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22.05.2012

Schau mal, wer da spricht: Pferde verknüpfen Gesicht und Stimme

Viele domestizierte Tiere erkennen ihre Besitzer an der Stimme oder am Gesicht. Britische Wissenschaftler konnten nun erstmals nachweisen, dass Pferde Sehen und Hören - genau wie der Mensch - miteinander verknüpfen können.

So wie der Mensch, kann auch das Pferd Gesicht und Stimme verschiedener Personen miteinander verknüpfen. © Auremar - Fotolia.com
So wie der Mensch, kann auch das Pferd Gesicht und Stimme verschiedener Personen miteinander verknüpfen.
© Auremar - Fotolia.com
Über lange Zeit hinweg galt der Mensch als einziges Lebewesen, das in der Lage ist die Stimme einer Person mit deren Gesicht zu verknüpfen. Wie Leanne Proops und Karen McComb von der University of Sussex in Brighton nun nachweisen konnten, sind offenbar auch Pferde dazu in der Lage. In einem ersten Schritt stellten die beiden Wissenschaftlerinnen fest, dass Pferde bekannte von unbekannten Gesichtern unterscheiden können. Um zu ermitteln, ob die Tiere auch in der Lage sind Stimme und Gesichter miteinander zu verknüpfen wurden einige Meter vor den Pferden Lautsprecher positioniert, links und rechts daneben jeweils deren Besitzer und eine unbekannte Person. Danach wurden den 32 Probanden über 15 Sekunden hinweg die beiden menschlichen Stimmen vorgespielt. Um zu prüfen, ob die Pferde die Stimme richtig zuordnen konnten, zeichneten die Forscherinnen auf, wie schnell, wie oft und wie lange insgesamt die Tiere zu der Person sahen, deren Stimme sie hörten.

Das verblüffende Ergebnis: Die Pferde schenkten jeweils der Person, die sie sprechen hörten, deutlich mehr Aufmerksamkeit und machten dabei kaum einen Unterschied zwischen Besitzer und der unbekannten Person. Nur wenn der Besitzer auf der rechten Seite stand, sahen die Pferde jeweils länger zu ihm als zum fremden Menschen.

In einem zweiten Experiment wurden den Pferde zwei ihnen bekannte Personen gegenübergestellt. Bei dieser Variante wendeten die Tiere ihren Blick deutlich länger der Person zu, deren Stimme sie gerade hörten - und am längsten, wenn diese Person rechts vom Lautsprecher stand. Zudem versuchten einige Pferde, auf die Person zuzulaufen. Nach diesen Versuchen kamen Proops und McComb zu dem klaren Schluss, dass Pferde in der Lage sind, visuelle und akustische Sinneseindrücke miteinander zu verknüpfen.

Die auffällige Tendenz der Tiere, die Person auf der rechten Seite leichter zuordnen zu können, lässt sich laut den beiden Wissenschaftlerinnen so erklären, dass die Verknüpfung von Seh- und Gehörsinn in der linken Hälfte des Gehirns erfolgt, die bekanntlich auch die rechte Körperhälfte, ebenso wie soziale Interaktion, steuert. Das enge Beieinanderliegen dieser Funktionen könnte den Tieren das Erkennen der Menschen zusätzlich erleichtern. Hierin sehen die beiden Forscherinnen auch den Grund, warum die Stuten unter den Versuchspferden generell länger auf die Person blickten, deren Stimme sie gerade hörten, zumal sie in der freien Wildbahn das Sozialgefüge der Herde deutlich stärker prägen als Hengste.

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