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29.09.2017

Rom und Mallorca planen Abschaffung der Fiaker

Pferdekutschen mitten in der Stadt sind nicht nur österreichischen Tierschützern ein Dorn im Auge. Auch andernorts geraten Fiakerbetriebe immer häufiger in die Schusslinie. In Rom und Mallorca könnten die Gespanne schon bald durch elektrisch betriebene Fahrzeuge ersetzt werden.

Eine römische "botticella" wartet auf der Piazza Foro Traiano auf Fahrgäste. © Zakhar Marunov | fotolia.com
Eine römische "botticella" wartet auf der Piazza Foro Traiano auf Fahrgäste. Bald sollen hier nur noch elektirsche Kutschen unterwegs sein.
© Zakhar Marunov | fotolia.com
In Mallorcas Hauptstadt sind Kutschfahrten schon seit Jahren umstritten. Immer wieder kollabieren Pferde während der Arbeit, 2016 starb eines der Tiere, nachdem es in Panik gegen die Stadtmauer gekracht war. Nach anhaltenden Protesten versicherte das Rathaus der Balearen-Stadt, man wolle härter durchgreifen, häufigere und schärfere Kontrollen einführen. Passiert ist nach Angaben der Tierschützer jedoch kaum etwas. Erst vor wenigen Tagen startete die Organisation AnimaNaturalis deshalb eine neue Kampagne gegen den Betrieb von Pferdekutschen. Ihr Ziel: Die Pferde sollen durch Elektro-Fahrzeuge ersetzt werden.

Das könnte tatsächlich schon bald passieren, wie die Stadtregierung am Montag wissen ließ. In Zukunft sollen keine neuen Kutschen mehr zugelassen werden, sondern nur noch Elektrowagen. Bestehende Lizenzen bleiben vorerst zwar gültig, allerdings nur, solange sich die Inhaber auch an alle Regeln halten. Und die will man drastisch verschärfen. So sind etwa Arbeitszeitbegrenzungen für die Pferde geplant, Sonderauflagen für Hitzewellen, sowie verstärkte Kontrollen und Inspektionen durch Tierärzte.

Elektroantrieb für "Botticelle"

Auch für römische Fiaker wird es immer enger. Aktuell hat die Staatsanwaltschaft der italienischen Metropole Anklage gegen 43 Betreiber eingebracht. Der Vorwurf lautet auf Tierquälerei. Die Pferde seien nicht artgerecht untergebracht, zudem fehle ein Register über veterinärmedizinische Kontrollen, heißt es in der Anklageschrift.

Der nun drohende Prozess ist nur ein weiteres Puzzelteil in einem jahrelangen Streit um die nostalgische Touristenattraktion. Bereits Anfang Juli hatte Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi deshalb verkündet, die „Botticelle“ langfristig durch elektrisch angetriebene Kutschen ersetzen zu wollen. Einen Prototyp gibt es bereits. 20 Stück sollen in Kürze folgen.

Fiakerunternehmen können freiwillig zur elektrischen Kutsche wechseln. Wer dennoch weiterhin mit Pferden fahren will, soll dies künftig nur noch in den Parks historischer Villen tun dürfen.

Die Kutscher reagierten auf den Beschluss mit Protest. Die Gespanne gehörten zum Stadtbild wie das Kolosseum und der Trevi-Brunnen. Eine Gefahr für das Tierwohl sehen sie nicht. Die Pferde würden weder unter dem städtischen Verkehr noch unter der Hitze leiden. Im Sommer dürfe zwischen 13 und 17.00 Uhr ohnedies nicht gefahren werden.

ps