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26.07.2012

Rollkur und Boxenhaft sind tierschutzwidrig

Das zeigte das Urteil des Amtsgerichts Starnberg, das eine Hobbyreiterin aus Bayern zu einer beträchtlichen Strafzahlung verurteilte.

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein Urteil des Amtsgerichts Starnberg sorgt für einige Diskussionen in der deutschen Pferdehalterszene, in der Juliausgabe zweier renommierter Fachzeitschriften* ist nachzulesen, was es damit auf sich hat: Eine Hobbyreiterin aus Bayern wurde zu einer Strafzahlung von 27.000,– Euro verurteilt, weil sie ihre Pferde dauerhaft in Einzelboxen gehalten hatte, so dass sie ihr angeborenes Bewegungs- und Sozialverhalten nicht artgemäß ausleben konnten. Außerdem hatte die Reiterin ihre Pferde während der täglichen Trainingseinheiten fast ständig in die sogenannte Hyperflexionsstellung gezwungen, was bei den Pferden zu schmerzhaften physiologischen Veränderungen geführt hatte. (Das vollständige Urteil finden Sie hier.) Gabriele Pochhammer, Chefredakteurin des St. Georg, bringt in ihrem Editorial sehr schön auf den Punkt, was dieses Urteil unter anderem bedeutet: „Die sogenannten Fachleute irren, die die ,Hyperflexion‘, zu deutsch Rollkur, […] für eine von mehreren akzeptablen Ausbildungsmethoden halten. Die Rollkur, längere Zeit angewendet, kann psychisches Leiden und körperliche Schäden hervorrufen.“ Welche gesicherten Erkenntnisse es zum Thema Rollkur (neu: LDR, low, deep, round) gibt und was sich die Anwender dieser umstrittenen Methode von ihr erhoffen, hat Dr. Britta Schöffmann für uns recherchiert, nachzulesen ab Seite 34 in unserer Augustausgabe.

Mehr noch als die Verdammung der Hyperflexion wird die Entscheidung des Gerichts, dass Einzelboxenhaltung ohne ausreichende Möglichkeiten zur freien Bewegung ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz ist, diskutiert. Ist nun zu erwarten, dass eine vergleichbare Sachlage in Österreich ähnlich beurteilt würde? Eher nicht, denn anders als die deutschen „Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ (zu finden unter: http://tinyurl.com/85x3qny), auf die sich das Starnberger Urteil unter anderem stützt, setzt die österreichische 1. Tierhaltungsverordnung zum Bundestierschutzgesetz sportliches Training und freien Auslauf gleich. Das hat uns schon bei Inkrafttreten der Verordnungen gestört (siehe PR 4/2005) und stört uns immer noch. Aber man muss sich ja nicht am Mindeststandard, der in diesem Fall de facto tierschutzwidrig ist, orientieren. Wie Sie selbst auf eingeschränktem Raum Ihrem Pferd ein artgerechteres Leben ermöglichen können, beschreibt zum Beispiel DI Romo Schmidt ab Seite 28 unseres Augustheftes.
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