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03.04.2017

Schlechte Bemuskelung macht den Pferderücken schmerzempfindlicher

Eine aktuelle Studie aus Österreich lässt einen klaren Zusammenhang zwischen mangelnder Bemuskelung und Druckschmerz in der Sattellage erkennen.

Ein schlecht bemuskelter Rücken ist anfälliger für Schmerzen als ein gut trainierter. © www.slawik.com
Ein schlecht bemuskelter Rücken ist anfälliger für Schmerzen als ein gut trainierter.
© www.slawik.com
Una Pongratz, Pferdetierärztin aus Graz, hat gemeinsam mit Theresia Licka von der Pferdeklinik an der VetmedUni Wien in einer Studie die Schmerzerkennung im Bereich des Pferderückens untersucht. Die Schmerzreaktion des Pferdes auf einen definierten Druck wurde mit einem Algometer gemessen.

In der Studie zeigten ungerittene Pferde ohne Anzeichen von Rückenschmerzen eine deutlich höhere Druckschmerzhaftigkeit in der Sattellage als in der Lendenregion. Die Ursache für das signifikant ungleiche Schmerzempfinden orten die Wissenschaftlerinnen in der unterschiedlichen Ausprägung der Weichteilschicht. Während die Querfortsätzen der Lendenwirbel von deutlich mehr Muskel- und Fettgewebe umgeben sind, ist der Rippenbereich insbesondere beim untrainierten Pferd nur von einer geringen Wichteilschicht geschützt. Dieser anatomische Unterschied war auch bei der Untersuchung von Gewebeschnitten der beiden Regionen zu finden.

Für Una Pongratz und Theresia Licka ist die Schlussfolgerung, die sich aus diesen Erkenntnissen ergibt klar: Eine geringe Rückenmuskeldicke und deutliche Schmerzhaftigkeit auf Druck hängen eindeutig zusammen. Umgemünzt auf das Training und die allgemeine Nutzung von Reitpferden bedeutet das: Je schlechter ein Pferd bemuskelt ist, desto größer ist das Risiko, dass es bei gerittener Arbeit zu Schmerzen in der Sattellage kommt. Dasselbe trifft möglicherweise auch bei sehr dünnen Pferden ohne nennenswertes Fettgewebe zu.

Dieser Umstand ist neben den akut auftretenden Schmerzen auch für die Entwicklung des Pferdes problematisch. Schmerzen können den Aufbau der Muskulatur nicht nur verlangsamen, sie können sogar zu einem Muskelabbau in der betroffenen Region führen. Für ungerittene und oder schlecht bemuskelte Pferde empfehlen die beiden Wissenschaftlerinnen deshalb zuerst vom Boden aus eine gute „Eigenpolsterung“ aufzubauen, bevor das Training unter dem Sattel fortgesetzt werden kann. Auf diese Weise ist sowohl eine schmerzfreie Bewegung als auch ein besserer weiterer Muskelaufbau wahrscheinlicher.