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03.09.2012

Sensation: Pepo Puch holt Gold in der paralympischen Kür

Es ist fast wie im Märchen: Im September 2008 stürzte Vielseitigkeitsreiter Pepo Puch schwer, eine inkomplette Querschnittslähmung war die Folge. Heute, fast genau vier Jahre später, steht der Steirer am obersten Podest bei den Paralympic Games in Greenwich Park London mit der Goldmedaille um den Hals.

Die Sensation ist perfekt: Pepo Puch und Fine Feeling holen Kür-Gold bei den Paralympischen Spielen in London. © Liz Gregg / FEI
Die Sensation ist perfekt: Pepo Puch und Fine Feeling holen Kür-Gold bei den Paralympischen Spielen in London.
© Liz Gregg / FEI
Am vergangenen Samstag war es noch eine Bronzemedaille im Pflichtprogramm des Grade Ib, die in Österreich für Furore sorgte. In der heutigen Kür setzte Pepo Puch noch eins drauf und ritt mit Fine Feeling zur paralympischen Goldmedaille, die übrigens nicht nur die erste Medaille in dieser Disziplin für Rot-Weiß-Rot überhaupt ist, sondern auch Österreichs erstes Gold bei diesen Paralympic Games.
Schon beim Einreiten habe er das Gefühl gehabt, dass es an diesem Tag klappen könnte. Er sollte Recht behalten. © Liz Gregg / FEI
Schon beim Einreiten habe er das Gefühl gehabt, dass es an diesem Tag klappen könnte. Er sollte Recht behalten.
© Liz Gregg / FEI
Nach seinem Bronzeritt am Samstag zählte der Steierer auch im heutigen Kürfinale zum engsten Favoritenkreis. Dass es gleich die Goldene werden würde, wagte wohl kaum jemand zu hoffen, doch der 46-jährige Steirer überzeugte mit einer schwungvollen, fehlerfreien Vorstellung zu den Klängen von Johann Strauss' Radetzkymarsch und setzte sich mit 79,150 Punkten klar an die Spitze.

"Ich habe schon beim Hineinreiten gewusst, dass das was wird. Mein Gefühl war sehr gut und mein Pferd hat mich nicht enttäuscht. Es ist großartig, dass ich jetzt auch noch Gold geholt habe. Ich bin der glücklichste Mensch auf der Welt", gab sich Puch nach seinem Ritt überglücklich.

Seine Stute Fine Feeling bezeichnet Puch gerne Als "Showgirl". "Sie mag die Menschen, die Atmosphäre, den Jubel und sie gibt mir so unglaublich viel", lobte Puch, der bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen in der Vielseitigkeit an den Start gegangen war, seine vierbeinige Partnerin in höchsten Tönen.
Pepo Puch: "Ich bin der glücklichste Mensch der Welt!" © Liz Gregg / FEI
"Ich bin der glücklichste Mensch der Welt!"
© Liz Gregg / FEI
Nach seinem Unfall im September 2008 verbrachte Puch sechs Monate lang im Krankenhaus - doch wo andere sich ihrem Schicksal einfach hingegeben hätten, bewies er echten Kampfgeist und schwor, niemals aufzugeben. Kaum zurück im Leben, suchte er wieder die Nähe zu den Pferden, ließ sich auf seinen ehemaligen Busch-Partner The Who heben und versuchte unter der tatkräftigen Hilfe seiner Frau die ersten kleinen Schritte auf dem Pferderücken. "Meine Frau ist mein Trainer und ich trainiere sie, diesen Erfolg widme ich meiner Familie", fügt er im  Interview hinzu. „Ein großer Dank gilt auch dem Team rund um Eva Bachinger. Es wurde für uns alles so professionell organisiert und wir konnten uns ganz auf den Sport konzentrieren.”

Der zehnfache paralympische Goldmedaillengewinner aus Großbritannien, Lee Pearson, der bis zum Goldritt von Puch in Fürhung gelegen hatte, musste sich an Ende sogar mit Bronze zufrieden geben, denn mit der als Schlussreiterin gestarteten Finnin Katja Karjalainen reihte sich mit 74,250 Prozent noch eine weitere Reiterin vor ihm ein.

Pech für Thomas Haller

Für Thomas Haller ging es mit der finalen Kür im Grade II bereits heue Vormittag ins Viereck. Nach sehr guten Trainingseinheiten in den vergangenen Tagen war die Zuversicht auf ein besseres Abschneiden groß, doch einmal mehr war es das Nervenkostüm seines Haller's Dessino, das dem Niederösterreicher einen Strich durch die Rechnung machte. Nach einem tollen Beginn zog sich der normalerweise als ruhig und konzentriert geltende achtjährige Wallach mit fortschreitender Prüfung immer mehr auf, sodass sein Reiter die Prüfung abbrechen musste. „Dessino war ziemlich heiß. Er hat sich von dem riesigen Stadion und der Musik zu sehr beeindrucken lassen und so mussten wir die Prüfung abbrechen. Natürlich bin ich ein bisschen enttäuscht, aber so ist der Sport. Er ist noch sehr jung und in vier Jahren, bei den nächsten Spielen, kann er dann zeigen wie viel Potential in ihm steckt", beweist der gebürtige Wiener echten Sportsgeist und richtet seine Blicke zuversichtlich auf Rio 2016.

Gold sicherte sich in dieser Prüfung wie schon in der Einzelwertung die erst 22 Jahre alte Britin Natasha Baker auf Gabral. Mit 82,8 Prozentpunkten setzte sich das Paar klar an die Spitze des Feldes und stellte mit ihrer grandiosen Wertung zugleich einen neuen paralympischen Rekord auf. Silber und Bronze gingen erneut an die beiden Deutschen Britta Näpel (77,400) und Angelika Trabert (76,150 Prozent).

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie hier.