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06.08.2016

Reiterspiele: Die Favoriten auf Olympia-Gold

Sechs Goldmedaillen werden bei den Reitsportbewerben der 31. Olympischen Sommerspielen in Rio vergeben. Ein Blick auf die aktuellen Buchmacherkurse zeigt, dass Deutschlands Team insgesamt die besten Chancen eingeräumt werden.

Österreichs Reiterin Vici Max-Theurer strahlt bei der Eröffnungsfeier im österreichischen Team. © privat
Österreichs Reiterin Vici Max-Theurer strahlt bei der Eröffnungsfeier im österreichischen Team.
© privat
In der Vielseitigkeit wird gleich zu Beginn der Spiele kein Weg an unseren Nachbarn vorbeiführen und es könnte sogar zum dritten Mal hintereinander Einzel- und Mannschaftssieg bei Olympia gelingen. Obwohl es am Freitag einen Knalleffekt gab, da Andreas Ostholt durch Julia Krajewski ersetzt wurde. Der Grund: Ostholts Pferd So is et sei nach einer leichten Blessur ein Risikofaktor! Kurios: Die Verfassungsprüfung absolvierte er unbeschadet. Dem deutschen Quartett können papierformgemäß eigentlich nur drei Mannschaften annähernd das Wasser reichen: Großbritannien, Neuseeland und Australien! Zwischen diesen Ländern sollten auch die übrigen Medaillen aufgeteilt werden. Im Einzelbewerb lautet der heiße Tipp einmal mehr Michael Jung, auch wenn er in letzter Sekunde umdisponieren musste und seinen London-Sieger Sam statt Takinou an den Start bringt. Aber auch Weltmeisterin Sandra Auffahrt und Ingrid Klimke stehen Gewehr bei Fuß und Neuseelands Haudegen Mark Todd (es sind seine 7. Spiele!) vertraut auf Leonidas. Für Reporter-Kollegin Gaby Pochhammer vom St. Georg ein besonderes Highlight, ist sie doch dessen stolze Züchterin! Zum erweiterten Kreis der Medaillenanwärter bei den Buschreitern zählen noch der Australier Christopher Burton und Phillip Dutton aus den USA.
Mark Todd zählt wieder einmal zu den Sieganwärtern. © Ernst Kopica
Mark Todd zählt wieder einmal zu den Sieganwärtern.
© Ernst Kopica
Eine ganz außergewöhnliche Vorbereitung wählte Dressurfavoritin Charlotte Dujardin mit ihrem Valegro. Ein einziges Vorbereitungsturnier auf lokaler Ebene soll für die neuerliche Goldmedaille reichen. Ganz so sicher wie bei Jung sind sich aber die Buchmacher nicht. 1,9 lautet die Quote für „Blueberry“, als härteste Konkurrentin gilt hier auf dem Papier Kristina Bröring-Sprehe und ihr Desperados. Um Bronze könnte es sehr eng werden: Isabell Werth (Weihegold), die Spanierin Beatriz Ferrer-Salat (Delgado) sowie die beiden Niederländer Hans Peter Minderhoud (Johnson) und Edward Gal (nicht mit Undercover, sondern mit Voice am Start) kommen dafür in Frage. In der Mannschaftsentscheidung müsste es schon einige Riesenausrutscher im deutschen Team geben, um ihnen Gold zu rauben. Auch die zuletzt verlautbarte Weltrangliste sieht auf den ersten drei Plätzen Reiterinnen in schwarz-rot-gold! Großbritannien und die Niederländer werden sich wohl lediglich um Silber und Bronze duellieren.

Am spannendsten dürften die abschließenden Springbewerbe verlaufen. Im Nationenpreis erwarten wir einmal mehr Deutschland, die Niederlande, Frankreich oder die USA am Podium. Das britische „Altherrenteam“ (Nick Skelton, John und Michael Whitaker sowie Ben Maher) kann auf insgesamt 13 Olympiateilnahmen zurückblicken und ist ebenso unberechenbar wie die Schweizer Equipe, die bei Großereignissen immer wieder über sich hinauswachsen kann. In bestechender Form agierte in den letzten Wochen Christian Ahlmann, was ihm auch die Weltranglistenführung einbrachte und auch für Rio zum Mitfavoriten macht. Er wird Taloubet Z reiten, der aktuelle Olympiasieger Steve Guerdat vertraut erneut auf Nino des Buissonnets. Simon Delestre (Ryan) und McLain Ward (Azur) sind bei den Bookies die weiteren Medaillenkandidaten. Die Quoten für Ludger Beerbaum (22,0) und Eric Lamaze (24,0) sind hingegen etwas für wagemutigere Wetter. Und auch einen Geheimfavoriten konnten wir entdecken: Jeroen Dubbeldam (Zenith), auf den in den letzten Tagen einiges Geld eingesetzt wurde und der bei der Eröffnungsfeier für das niederländische Team die Flagge tragen darf.
Reiten im Olympischen Dorf. © privat
Reiten im Olympischen Dorf.
© privat
Österreichs Vertreterin Vici Max-Theurer wird realistischerweise natürlich nicht um die Medaillen mitreiten. Man kann allerdings gespannt sein, wie tapfer die Achleitnerin den kurzfristigen Ausfall ihrer Blind Date wegstecken kann und wie weit sie mit ihrer internationale noch nicht sehr erprobten Della Cavalleria kommt. Die Daumen sind auf alle Fälle gedrückt! Am Freitagabend nahm die Oberösterreicherin neben 40 MannschaftskollegInnen an der gelungenen Eröffnungsfeier im Maracana-Stadion teil.
Della Cavalleria: Mehr als nur Ersatz für Blind Date. © Tomas Holcbecher
Della Cavalleria: Mehr als nur Ersatz für Blind Date.
© Tomas Holcbecher

Tudo bem

Mit etwas gemischten Gefühlen ging es von Wien über Lissabon nach Rio de Janeiro. Die ersten Meldungen von Kollegen waren ja nicht besonders ermutigend: Verkehrschaos und die allgegenwärtige Sicherheitsfrage sind da an erster Stelle zu nennen. Wurden den Australiern im Olympischen Dort bereits vor ein paar Tagen Ausrüstungsgegenstände und Computer entwendet, so waren am Mittwoch auch heimische Kollegen betroffen. Im Austria-House „verschwanden“ Foto-Objektive und ein Laptop!

Insofern war meine Entscheidung vielleicht doch nichts so falsch auf meine Spiegelreflexkamera zu verzichten, eine uralte Digitalpocketkamera einzupacken und im übrigen auf das Bild-Material meines Kollegen Tomas Holcbecher zu vertrauen, der ja für uns täglich Spitzenfotos liefert.

Und auf jeden Fall richtig war die Entscheidung nicht allzu früh anzureisen, denn so hatte sich vor Ort schon vieles eingespielt. Es sind ja nicht meine ersten Olympischen Spiele, aber die Aufregung ist bei solchen Großereignissen doch eine größere - nicht nur bei den Sportlern, sondern auch bei uns Reportern und Fotografen. Wie es ja überhaupt schon eine besondere Auszeichnung ist, hier arbeiten zu dürfen. Denn das bei Olympia übliche Kontingent für Medienmitarbeiter erfuhr bei den ersten südamerikanischen Spielen eine radikale Kürzung. Aus Österreich sind gerade einmal zwei Dutzend „Schreiberlinge“ in den Genuss einer solchen begehrten Akkreditierung gekommen.

Ob die Vergabe an Brasilien wirklich so eine kluge Entscheidung war, wird sich ja erst nach diesen zwei Wochen zeigen. Für mich persönlich bedeutet der Rio-Trip auf alle Fälle die größte Herausforderung meiner bisherigen Reporterlaufbahn. Und die umfasst u.a. auch schon Weltcupfinali in Las Vegas oder Kuala Lumpur, Galopphighlights in Tokyo, Hong Kong oder Dubai und Weltreiterspiele in den USA und der Normandie. Doch jetzt gilt es: positiv ans Werk und wie man in Rio sagt: Tudo bem – alles gut!
Eröffnung des Österreicher-Hauses in Botafogo. © ÖOC-Erich Spiess
Eröffnung des Österreicher-Hauses in Botafogo.
© ÖOC-Erich Spiess
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