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25.09.2013

Seltsames Amerika: Raubtier Pferd?

Sind Pferde eine von Natur aus bösartige Spezies? Mit dieser Frage beschäftigt sich aktuell ein US-amerikanisches Gericht in einem höchst dubiosen Rechtsstreit.

Vorsicht bissig: Sind Pferde in Wirklichkeit heimtückische Bestien, die einer besonderen Verwahrung bedürfen? Diese Frage soll der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates Connecticut klären. © Tina Phillips
Vorsicht bissig: Sind Pferde in Wirklichkeit heimtückische Bestien, die einer besonderen Verwahrung bedürfen? Diese Frage soll der Oberste Gerichtshof des US-Bundesstaates Connecticut klären.
© Tina Phillips
Der Fall reicht zurück ins Jahr 2006, als ein Vater mit seinem eineinhalbjährigen Sohn die Glendale Pferdefarm im US-amerikanischen Connecticut besuchte um dort Pflanzen einzukaufen. Als sie auf der angrenzenden Koppel Pferde sahen, hob der Mann seinen Sohn über den Zaun, damit dieser die Pferde besser erreichen konnte. Doch bei dem Versuch eines der Tiere zu streicheln, wurde das Kind in die Wange gebissen und dabei schwer verletzt.

Trotzdem der Farmbesitzer Timothy Astriab gut sichtbar Warnschilder am Koppelzaun mit dem Text „Füttern und Streicheln der Pferde verboten“ angebracht hatte, sah der Vater in diesem Vorfall ganz klar die Schuld des Eigentümers und brachte die Sache vor Gericht.

Als der Fall 2010 erstmals verhandelt wurde, entschied das Gericht zugunsten des Farmbesitzers, in zweiter Instanz wurde jedoch plötzlich dem Kläger Recht gegeben. Das Berufungsgericht entschied, dass die Verletzung des Buben vorhersehbar gewesen sei und die Farmbesitzer die Pflicht gehabt hätten das Pferd entsprechend zu verwahren um derartiges zu verhindern. Weil die Kläger aber nicht mehr wussten, welches von Astriabs Pferden gebissen hatte, erklärte der Richter gleich die gesamte Spezies Pferd als eine Art „die von Natur aus dazu neigt, Unheil zu stiften oder bösartig zu sein.“

Nun liegt der Fall beim Obersten Gerichtshof des Staates und damit auch die Frage, ob Pferde in Connecticut künftig tatsächlich als grundsätzlich für den Menschen gefährliche Art eingestuft werden sollen. Sollte dies der Fall sein, wären die Auswirkungen auf die rund 200 Millionen Dollar schwere Pferdeindurstrie der Region gravierend, alleine die Versicherungssummen würden in astronomische Höhen schnellen.

Quelle
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