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25.08.2017

Sensation durch Weinbauer

Belinda Weinbauer ritt beim Grand Prix Spécial der Europameisterschaft in Göteborg wohl die Runde ihres Lebens und belegte mit 71,695 % den 17. Platz. Da aber die jeweils vierten Reiter der Mannschaften aus Schweden und Dänemark in der Kür nicht startberechtigt sind, rückt die Österreicherin am Samstag ins Finale der Top-15 auf. Europameisterin im Spécial wurde erwartungsgemäß Isabell Werth auf Weihegold.

Lieferte die positive Überraschung: Belinda Weinbauer und Söhnlein Brilliant. © Tomas Holcbecher
Lieferte die positive Überraschung: Belinda Weinbauer und Söhnlein Brilliant.
© Tomas Holcbecher
Als Weinbauer aus dem Viereck ritt und zur Mixed Zone marschierte, musste sie bereits ihr erstes Interview in Englisch geben: „I was very nervous today, because in the warm-up my horse was really tense, so I was very worried going into the ring. I think our pirouettes were better than yesterday. My horse was fantastic today and I am so happy with him!” Und als sie zu der kleinen Österreicher-Journalisten-Truppe kam konnte sie es immer noch kaum fassen: „Schon nach der letzten Trabverstärkung dachte ich mir, jetzt kann nicht mehr viel schief gehen, aber ich musste mir einreden: Nicht lachen, nicht lachen! Ich war wirklich sehr nervös, da ich noch nie mit ihm im Spécial gestartet bin. Bei der Vorbereitung war er irrsinnig aufgezogen, weil die Kutschen immer vorbeifuhren, drinnen hat es ihm dann aber gut gefallen! Was soll ich sagen, mir fehlen die Worte. Das Reitgefühl war das Non plus ultra.“
Die Mannschaft zittert mit. © Tomas Holcbecher
Die Mannschaft zittert mit.
© Tomas Holcbecher
Wie sehr Belinda Weinbauer sich ins Zeug legte, um ihren Shakespeare In Love-Sohn zu einer so tollen Vorstellung zu treiben, sah man an ihrem Reitfrack, bei dem eine Naht aufgerissen war. Solche Kleinigkeiten kümmerten die 41jährige aber in diesem Moment gar nicht. Hochkonzentriert spielte sie alle Stärke ihres Pferdes aus, kein falscher Schritt, wie mit dem Lineal gezogen und lupenrein die Galoppwechsel, da gingen die Noten an die 80 %, wenngleich natürlich die sieben Richter in der ersten der drei Zehner-Startgruppen noch deutlich zurückhaltend waren. Aber mit ihren 71,695 % lag sie schließlich nach dem ersten Drittel des Feldes auf dem dritten Zwischenrang.
Hochkonzentriert und hochmotiviert: Söhnlein Brilliant und Belinda Weinbauer. © Tomas Holcbecher
Hochkonzentriert und hochmotiviert: Söhnlein Brilliant und Belinda Weinbauer.
© Tomas Holcbecher
Und als dann Reiter wie Patrick van der Meer, Edward Gal (der Ritt auf dem äußerst unentspannten Voice war wohl einer der verunglücktesten Auftritte des Niederländers in seiner Karriere) und Daniel Pinto sich hinter der Burgenländerin platzierten, begann das Österreicher-Lager zu hoffen und zu rechnen. Und es sollte wirklich reichen: Platz 17 und Fertigmachen für den letzten Vet-Check fürs Finale!
Da hatte das Zittern ein Ende. © Ernst Kopica
Da hatte das Zittern ein Ende.
© Ernst Kopica
„Auf einem Championat über 71 % zu haben, ist einfach fantastisch. Und das Pferd war einfach fantastisch.“ Auf die Frage nach ihren Erwartungen vor der EM meinte sie: „Ich habe mir gar nichts erwartet, wollte einfach überleben!“ Anders sprach da Lebenspartner Peter Gmoser: „Wir sind schon hergekommen, um es in die Kür zu schaffen, nicht nur einfach dabeisein!“ Da kamen auch Hugo Simon (er betreut in Göteborg den Spanier Sergio Alvarez Moya) und seine Margit vorbei, um auf diesen Erfolg anzustoßen.

Knapper als erwartet war die Medaillenentscheidung: Isabell Werths Weihegold zögerte einmal beim Anpiaffieren, sodass die Rekordtitelträgerin zittern musst, als Mannschaftskollege Sönke Rothenberger mit Cosmo gleichsam durchs Viereck schwebt. Erst ein kleiner Fehler zum Schluss brachte die Entscheidung und Gold für Werth. Bronze ging an die Dänin Cathrin Dufour, deren Cassidy nicht so spritzig wie im GP wirkte.
Jetzt durfte sie lachen: Über Platz 17 und über Kür-Finale! © Tomas Holcbecher
Jetzt durfte sie lachen: Über Platz 17 und über Kür-Finale!
© Tomas Holcbecher
Österreichs Vierergespannfahrer Andreas Ruschitzka griff in Heden am Dressurviereck ins Geschehen ein und liegt mit seinen vier Kladruberschimmeln in der Zwischenwertung auf Rang 18.
Andreas Ruschitzkas erster Auftritt im Dressur-Viereck. © Privat
Andreas Ruschitzkas erster Auftritt im Dressur-Viereck.
© Privat
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