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19.08.2015

Sattelunterlagen: Ist dicker besser?

Sattelunterlagen sollen den Sattel vor Schmutz schützen und den Pferderücken schonen. Doch sind dickere Unterlagen besser als dünne und wie wirkt sich die Stärke des Pads auf die Dämpfung aus? Diesen Fragen ging eine britische Studie auf den Grund.

Dass dicker bei Sattelunterlagen nicht unbedingt besser ist, zeigen die Ergebnisse einer britischen Studie. © George Dolgikh - Fotolia.com
Dass dicker bei Sattelunterlagen nicht unbedingt besser ist, zeigen die Ergebnisse einer britischen Studie.
© George Dolgikh - Fotolia.com
Im Leben eines Reitpferdes spielt ein gut passender Sattel eine ganz entscheidende Rolle, wenn es um das allgemeine Wohlbefinden während des Gerittenwerdens geht. Drückt der Sattel, scheuert oder rutscht er, dann verursacht dies zumindest Unwohlsein, im schlimmsten Falle sogar Schmerzen.

Dass eine Sattelunterlage die Mankos eines schlecht sitzenden Sattels kaum auszugleichen vermag, ist hinlänglich bekannt. Doch kann sie bei einem gut passenden Sattel den Komfort fürs Pferd noch erhöhen? Dieser Frag ging eine britische Studie nach, die jüngst im Rahmen der alljährlichen Konferenz der internationalen Gesellschaft für Pferdewissenschaften in Vancouver, Kanada, vorgestellt wurde.

Ein Team rund um Hayley Randle vom britischen Duchy College untersuchte die Auswirkungen verschiedener Sattelunterlagen auf die Druckverteilung des Sattels am Pferderücken mithilfe einer speziellen Satteldruckmessdecke.

Unterschiedliche Ergebnisse

Getestet wurden vier verschiedene Varianten: ohne Decke, mit einer handelsüblichen Baumwollschabracke in 4 mm Stärke, mit einer 6 mm starken Satteldecke aus einem Baumwoll-Kunstfasergemisch sowie mit einer Baumwoll-Satteldecke der Firma Mattes mit Lammfellunterseite in 9 mm Stärke.

Im Rahmen der Untersuchungen wurden acht Pferde mit den unterschiedlichen Sattel-Unterlagen-Kombinationen geritten. Im Anschluss wurde die Messdecke entfernt und die Druckverteilung mithilfe eines Tiefenmessers ermittelt.

Die dabei gemessenen Werte fielen sehr unterschiedlich aus. Während sich die Einsenktiefe - und damit vermutlich auch der Druck auf den Pferderücken - unter den beiden Satteldecken in 4 bzw. 6 mm Stärke geringfügig sogar erhöhte (12,2 ohne Pad, 12,3 mit 4 mm Satteldecke, 12,8 mit 6 mm Satteldecke), konnte mithilfe der Lammfellunterlage eine deutliche Druckreduktion um knapp ein Viertel erzielt werden (9,86).

Lamfell für empfindliche Pferde und im Trainingsaufbau gut geeignet

Die Devise „dicker ist besser“ ist also durchaus mit Vorsicht zu genießen, denn Satteldecken mit einer höheren Stärke können den Druck auf den Pferderücken durchaus auch erhöhen. Das liegt vor allem daran, dass die Kammer des Sattels durch die dicke Decke enger wird, was sich in einem erhöhten Druckaufkommen äußert.

Wer seinen Sattel vor Schmutz schützen will, greift deshalb am besten zu einer dünnen Baumwolldecke. Sie erfüllt ihren Zweck optimal und beeinflusst die Passform des Sattels nicht. Befinden sich Pferde im Aufbau oder haben nach einer Krankheit oder längeren Trainingspause Muskulatur abgebaut, kann eine Lammfellunterlage gute Dienste leisten. Das gilt auch für Pferde, die im Rückenbereich sehr empfindlich sind.
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