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20.11.2017

Selenmangel mögliche Ursache für Koppen

Koppen zählt zu den häufigsten Verhaltensstörungen domestizierter Pferde, die Ursachen für die Stereoptypie sind aber immer noch nicht restlos geklärt. Eine aktuelle Studie israelischer und britischer Forscher ortet nun einen Mangel an Selen hinter dem zwanghaften Verhalten.

Langeweile, Stress oder Magenschmerzen? Warum Pferde zu koppen beginnen ist nicht restlos geklärt. Neueste Forschungen zeigen, dass ein Selenmangel die Verhaltensstörung auslösen bzw. verstärken könnte. © www.slawik.com
Langeweile, Stress oder Magenschmerzen? Warum Pferde zu koppen beginnen ist nicht restlos geklärt. Neueste Forschungen zeigen, dass ein Selenmangel die Verhaltensstörung auslösen bzw. verstärken könnte.
© www.slawik.com
Dr. Arash Omidi von der iranischen Shiraz Universität und Dr. Matthew Parker von der Universität in Portsmouth, Großbritannien, untersuchten den Zusammenhang zwischen der Verhaltensstörung und einem möglichen Spurenelementmangel bei betroffenen Tieren.

Die Auswertung der Elemente Magnesium, Zink, Natrium, Kalium, Kupfer, Kalzium, Phosphor und Mangan brachte keinen nennenswerte Unterschiede zwischen Koppern und verhaltensunauffälligen Pferden ans Licht. Ebenso verhielt es sich mit den Konzentrationen im Bereich der Enzyme, Endorphine, Glukose und dem Stresshormon Cortisol.

Anders verhielt es sich bei Selen. Hier stellten die Wissenschaftler eine deutlich geringere Konzentration bei koppenden Pferden fest als bei jenen in der Kontrollgruppe. Die geringsten Selen-Konzentrationen wurden direkt während des Koppens gemessen. Für Omidi, Parker und ihre Kollegen ein starker Hinweis darauf, dass Selen eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit der Stereotypie spielen könnte.

Es wäre nicht das erste mal, dass Selenmangel in Verbindung zabnormem Verhalten steht. Forschungen im Bereich der Humanmedizin haben ergeben, dass Schizophrenie- und Autismus-Patienten häufig ebenfalls geringere Selen-Konzentrationen im Blut aufweisen.

„Selen ist ein wichtiges Antioxidans, das dem Köper dabei hilft sich vor Schäden zu schützen, die von freien Radikalen oder oxidativem Stress hervorgerufen werden. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ein Mangel an Selen in der Nahrung oxidative Schäden an neurologischen Systemen verstärkt und damit das Problem verursacht bzw. noch weiter verschlimmert“, erklärt Dr. Matthew Parker. Allerdings sei es noch zu früh um mit Bestimmtheit zu sagen, dass ein gezieltes Zufüttern von Selen in der Therapie von Koppern tatsächlich helfen kann.

Vor eigenmächtigen Supplementierung des Spurenelements warnen Parker und seine Kollegen eindringlich. So wichtig Selen für den Körper auch ist, bereits eine leichte Überdosierung kann zu Vergiftungserscheinungen führen, denn die Spanne zwischen optimaler Versorgung und der Grenze zur Toxizität ist hier relativ gering. Bei Gehalten von 4 mg Selen pro Kilogramm Trockensubstanz muss laut Fütterungsexperte Prof. Dr. Helmut Meyer mit einer Selenvergiftung gerechnet werden, was sich durch Futterringe an den Hufen, Ausfall von Haaren an Mähne und Schweif oder unspezifischen Lahmheiten äußern kann.

Am zuverlässigsten spiegelt eine kombinierte Bewertung des Selengehalts im Futter und im Blutplasma bzw. -serum die Versorgung mit dem Spurenelement wider. Ergibt sich hieraus ein Mangel, kann im Absprache mit dem Tierarzt gezielt Selen zugefüttert werden.

ps

Quelle
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