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02.08.2013

Sensations-Auftakt für Österreichs Voltigierer

Nach zwei Tagen Voltigier-Europameisterschaften im Magna Racino liegen die heimischen Junioren nach dem ersten Umlauf in allen vier Wettbewerben in Führung, zudem haben alle JuniorInnen den Sprung ins Finale geschafft. Und auch die rot-weiß-roten Senioren dürfen sich berechtigte Hoffnungen auf Medaillen machen.

Bundesreferent Manfred Rebel konnte es selbst kaum fassen. Der Heimvorteil im Pferdesportpark Magna Racino scheint seine jungen Athleten und Athletinnen förmlich beflügelt zu haben. Bereits 2012 hatte sich der Nachwuchs im slowakischen Pezinok hervorragend präsentiert. Anno 2013 haben die heimischen VoltigiererInnen noch einmal an Dominanz zugelegt. Daniela Fritz, Ramin Simon Rahimi, das Juniorteam vom Club 43 und das Pas-de-Deux Heike Hulla/Sandrine Flicker verbuchen nach dem ersten Durchgang einen komfortablen Vorsprung.
Volti-EM Racino 2013: Hulla&Flicker © Daniel Kaiser
Lieferten die Überraschung des Tages: Das Junioren Pas-de-Deux-Team Sandrine Flicker und Heike Hulla
© Daniel Kaiser

Junioren Pas-des-Deux findet die perfekter Mischung

Für die größte Überraschung sorgten die 15-jährigen Doppel-Heldinnen Sandrine Flicker und Heike Hulla vom Verein VG CRG Styria aus Graz. Das Steiermark-Gespann wurde erst nach der Bundesländermeisterschaft in Gleisdorf im Juni für die EM formiert. Dass das Projekt derart einschlägt und die jungen Damen nach dem ersten der beiden Kürdurchgänge mit 7,807 Punkten und damit fast vier Zehntel Punkten Vorsprung in Führung liegen, überrascht sogar Manfred Rebel. „Das ist schon eine kleine Sensation“, sagte der Equipechef. Das Geheimnis seiner Schützlinge? „Sie haben die perfekte Mischung gefunden.“ Das Erfolgsrezept ist dabei eine vom Schwierigkeitsgrad her nicht überfordernde Darbietung, die mit einer bestechenden Ausführung auf den Rücken von Le Grand Chevalier – longiert von Trainerin Eva Maria Kreiner – gezaubert wurde. Rebel: „Lieber eine Spur leichter, als das höchste Risiko und Sturz.“ Auf Rang zwei rangieren die Vorjahressieger Rebecca Norval und Andrew MacLachlan, die an der Longe von Longier-Legende John Eccles 7,494 Punkte sammelten. Platz drei sicherten sich vor dem Final-Durchgang am Samstag (14.30 Uhr) das deutsche Duo Justin van Gerven und Gera Marie Grün (7,284), die Silbermedaillengewinner von 2012.
Liegt nach Pflicht und Kür mit komfortablen Vorsprung bei den Junioren in Führung: Ramin Simon Rahimi © Daniel Kaiser
Liegt nach Pflicht und Kür mit komfortablen Vorsprung bei den Junioren in Führung: Ramin Simon Rahimi
© Daniel Kaiser

Rahimi trotz Schulterproblemen klar vorne

Weniger überraschend sind die Führungen der beiden Aushängeschilder Fritz und Rahimi. „Darauf hatten wir gehofft“, sagt Rebel. Dass die beiden vor heimischer Kulisse jedoch derart die Nerven behalten, sei keine Selbstverständlichkeit. Vor allem für den 17-Jährigen vom Club 43 aus Niederösterreich, der auf Royal Salut (Longe: Manuela Barosch) nach Pflicht und Kür mit 7,897 Punkten klar in Front liegt, war die Chance auf die nun mögliche Wiederholung seines Vorjahres-Triumphs lange Zeit im Unklaren. Nachdem sich Rahimi zu Beginn des Jahres im Mannschaftstraining an der Schulter verletzte, laborierte er während der Saison mit diversen Heilmethoden, eine OP zu späterem Zeitpunkt ist nicht ausgeschlossen. Erst bei der Staatsmeisterschaft wurde der Entschluss für einen EM-Start bei den U18-Solisten getroffen. Daraufhin habe er seine Kür umgebaut und die riskanten und teils einarmig ausgeführten Elemente herausgenommen, sagt Rahimi. Davon war allerdings kaum etwas zu sehen. Denn auch ohne die komplexen Handstandkombinationen überzeugte der Österreicher mit persischen Wurzeln vor seinem Heimpublikum. „Das Vertrauen in die Schulter ist jetzt wieder da“, resümierte er nach einem nahezu perfekten Auftritt im Zirkel. Seine stärksten Verfolger vor den finalen Durchgängen (hier wird erneut eine Pflicht und eine Kür gezeigt) sind der Deutsche Julian Wilfling (7,68), der Slowake Adam Lukác (7,501) sowie Andrew McLachlan aus Schottland (7,496). Rahimis treuester Begleiter ist im Übrigen stets eine große Portion an Nervosität: „Die brauche ich einfach, ansonsten bin ich schlecht“, erklärt der Schüler. Die Österreicher Niklas Lutzky und Dominik Eder folgen auf den Plätzen sieben und zehn.
Hat allen Grund zur Freude: Daniela Fritz nach ihrer gelungenen Kür © Daniel Kaiser
Hat allen Grund zur Freude: Daniela Fritz nach ihrer gelungenen Kür im Gespräch mit Maria Lehrmann vom RC Wildegg
© Daniel Kaiser

Daniela Fritz turnt wie von einem anderen Stern

Bei den Damen turnte eine Teilnehmerin in einer anderen Liga: Daniela Fritz. Die Burgenländerin vom URC Wildegg bestach – ebenfalls auf Royal Salut und longiert von Manuela Barosch – einmal mehr mit Präzision in der Pflicht und einer schier unglaublichen Eleganz und Leichtigkeit in der Kür. Der Lohn für das Club 43/Wildegg-Gespann nach der Hälfte aller Durchgänge ist die verdiente Führung (8,045 Punkte) vor Miriam Esch aus Deutschland (7,849) und der schon leicht abgeschlagenen Mannschaftskollegin und Vorjahres-Siegerin Anais Kristofics-Binder. Das Motto von Fritz: „Angriff ist die beste Verteidigung.“ Die Niederösterreicherin hofft darauf, in diesem Jahr das Trauma aus Pezinok zu überwinden, wo sie ebenfalls haushoch in Führung lag und dann im allerletzten Durchgang den schon sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand geben musste. Die Titelverteidigerin Anais Kristofics-Binder war ebenfalls nicht unzufrieden. „Das bisherige Resultat ist ok. Ich komme immer erst zum Ende des Turniers richtig in Fahrt“, kündigte die 18-Jährige an.
Deklassierten die Konkurrenz: Die Athletinnen und Athleten des Juniorenteams vom Club 43 © Daniel Kaiser
Deklassierten die Konkurrenz: Die Athletinnen und Athleten des Juniorenteams vom Club 43
© Daniel Kaiser

Starke Teamleistungen

Richtig in Fahrt war das Juniorteam schon zu Beginn des Championats. Mit 6,824 Punkten deklassierte der Club 43 auf Dionysos – longiert von Karen Asmera – die versammelte Konkurrenz. Deutschland folgt mit 6,599 Punkten, die Schweiz mit 6,539 Zählern. Bei den Seniorteams rangiert Österreich – vertreten durch Wildegg – mit 7,354 Punkten ebenfalls auf Platz drei. Hier sicherte sich der EM-Titelverteidiger vom RSV Neuss-Grimlinghausen aus Deutschland mit 7,667 Zählern den Sieg im ersten Durchgang vor den amtierenden Weltmeistern aus der Schweiz (7,479).
Am heutigen dritten Wettkampftag starten die Solisten der allgemeinen Klasse mit ihren ersten Kürdurchgängen (Damen: 9 Uhr/Herren: 11 Uhr). Hier will vor allem Stefan Csandl seinen aktuellen zweiten Platz aus der Pflicht vom Mittwoch verteidigen. Auch der Führende Jacques Ferrari liegt noch in Reichweite. Bei den Damen rangiert die Tirolerin Jasmin Gipperich derzeit mit Rang fünf am aussichtsreichsten.

Mit Spannung erwartet wird ab 16.15 Uhr der erste  Kürauftritt der Senior-Pas-de-Deux-Paare, vor allem der amtierenden Weltmeister Lukas Wacha und Jasmin Lindner von der VG Pill. Die Juniorteams beenden den Wettkampftag ab 17.15 Uhr mit ihrer ersten Kür.

Alle Ergebnisse der EM können Sie hier nachlesen.

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