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31.08.2012

Sieg der Harmonie

Mit ihrem Goldritt bei den Olympischen Spielen in London begeisterten Charlotte Dujardin und Valegro Publikum wie Richter gleichermaßen.

Tränen der Freude: Charlotte Dujardin kann ihr Glück gar nicht fassen. © Kit Houghton / FEI
Tränen der Freude: Charlotte Dujardin kann ihr Glück gar nicht fassen.
© Kit Houghton / FEI
Tränen sind geflossen, nicht nur bei Charlotte Dujardin, als sie realisierte, dass sie Gold gewonnen hatte. „Er war so müde, aber er hat alles gegeben…“, schluchzte sie, erleichtert, glücklich – und zutiefst berührt von der unglaublichen Kooperation ihres Valegro. Und berührt waren auch die ZuschauerInnen, selbst jene, die Tausende von Kilometern entfernt vor ihren Bildschirmen saßen. Es war nicht die sportliche Leistung der jungen Reiterin mit ihrem ebenso jungen Pferd, das 2011 zum ersten Mal in einem Grand Prix vorgestellt worden war, die so sehr berührte. Die auch, aber nicht in erster Linie. Es war die Harmonie der beiden, die Losgelassenheit und Durchlässigkeit des Pferdes, die einfach glücklich machten. Und als dann die RichterInnen sich dieser Wahrnehmung anschlossen und das Paar auf den ersten Platz reihten, da war klar: es geht nicht nur um dieses Paar, um diesen einen Ritt, es geht um mehr, um ein ganzes System, das hier und jetzt vor aller Welt eine Abfuhr erteilt bekam. Und um die Bejahung einer Einstellung zum Pferd, die man tatsächlich Partnerschaft nennen darf, die Rücksicht nimmt auf seine Bedürfnisse und das Pferd auch Pferd sein lässt. Um klassische Prinzipien der Ausbildung, die nicht nur Lippenbekenntnisse sind, sondern gelebt werden.

Es waren aber wohl nicht nur Freudentränen, die da flossen. Denn möglicherweise war dies der letzte Auftritt des Paares vor großem Publikum. Wie schon vor den Olympischen Spielen bekanntwurde, stehen Uthopia und Valegro zum Verkauf. Und gerüchteweise wird auch vermutet, wo die beiden hingehen könnten. Mit Pferd sein und Koppelgang wäre es dann wohl aus. Bleibt zu hoffen, dass sich finanzkräftige PferdefreundInnen finden, die dem Paar eine gemeinsame Zukunft ermöglichen.

Themenwechsel: Auf Seite 32 unserer Septemberausgabe berichten wir von der Vereinsauflösung der LAG Austria, der Laufstall-Arbeitsgemeinschaft, die sich für artgerechte Pferdehaltung einsetzt, mit großer Sachkenntnis berät und den Qualitätsstandard ihrer Mitgliedsbetriebe österreichweit kontrolliert. Die Auflösung ist eine Verzweiflungstat: Die stetig anwachsende Arbeit war für die drei Vorstandsmitglieder allein schlicht nicht mehr zu bewältigen, alle Bitten um Unterstützung fruchteten nichts. Es wäre schön, könnten wir im kommenden Heft die Männer und Frauen vorstellen, die sich spontan dazu entschlossen haben, den Verein tatkräftig zu unterstützen und damit am Leben zu erhalten. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
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