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29.10.2012

Schenkelbrand soll doch erhalten bleiben

Für Deutschlands Pferdezüchter scheint nach monatelangem Tauziehen um den Erhalt des Schenkelbrandes ein Happy End in greifbarer Nähe. Bundestagsabgeordnete der FDP und der Union sind sich einig, dass das Verbot nicht kommt.

Aufatmen bei den deutschen Pferdezüchtern: Aller Wahrscheinlichkeit nach bleibt der in den vergangenen Monaten heftig diskutierte Schenkelbrand vorerst doch erhalten. © Werner Willmann
Aufatmen bei den deutschen Pferdezüchtern: Aller Wahrscheinlichkeit nach bleibt der in den vergangenen Monaten heftig diskutierte Schenkelbrand vorerst doch erhalten.
© Werner Willmann
Es waren wohl nur noch die ganz großen Optimisten, die die Hoffnung auf den Erhalt des Schenkelbrandes bis zuletzt nicht aufgegeben hatten. Nach der öffentlichen Anhörung, bei der verschiedenen Experten zum Thema befragt wurden (lesen Sie hier mehr darüber), scheint das von Bundesagrarministerin Ilse Aigner geforderte Verbot der traditionellen Kennzeichnungsmethode jedoch überraschend vom Tisch. Zu groß ist der Widerstand vor allem aus den Reihen von CDU, CSU und FDP.

Christel Happach-Kasan, agrarpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, erklärte gegenüber der Münsterschen Zeitung: „Wir haben in der Koalition vereinbart, dass das Setzen des Brandzeichens möglich bleiben wird. Ein Verbot ist vom Tisch.“ Allerdings will man in Zukunft verstärkt auf Möglichkeiten zur Schmerzlinderung setzen und dies auch im Gesetz verankern: „Wir halten es für richtig, den Schenkelbrand unter Schmerzausschaltung und mit einer Schmerznachbehandlung zunächst beizubehalten", wird der hannoversche Landwirtschaftsminister Gerd Lindemann von der Hannoverschen allgemeinen zitiert. Anschließend müsse geprüft werden, ob die tierschutzrechtlichen Bedenken dauerhaft ausgeräumt werden könnten und der Schenkelbrand „dauerhaft erhalten“ werden könne.

Bestätigung hierzu kam auch von Dieter Stier (CDU), Berichterstatter der Union für das neue Tierschutzgesetz. Er halte es für falsch, den Schenkelbrand bei Pferden zu verbieten und ist damit einer Meinung mit den Fachpolitikern sowie der überwiegenden Zahl der Abgeordneten von CDU und CSU. "Deshalb werden wir entsprechende Änderungen am Regierungsentwurf vornehmen", so Stier.

Die Erleichterung bei Deutschlands Pferdezüchtern ist nach der frohen Kunde entsprechend groß, viele von ihnen hatten bis zuletzt um den Erhalt des Schenkelbrandes als alternative Kennzeichnung zum nach EU-Recht vorgeschriebenen Chippen gekämpft. Dennoch fallen die Euphorieausbrüche derzeit noch schaumgebremst aus, der endgültige Beschluss des Bundestages steht für frühestens Anfang November an. Erst dann lässt sich mit Sicherheit sagen, ob Fohlen auch künftig mit Elchschaufel, Hannoveraner-H und Oldenburger-O gekennzeichnet werden dürfen.

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