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31.10.2014

Reiten im Dunkeln

Wer im Winter auf eine Halle oder einen beleuchteten Reitplatz verzichten muss, dem bleibt oft nur noch übrig ins dunkle Gelände auszuweichen. Was es dabei zu beachten gilt, lesen Sie hier.

Eine besonders stylische Art sich für andere gut sichtbar zu machen sind die LED-Leuchtstreifen für den Pferdeschweif von tail-lights.com. © www.tail-lights.com
Eine besonders stylische Art sich für andere gut sichtbar zu machen sind die LED-Leuchtstreifen für den Pferdeschweif von tail-lights.com. Allerdings ist es von Vorteil, wenn auch das vordere Ende des Pferdes und der Reiter mit Reflektoren und/oder Leuchten ausgestattet sind. Je mehr, desto sicherer für alle Beteiligen!
© www.tail-lights.com
Ein überdachter oder zumindest gut ausgeleuchteter Reitplatz ist für viele Freizeitreiter der pure Luxus - gerade im Winter. Weil die Pferde aber auch in der kalten Jahreszeit regelmäßig bewegt werden wollen, bleibt vielen vor allem unter der Woche nichts anderes übrig, als sich auch im Dunkeln ins Gelände zu wagen. Dabei ist vor allem die richtige Ausrüstung das A und O.

Besser mehr als weniger

Pferd und Reiter werden oft schon in der Dämmerung nur noch unzureichend von anderen Verkehrsteilnehmern erkannt. Wer nicht als Kühlerfigur enden möchte, sollte sich daher gut sichtbar machen. Anders als in vielen anderen Bereichen gilt hier: Je mehr, desto sicherer. Eine umfassende Rundumbeleuchtung sorgt für gute Sichtbarkeit beim entgegenkommenden Verkehr und erhöht damit die Sicherheit. Neben großflächigen Reflektoren an der Reitbekleidung und dem Pferdekörper haben sich deshalb Stiefel- und Steigbügelleuchten, die nach vorne weiß und nach hinten rot strahlen, bewährt. Sie markieren die seitlichen Eckpunke des Pferd-Reiter-Paares und helfen Autofahrern den richtigen Seitenabstand beim Überholen besser einzuschätzen.

Reiten auf der Straße

Für das Reiten auf Straßen gibt die österreichische Straßenverkehrsordnung (StVO) keine eigenen Vorschriften für Reiter vor. Was für alle anderen Verkehrsteilnehmer gilt, ist sinngemäß auch beim Reiten im Straßenverkehr anzuwenden. Grundsätzlich müssen Pferd und Reiter demnach die rechte Fahrbahnseite benutzen, die Änderung der Gehrichtung ist mit Handzeichen anzuzeigen. Lichtzeichen (Ampel) sind ebenso wie Verkehrsschilder und Vorfahrtsregeln entsprechend zu berücksichtigen. Wer sich hieran nicht hält, riskiert nicht nur einen Unfall sondern auch saftige Bußgelder, falls er erwischt wird.

Hinsichtlich des Reiten bei Dämmerung, Dunkelheit oder starkem Nebel schreibt § 79 der StVO hell leuchtende Laternen an der linken Seite des Reiters vor, sofern die sonstige Beleuchtung nicht ausreicht.

Wald im Dunkeln tabu

In den meisten Regionen ist das Reiten bei Dunkelheit im Wald grundsätzlich verboten. Schon die Dämmerung ist für viele wild lebenden Tiere eine sensible Zeit, die bevorzugt zur Nahungsaufnahme genutzt wird. Reiten, auch auf markierten Wegen, gilt in dieser Zeit als Störfaktor und ist deshalb meist untersagt. Für die Zeit von November bis Jänner ist deshalb in der Regel gegen 16 Uhr Schluss mit dem Reitvergnügen im Wald. Erst ab Februar wird es wieder merklich heller und der Wald bis 17 Uhr und länger bereitbar. Eine detaillierte Aufstellung der Sonnenuntergangszeiten bietet die Reitregion Wienerwald.

Herrscht Unsicherheit über die gültigen Bestimmungen in der eigenen Umgebung, sollte man im Zweifelsfall immer den Waldeigentümer kontaktieren um sich zu vergewissern ob ein Durchreiten auch nach der Dämmerung noch erlaubt ist. Auf diese Weise können böse Überraschungen vermieden werden zumal bei Missachtung neben zivilrechtlichen Folgen nach gültigem Forstgesetz auch Geldstrafen von bis zu 150 Euro möglich sind.

Pferde sehen gut im Dunkeln

Ist die Ausrüstung komplett und die Benutzbarkeit der Wege geklärt, stellt sich schließlich noch die Frage nach dem eigenen Sehvermögen. Eine Stirnlampe kann hier die nötige Erleuchtung bringen. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass das Gerät nicht nur mit einer ausreichend hohen Lumenanzahl, sondern auch mit einem Spritzwasserschutz versehen ist und sich außerdem gut am Reithelm fixieren lässt, um einem Verrutschen vorzubeugen.

Mit dem Pferd jedenfalls, hat man für einen Ausritt im Dunkeln einen gut sehenden Partner an seiner Seite. Freilich, ist es zappenduster, kann auch das Pferdeauge nicht mehr viel erkennen. Nichtsdestotrotz sorgt das „Tapetum lucidum“, eine reflektierende Schicht im hinteren Bereich des Pferdeauges dafür, dass das vorhandene Licht die Netzhaut zwei Mal passiert wodurch die Reaktion der dort befindlichen Rezeptoren verstärkt wird. Das Ergebnis: Auch ein schwacher Lichtreiz wird so besser wahrgenommen und der Kontrast zwischen Hell und Dunkel hervorgehoben.

Reiter, die sich im Dunkeln unwohl fühlen, sollten nach Anbruch der Dämmerung besser die Finger von Ausflügen mit dem Pferd lassen, denn die sensiblen Vierbeiner lassen sich von der Unsicherheit ihres menschlichen Partners nur allzu schnell anstecken. In solchen Fällen wird der gut gemeinte Ausritt schnell zum Nervenspiel für alle Beteiligten. Und damit ist niemandem geholfen.
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