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22.07.2017

Rot-weiß-rote Küren in Aachen

Zwei Österreicherinnen durften am vorletzten Tag des Aachener CHIO ihre Dressurküren präsentieren. Belinda Weinbauer belegte dabei im 4* mit Söhnlein Brilliant den hervorragenden vierten Platz, wobei gerade einmal 0,3 % auf den Ehrenplatz fehlten. Karoline Valenta wurde in der U25-Grand Prix-Kür Neunte.

Belinda Weinbauer und Söhnlein Brilliant überzeugten beim Aachener CHIO. © Tomas Holcbecher
Belinda Weinbauer und Söhnlein Brilliant überzeugten beim Aachener CHIO.
© Tomas Holcbecher
Auch für eine routinierte Reiterin wie Belinda Weinbauer brachte der erste Auftritt in der Aachener Soers einiges Prickeln mit sich. „Das war schon etwas besonderes, aber es ist ja gut gelaufen,“ resümierte sie nach ihrem achten Rang im Grand Prix während der Woche. „Söhnlein Brilliant zeigte sich nach seinem Antreten in Cappeln vor einer Woche sehr frisch, es hat sich ausgezahlt, dass wir früh angereist waren!“ Noch spannender war es jedoch beim Freestyle, zu dem die Burgenländerin am Samstagabend um 22:30 ins Viereck musste – und das beim ärgsten Wolkenguss der ganzen Woche. „Ich hatte echt Angst die Zügel zu verlieren, so rutschig war alles, aber er hat so toll mit gemacht,“ strahlte eine völlig durchnässte Weinbauer beim Absatteln. 74,975 % gab es für ihren couragierten Ritt. Gewonnen wurde die Prüfung von keiner geringeren als Beatriz Ferrer-Salat (Delgado) aus Spanien, für das Publikum war aber die Österreicherin die moralische Siegerin des Abends!
Karoline Valenta und Valenta"s Diego mit neuer Kür in Aachen. © Tomas Holcbecher
Karoline Valenta und Valenta"s Diego mit neuer Kür in Aachen.
© Tomas Holcbecher
Dass Karoline Valenta dreimal in Aachen antreten durfte, verdankte sie ihrer Mannschaftskollegin Diana Porsche, deren Di Sandro die schwülen, heißen Bedingungen am Dreiländereck offenbar nicht so gut vertrug und entsprechend müde wirkte. Daher verzichtete die Nummer 2 der Weltrangliste nach Rang 11 im Grand Prix auf einen Start in der Kür, wodurch Valenta (die im GP 13. wurde) ins Teilnehmerfeld rutschte. Und „Karo“ bewies Mut, da sie ihre neue Kürmusik ausgerechnet hier in Aachen zum ersten Mal auf einem Turnier präsentierte. Da konnte man auch großzügig darüber hinwegsehen, dass sich bei allen drei Ritten die Galoppwechsel als Schwachstelle erwiesen. Denn noch nicht allzuviele österreichische Reiter durften hier beim CHIO im Freestyle antreten. Dementsprechend zufrieden zeigte sich Valenta und ihr Trainer Christian Schumach: „Das war würdig hier zum ersten Mal die neue Kür zu zeigen. Und den Wechselteufel kriegen wir bis zur EM auch noch in den Griff!"

Tradition

Was (positive) Traditionsverbundenheit bewirken kann, erlebte man am Donnerstagabend beim Nationenpreis der Springreiter in der Aachener Soers: 46.000 Besucher, alle Sitz- und Stehplätze gerammelt voll, auf der Pressetribüne ein unheimliches Gewusel, die Reiter nebenan in angespannter Erwartung! Und das bei einem Bewerb, der nicht zu einer der inzwischen inflationären Jahreswertungen, Cups oder neugeschaffenen Millionenbewerben gehört und bei dem man sich nicht durch Millionenzahlungen einkaufen kann (dem Vernehmen nach kostet etwa ein Startplatz in der Global Champions Tour über 1,5 Mio. EURO)! Auch der Sponsor dieser Prüfung setzt auf Tradition und gibt seit 1954 (!) seine finanzielle Unterstützung und einen unübersehbaren Stern! Für die Gastgebermannschaft endete im Vorjahr eine eine acht Jahre lange Durststrecke der Sieglosigkeit in Aachen. Auch heuer räumte man der Truppe Otto Beckers nicht allzuviele Chancen ein, die US-Mannschaft schien einfach unbezwingbar. Aber Marcus Ehning, Marco Kutscher, Philipp Weishaupt und Youngster Maurice Tebbel schafften das fast Unmögliche: Null Punkte und ein souveräner Sieg vor den USA und der Schweiz (jeweils acht Punkte). Da sang das gesamte Auditorium dem Geburtstagskind Weishaupt ein herzhaftes Geburtstagsständchen! Auch Isabell Werth (an ihrem 48. Gburtstag und Sieg mit Emilio) und Laura Graves (zu ihrem 30er und GP Special-Sieg mit Verdades) wurde diese Ehre später zuteil!
Belinda Weinauer und Söhnlein Brilliant trotzten den Wassermassen und wurden Vierte. © Ernst Kopica
Belinda Weinauer und Söhnlein Brilliant trotzten den Wassermassen und wurden Vierte.
© Ernst Kopica
Trotz Wolkenbruch hatte Belinda Weinbauer in Aachen Grund zum Jubeln. © Ernst Kopica
Trotz Wolkenbruch hatte Belinda Weinbauer in Aachen Grund zum Jubeln.
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