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10.12.2012

Salzburger Fiaker testen neuen Kunststoffbeschlag

Seit Jahren wird bemängelt, dass Eisen und Stollen der Fiakerpferde Schäden an den Straßenbelägen verursachen. Nun geht in Salzburg ein neuer Hufbeschlag in die Testphase, der aus einem Kunststoffgemisch gefertigt ist, das auch zum Schutz der Achsen der transsibirische Eisenbahn und für Golfschuh-Einlagen verwendet wird.

Weil beschlagene Pferdehufe zu große Straßenschäden verursachen, wird in Salzburg nun ein neuer orthopädischer Kusntstoffebschlag getestet. © Raphael Schön
Weil beschlagene Pferdehufe zu große Straßenschäden verursachen, wird in Salzburg nun ein neuer orthopädischer Kusntstoffebschlag getestet.
© Raphael Schön
Auf rund 100.000 Euro jährlich wird der Schaden geschätzt, den die Beschläge von Salzburgs Fiakerpferden am Salzburger Straßenbelag anrichten. Damit soll nun Schluss sein, denn der neue widerstandsfähige Kunststoffbeschlag soll nicht nur die Gelenke der Vierbeiner schonen, sondern auch den Asphalt. Test-Dummies für die Innovation sind die beiden Haflingerstuten Bella und Paula. Sie werden den neuen Beschlag über die Wintermonate auf seine Tauglichkeit hin prüfen.

Doch die Testphase erlebte bereits am Donnerstag Abend einen Tiefschlag, als es einem der Pferde auf der eisglatten Moosstraße die Beine wegzog. "Die Stute stürzte und musste von der Feuerwehr mit einem Bergekran aufgehoben werden. Sie hat an der Hüfte eine Abschürfung, sonst ist sie nicht verletzt", schilderte Fiaker- Obmann Franz Winter die Geschehnisse gegenüber der APA. "Wir werden im Winter den Beschlag nicht verwenden können. Im Sommer schon."

Doch die mangelnde Rutschfestigkeit scheint nicht das einzige Problem zu sein, die metallenen Zehenkappen federn beim Gehen nach und verbiegen sich. Hier soll nun die Frankfurter Herstellerfirma nachbessern. Bisher seien an die 30.000 Euro in die Entwicklung des neuen Beschlages geflossen. Für den Fall, dass sich die neuen Kunststoffbeschläge als tauglich erweisen, könnte dem Unternehmen das große Geld winken. Noch bis zum Frühjahr soll die Testphase laufen, die von den Kollegen aus Wien und Innsbruck mit Interesse verfolgt wird. Bislang wurden sämtliche Alternativen zum herkömmlichen Hufeisen vom Wiener Veterinäramt und der Fiakerinnung abgelehnt. Gelingt der Pilotversuch in Salzburg, könnten auch die traditionsreichen Zweispänner aus der Bundeshauptstadt und aus Innsbruck auf die neuen Beschläge umschwenken. Und das, obwohl die „Plastik-Eisen“ deutlich teurer sind, als ihre Kollegen aus Stahl. Rund 250 Euro statt 100 Euro würde ein Rundum-Beschlag pro Pferd dann kosten. Zum Wohle der Pferde, und um der Stadt entgegenzukommen, will man diese Mehrkosten aber offenbar hinnehmen.

Quelle

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