Array ( [2000] => Home [2005] => Nachrichten [1011] => Marktkurzinfos [1026] => Marktanalysen [1016] => Reportagen [1044] => Über Uns [1046] => Das Team [1045] => Mediadaten [2021] => Impressum [2022] => AGB )
21.11.2017

Reitmeisterin Gertrud Knopfhart gestorben

Eine Pionierin des österreichischen Reitsports ist nicht mehr. Am 13. November verstarb Gertrud Knopfhart, Österreichs einzige geprüfte Reitmeisterin und „Mutter der Reiter und der Pferde“, im 91. Lebensjahr.

Der Lebensinhalt von Österreichs erster Reitmeisterin Gertrud Knopfhart waren die Pferde. © Ursula Zahalka
Der Lebensinhalt von Österreichs erster Reitmeisterin Gertrud Knopfhart waren die Pferde.
© Ursula Zahalka
Gertrud Knopfhart, 1927 als Gertrud Pintoffl geboren, war eine Spätberufene, was die Pferde anbelangte. Ihre reiterliche Karriere begann sie, als sie 1952 ihren späteren zweiten Ehemann, Alfred Knopfhart, kennenlernte. Die Reitstunden bei Hauptmann Sekulics im Wiener Reitinstitut in der Barmherzigengasse musste sie sich als Bürokraft förmlich vom Mund absparen. Doch Alfred erkannte bald das Talent der zierlichen, aber zähen Gertrud, gemeinsam absolvierten sie in den Jahren 1959/1960 eine Reitlehrerausbildung an der Westfälischen Reit- und Fahrschule Münster. Neben ihrem Wiener Lehrer Alois Podhajsky war Paul Stecken zeitlebens ihr größtes Vorbild.

1960 kehrten die beiden mit dem Titel Diplomreitlehrer und dem deutschen Silbernen Reitabzeichen nach Österreich zurück, 1961 übernahmen sie den Reitstall Laxenburg. Die Fähigkeiten der jungen Reitlehrerin sprachen sich bald herum, und jeder, dem ernsthaft an der Reitkunst gelegen war, fand früher oder später den Weg in den Knopfhart’schen Stall.

Dressurreiterin und Dressurrichterin Maria Naar-Haban, seit über 50 Jahren ihrer einstigen Reitlehrerin in Freundschaft verbunden, erinnert sich: „Gerti war genial im Unterricht. Sie war eine ehrliche Person, die sich nie ein Blatt vor den Mund genommen hat. Bei ihr sind Schauspieler, Rechtsanwälte, Ärzte, Manager geritten, aber ihre Devise war: Hier spricht nur eine – und das bin ich. Ein Zurückreden vom Pferd aus hat es nicht gegeben. Das ganze war ein bissel militärisch aufgezogen, aber wenn man wirklich etwas lernen wollte, dann war es genau der richtige Weg. Jemand, der nicht wirklich ehrlich reiten lernen wollte, hat sich auch nicht gehalten. Aber diejenigen, die geblieben sind, haben dann auch Erfolge gehabt, durch die Bank alle.“

Am 18. August 1976 legte Gertrud Knopfhart als erste Frau im gesamten deutschsprachigen Raum ihre Prüfung zum Reitmeister ab, in Österreich ist sie bis heute die einzige, die den Titel durch Prüfung erlangte.

Ab 1980 begann Gertrud Knopfhart ihre Karriere als Richterin bis zu den höchsten Klassen (Dressur und Springen national). Eine Tätigkeit, die sie zehn Jahre unermüdlich und in unnachahmlicher Form ausübte. Ihr Urteil galt als streng, aber gerecht, ihrem scharfen Blick entging nichts.

Trotz ihrer hohen Anforderungen – oder gerade wegen ihrer hohen Anforderungen – haben ihre SchülerInnen sie stets in guter und liebevoller Erinnerung behalten: als eine unverwechselbare Persönlichkeit, für die eines stets oberste Priorität hatte: das Wohl der Pferde.

Gertrud Knopfhart wird am 24. November um 13 Uhr in Laxenburg beigesetzt.

Ein ausführliches Porträt finden Sie in der Ausgabe 3/2012 der Pferderevue unter pferderevue.mein-epaper.at.

em/ps
Servus TV AD ab 07.12.2017