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01.07.2015

Siebenjährige Stute stirbt bei Palio-Qualifikation

Der Palio in Siena wirft seinen Schatten voraus. Das mittelalterliche Straßenrennen, das am kommenden Donnerstag wieder tausende Schaulustige anlocken wird, hat seit 1970 über 50 Pferdeleben gefordert. Am Montag wurde dieser traurige Rekord um einen Zähler erhöht.

Ein Pferd ohne Reiter auf dem Rücken ist beim Palio keine Seltenheit, wer unverletzt bleibt und ins Ziel kommt, ein Gewinner. © Janus Kinase
Ein Pferd ohne Reiter auf dem Rücken ist beim Palio keine Seltenheit, wer unverletzt bleibt und ins Ziel kommt, ein Gewinner.
© Janus Kinase
Der Palio gilt als das härteste Straßenrennen der Welt. Zweimal pro Jahr pressen sich tausende Schaulustige in den Stadtkern von Siena, um den Wettstreit der Contraden hoch zu Ross live mitzuerleben. Geritten wird ohne Sattel, die Bedingungen für ein Rennen sind denkbar ungünstig: Der 300 Meter lange Rundkurs auf der Piazza del Campo ist gerade einmal sieben Meter breit, dafür geizt er nicht mit scharfen Kurven und abschüssigem Gelände. Dass es unter diesen Voraussetzungen regelmäßig zu schweren Unfällen – insbesondere auf Seiten der Pferde - kommt, nehmen die Sieneser in Kauf. Der Palio ist ein fixer Bestandteil ihrer Kultur, ihn aufzugeben keine Option. Daran ändert auch die traurige Tatsache nichts, dass seit den 1970er Jahren mehr als 50 Pferde ihr Leben bei diesem Rennen lassen mussten.

Für Tierschützer ist der Palio schon längst untragbar. Sie fordern die Einstellung des historischen Spektakels, das in seiner langen Geschichte schon so viel Tierleid verursacht hat. Neuen Zündstoff erhielt die Diskussion rund um den Palio am Montag, als die siebenjährige Stute Periclea bei einem der Qualifikationsläufe für das Hauptrennen am Donnerstag schwer stürzte und sich ein Vorderbein brach. Aufgrund der Ernsthaftigkeit der Verletzung musste die Stute getötet werden.

Tierschützer fordern jetzt, das für Donnerstag anstehende Rennen abzusagen. „Der Palio in Siena ist eine gefährliche Veranstaltung für Pferde”, sagte Michela Vittoria Brambilla, Präsidentin der italienischen Organisation für Tier- und Umweltschutz.  „Es gibt nicht genügend Sicherheitsvorkehrungen und sollte auf der Stelle abgeschafft werden. Es ist sinnlos und grausam.”

Bereits 2010 forderte Brambilla, damals noch amtierende Tourismus-Ministerin, den Palio gänzlich einzustellen, nachdem man in Katalonien den ähnlich traditionsreichen Stierkämpfen endgültig einen Riegel vorgeschoben hatte. Gewalt gegen Tiere würde dem Image Italiens im Ausland großen Schaden zufügen, sagte Brambilla damals. Ihre Bedenken blieben unbeachtet, der Palio wurde weiterhin zweimal jährlich jeweils am 2. Juli und am 16. August ausgetragen und nur ein Jahr später kam in einem der Vorläufe erneut ein Pferd, der sechsjährige Messi, zu Tode. Er und die jüngst verunglückte Periclea werden vermutlich nicht die letzten Pferde gewesen sein, die zu Ehren der Jungfrau Maria ihr Leben lassen mussten.
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