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30.01.2015

Rotz-Infektion in Deutschland nachgewiesen

Das gab's schon sehr lange nicht mehr: Zum ersten Mal seit 1956 konnte in Deutschland wieder ein Fall der gefürchteten Infektionskrankheit "Rotz" nachgewiesen werden. Das erkrankte Pferd wurde getötet, weitere Tiere sind bislang nicht betroffen.

Erstmals seit den 1950er Jahren wurde in Deutschland die gefürchtete Infektionskrankheit Rotz nachgewiesen. © Foto Biene - fotolia.com
Rotz ist eine der ältesten bekannten Seuchen beim Pferd. Die Übertragung erfolgt durch den direkten oder indirekten Kontakt mit infektiösen Körperausscheidungen, häufige Eintrittspforten des Erregers sind die Schleimhäute des Kopfes sowie die äußere Haut. Derzeit wird Rotz als wiederaufflammende Tierseuche eingestuft.
© Foto Biene - fotolia.com
Bei einem Sportpferd aus Niedersachsen hat sich der Verdacht auf die Infektionskrankheit „Rotz" bestätigt. Aufgefallen war das Tier, das in die USA exportiert werden sollte, bei einer Routineuntersuchung Ende November.  Weil das Pferd keinerlei klini­sche Symptome gezeigt hatte veranlasste man im Dezember vergangenen Jahres die Tötung, um den Befund näher abklären zu können. Nachdem bakteriologische Untersuchungen der Organe negativ verlie­fen, wurden gezielt Hautproben molekularbiologisch untersucht. In diesen Proben hat das Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) nun „Rotz"-spezifische DNA nachgewiesen, die In­fektion wurde am Dienstag (27.01.) amtlich bestätigt.

Das betroffene Pferd wurde seit November 2014 in einem Bestand im Landkreis Osnabrück gehalten. Die anderen Pferde des Bestand wurden im Abstand von jeweils zwei Wochen dreimal negativ getestet, damit gilt die Seuche zumindest in diesem Stall bereits als erloschen. In Beständen, in denen sich das Pferd vorher befand, werden nun weitere Untersuchungen durchgeführt. Wie sich das betroffene Pferd infiziert hat, ist bisher nicht geklärt.
 

Anzeigepflichtige Tierseuche

Die bakterielle Infektionskrankheit „Rotz" (Burkholderia Mallei) ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, tritt vornehmlich bei Einhufern (Pferde, Esel, Maultiere, Zebras) auf und wird durch Körpersekrete übertragen. Die Erkrankung kann in Form knotiger und geschwülstiger Entzündungen in der Haut (Hautrotz), der Nasenschleimhaut (Nasenrotz) und der Lunge (Lungenrotz) auftreten. Bei Pferden dominiert die chronische oder latente Verlaufsform, wodurch sich die Krankheit manchmal auch unerkannt verbreitet.

„Rotz" kann auch auf andere Säugetiere und - bei engem direkten Kontakt zu erkrankten Tieren - auch auf den Menschen übertragen werden, etwa über kleine Hautläsionen. In der Vergangenheit waren Ansteckungen bei Menschen selbst bei hohen Erkrankungshäufigkeiten in der Pferdepopulation aber sehr selten. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war „Rotz" weltweit verbreitet, wurde in Westeuropa und Nordamerika aber in den fünfziger Jahren weitgehend ausgerottet. In Deutschland trat der letzte Fall bei Pferden 1956 auf. Zuletzt war die Krankheit in Südamerika und Asien wieder vermehrt registriert worden.

Quelle
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