeit: Ein Schuss ins Bein?

Eine Regeländerung der FEI in Bezug auf abwerfbare Hindernisse stößt bei Vielseitigkeitsreitern auf herbe Kritik. Die Revision würde den Sport künftig zum Glücksspiel verkommen lassen und die Sicherheit gefährden, so die Befürchtung der Reiter.

Abwerfbare Hindernisse sollen die Vielseitigkeit sicherer machen. Eine Reglementänderung der FEI könnte jedoch dazu führen, dass Safety-Pins und MIM-Systeme künftig nur noch reduziert zum Einsatz kommen. © Herny Bucklow
Abwerfbare Hindernisse sollen die Vielseitigkeit sicherer machen. Eine Reglementänderung der FEI könnte jedoch dazu führen, dass Safety-Pins und MIM-Systeme künftig nur noch reduziert zum Einsatz kommen.
© Herny Bucklow
Nach den zahlreichen schweren Unfällen der vergangenen Jahre, bei denen sowohl Reiter als auch Pferde ihr Leben lassen mussten, ist man in der Vielseitigkeit um eine laufende Verbesserung der Sicherheitsstandards bemüht. Insbesondere in der Verwendung abwerfbarer Hindernisse wird großes Potential gesehen schwere Stürze, allen voran die gefürchteten Rotationsstürze, bei denen sich Pferd und Reiter überschlagen, weitgehend zu vermeiden. Offiziell vom Weltreiterverband zugelassen und bereits in Gebrauch sind die sogenannten Sicherheits-Pins sowie das schwedische MIM-Sicherheitssystem, bei dem sich ein Teil des Hindernisses nach unten klappt, sobald es mit einem Druck von 300 kg belastet wird.

Im Dezember gab der Weltreiterverband FEI ein geändertes Reglement für den Vielseitigkeitssport heraus, das sich u.a. genau mit diesen abwerfbaren Hindernissen befasst. Die Revision des Paragraphen 548.1 sieht vor, dass das Punktekonto des Reiters bei Abwurf eines Sicherheitshindernisses automatisch mit 21 Strafpunkten belastet wird – ganz gleich, ob die Auslösung des Sicherheitsmechanismus durch bloßes Streifen mit der Vor- oder Hinterhand, einen Reiterfehler oder den Sturz eines Pferdes veranlasst wurde. Rückgängig könne die Regel von der Ground Jury ausschließlich dann gemacht werden, „wenn eine eindeutige Fehlfunktion des Mechanismus nachgewiesen werde.“

International fürchten viele Reiter und Interessensvertreter nun, dass diese Neuregelung nicht nur maßmaßgeblichen Einfluss auf Team-Ergebnisse, Qualifikationen und die Erreichung der Mindestkriterien haben, sondern auch eine Gefahr für den ursprünglichen Sicherheitsgedanken darstellen könnte.

So hätten laut Bruce Haskell, Präsident der Vereinigung britischer Vielseitkeitsreiter bereits einige namhafte Kursdesigner unter vorgehaltener Hand anklingen lassen, den Einsatz abwerfbarer Hindernisse aufgrund der befürchteten gravierenden Auswirkungen auf die Resultate reduzieren zu wollen. „Diese Haltung beunruhigt mich. Unser Sport ist gefährlich. Wir hatten einfach zu viele Todesfälle“, wird Haskell vom neuseeländischen Online-Magazin horsetalk.nz zitiert.

Auch die überaus geringe Differenz zu „gefährlichem Reiten“, das laut geltendem FEI Reglement mit lediglich 25 Strafpunkten geahndet wird, stößt auf heftige Kritik. „Keiner von uns möchte gefährliches Reiten sehen, und dennoch sieht das FEI Reglement gerade einmal 25 Strafpunkte für solch einen Reiter vor“, kritisiert Haskell.

Aufgrund des massiven Widerstandes vonseiten der Reiter lud die FEI die Vielseitigkeits- Interessensvertretung Eventing Riders Association (ERA) vergangenen Dienstag zur Diskussionsrunde. Wie es mit dem fraglichen Paragraphen weitergehen wird, ist bis dato allerdings noch nicht bekannt.
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